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- 15. Februar 2008 2 Min.
Manama (queer.de) - Der arabische Inselstaat Bahrain will härter gegen Homosexuelle vorgehen. Mehrere Parlamentsausschüsse des erst seit 2002 bestehenden Parlamentes haben mit der Mehrheit der Stimmen beschlossen, insbesondere schwule Ausländer nicht mehr zu tolerieren. Nun muss sich das Parlament mit dem "moralischen Problem" beschäftigen.
"Das Innenministerium hat uns berichtet, dass es versucht, Homosexuelle aufzuhalten, wenn sie über den Bahrain International Airport ins Land kommen", erklärte der Ausschussvorsitzende Jalal Fairooz gegenüber "Gulf Daily News". "Viele sehen männlich aus, wenn sie am Flughafen ankommen. Aber wenn sie erst mal im Land sind, kehren sie zu ihrem homosexuellen Verhalten zurück". Fairooz weiß auch, wo Schwule am besten zu finden sind: "Homosexuelle bevölkern in großer Zahl Frisör-, Beauty- und Massage-Salons. Diese werden vom Ministerium regelmäßig überprüft." Ausländische Homosexuelle müssten sofort abgeschoben werden, erklärte er. Grund für die Verfolgung sei, dass Homosexualität "eine Bedrohung für die Gesellschaft und islamische Werte" darstelle.
Homosexualität ist im 700.000 Einwohner zählenden Bahrain seit der Einführung des britischen Kolonialrechts im Jahre 1956 illegal. Sie kann mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden. Auch nach der Unabhängigkeit von Großbritannien blieb das Verbot in den Gesetzesbüchern bestehen. Dennoch gilt der Inselstaat als einer der toleranteren muslimischen Länder im Nahen Osten. (dk)
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