Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=8277
Home > Kommentare

Einzelkommentar zu:
Gmünder-Kalender keine Pornographie


#7 SaschaAnonym
  • 08.02.2008, 23:02h
  • "Der nackte Mann war und ist immer wieder ein Streitpunkt mit der Zensur. Anders als der Frauenakt polarisiert der Männerakt – wie keine andere Darstellung des Menschen."

    Genau dieser Gedanke kommt mir jedes Mal, wenn ich die Rund-um-die-Uhr-Hetero-Propaganda in Film, Fernsehen und Werbung über mich ergehen lassen muss.

    Die Schönheit und Geilheit des männlichen Körpers wird fast immer ganz bewusst ausgeblendet, während gerade jungen Männern wackelnde Weiberärsche und deren Körper als DAS einzige und absolute Ideal der Sexyness eingetricht werden sollen.

    Es gibt - das deutest du sehr gut an, lieber @josh - , einen in der Tat sehr einfachen Grund dafür:

    Die heteronormative, homophobe Gesellschaft möchte Jungs und Männern offenbar ganz bewusst das vorenthalten, was sie auf "dumme Gedanken" bringen, sprich: ihnen vor Augen führen könnte, dass Männerkörper mindestens (!) ebenso geil und sexy sind wie Östrogenkörper - oder vielleicht den einen oder anderen in seinem unterschwelligen Eindruck bestätigen könnte, dass Männerkörper geil sind und Frauenkörper nicht.

    Eben diese bewusste Ausblendung maskuliner Körperlichkeit und das geradezu lächerliche Hochstilisieren weiblicher Körper zum vermeintlichen "Sexsymbol" ist einer der zentralen homophoben Akte unserer stark medial geprägten und sich über die Massenmedien wiederum reproduzierenden Gesellschaft.

    Gerade für eine gesunde, d.h. freie und selbstbestimmte sexuelle Entwicklung junger Männer ist es extrem wichtig, mit dieser unterschiedlichen Darstellung männlicher und weiblicher Körperlichkeit endlich Schluss zu machen. Wenn es im Video "Du hast den schönsten Arsch der Welt" um geile Ärsche geht, dann ist es geradezu absurd, ausschließlich mit Orangenhaut verzierte weibliche Rundungen im String zu zeigen, knackig-muskulöse Männerärsche aber allenfalls durch eine Jeans zu präsentieren. Solche grotesken Vorgänge machen deutlich, wie krankhaft homophob unsere Gesellschaft in Wahrheit immer noch ist.
  • Antworten » | Direktlink »

» zurück zum Artikel