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  • 17. Februar 2008 12 1 Min.

Hamburg (queer.de) - Der neue Katholiken-Chef in Deutschland halt eine Abkehr vom Zölibat für möglich. Robert Zollitsch, der vor wenigen Tagen zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt wurde, erklärte im "Spiegel"-Interview, das Ehe- und Sexverbot für Priester sei "theologisch nicht notwendig". Eine Abschaffung käme aber einer "Revolution" gleich, bei der "ein Teil der Kirche nicht mitginge". Er sieht im Zölibat einen Hauptgrund für die Nachwuchssorgen der katholischen Kirche.

Gleichzeitig kritisierte der Erzbischof von Freiburg, dass in der CDU neoliberale Werte eine größere Rolle spielten und sie sich deshalb von der katholischen Kirche entferne. Gleichzeitig attestierte der 69-Jährige der SPD und den Grünen, dass sie "Dinge, die uns wichtig sind" in erhöhtem Maße aufgreifen würden. Wie sein Vorgänger Karl Lehmann gilt Zollitsch als eher moderat.

Volker Beck hofft auf weitere Öffnung

Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen, begrüßte die Äußerungen von Zollitsch: "Sie eröffnen Chancen für Versöhnung und Annäherung. Ich hoffe, dass diese Öffnung der Kirche auch die Sexuallehre der Kirche umfassen wird", so Beck. "Die Themen Kondomgebrauch zur HIV-Prävention, Homosexualität und wiederverheiratete Geschiedene bedürfen dringend einer Neubewertung im Lichte christlicher Barmherzigkeit." (dk)

-w-

#1 wolfAnonym
  • 17.02.2008, 16:14h
  • klingt sehr positiv und ist von einem 69 jahre alten bischof, der seine kirche kennt überzeugend und mutig !
    wenigstens mal einer, der hoffnung macht !
    obwohl ich alle alles religionsfusel ablehne, ist diese haltung in puncto menschlichkeit begrüssendswert !
    seit johannes XXIII. mitte der 60ziger ist in dieser richtung ja nichts mehr passiert.
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#2 LukeAnonym
  • 17.02.2008, 17:25h
  • Ja, ja, gut gebrüllt Zollitsch. Das kennen wir auch schon von Lehmann, der immer den Liberalen gegeben hat, aber wenn es wirklich um die Wurst ging, sind sie dann doch eingeknickt. Jetzt hat er sich also ins Gespräch gebracht und das war es dann wahrscheinlich für die nächsten Jahre. Vielleicht ist es endlich der erhoffte Schritt in Richtung Neuanfang innerhalb der deutschen katholischen Kirche, wahrlich der Glaube fehlt mir. Es tut mir leid, ich kenne diese Brüder zu gut, als das ich einen echten Ruck sehe. Die katholische Kirche beharrt auf ihrem Standpunkt. Jeder Schritt abseits des Weges würde Machtverlust bedeuten, den sich die Kirche nicht leisten kann. Deshalb wird es wahrscheinlich bei diesen Lippenbekenntnissen ohne echte Taten bleiben, so sehr wir uns das auch anders wünschen.
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#3 FloAnonym
  • 17.02.2008, 17:29h
  • 1. Ich glaube, das wird von uns keiner mehr erleben... Selbst wenn einzelne das fordern, ist das nicht Position der katholischen Kirche.

    2. Selbst wenn das kommt, wird das wohl nur dem fehlenden Nachwuchs geschuldet sein. Wenn eine Organisation untergeht, muss man halt evtl. die Gründe dafür ändern, um das zu stoppen. Das ist dann aber nur notgedrungen und nicht aus Überzeugung und heißt auch nicht, dass andere Positionen auch geändert werden.

    3. Selbst wenn das Zölibat aufgehoben wird, wird sich an der mittelalterlichen Sexualmoral nichts ändern. Homosexualität, Selbstbefriedigung, Verhütung, etc. werden deshalb nicht plötzlich anders beurteilt werden.
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