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- 06. Februar 2008 2 Min.
Dakar (queer.de) - Eine Massenverhaftung von mutmaßlichen Homosexuellen im Senegal hat international zu Protesten geführt. Die Polizei nahm in der Hauptstadt Dakar Medienberichten zwischen sieben und 20 Männer fest, die im Boulevardmagazin "Icones" geoutet wurden. Behörden machten zu der Zahl und dem Aufenthaltsort der Festgenommenen keine Angaben. Sie gaben nur an, dass mehrere Personen wegen des Verdachts auf Homosexualität in Gewahrsam genommen wurden.
"Icones" hatte am Sonntag Bilder von einer angeblichen Homo-Hochzeitsfeier abgedruckt, auf denen die Gesichter von Dutzenden Männern zu sehen waren. Die "Hochzeit" soll bereits vor 18 Monaten stattgefunden haben. Das Magazin soll für die Aufnahmen umgerechnet 2.000 Euro bezahlt haben.
"Wir fürchten um unser Leben – insbesondere diejenigen, die auf den Fotos zu sehen sind", erklärte Aktivist Jean R. gegenüber der Homo-Gruppe ILGA. "Einige von uns verstecken sich nun, andere fliehen aus dem Land".
Aids- und Homo-Gruppen stellen nun in Frage, ob Ende des Jahres eine internationale Konferenz über HIV und sexuell übetragbare Krankheiten im Land abgehalten werden kann. "Es kann in Dakar keine offene Diskussion über den Einfluss von Menschenrechtsverletzungen auf HIV-Infektionszahlen stattfinden, wenn am selben Ort eine derartige staatliche Drangsalierung stattfindet", erklärte Danilo da Silva, Co-Vorsitzender der panafrikanischen ILGA.
Der westafrikanische Staat hat 12,4 Millionen Einwohner, von denen 95 Prozent Sunniten sind. Auf Homosexualität stehen bis zu fünf Jahre Haft. Der Senegal ist einer der wenigen frankophonen Länder, die gegen Schwule vorgehen. (dk)














