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  • 19. Februar 2008 13 2 Min.

Bauchi (queer.de) – Nach monatelangen Verzögerungen soll am 24. März eine Gerichtsverhandlung gegen 18 mutmaßliche Homosexuelle im nigerianischen Bauchi abgehalten werden, die sich auf das islamische Scharia-Strafrecht beruft. Wie die Homo-Gruppe Gay and Lesbian Human Rights Commission (IGLHRC) meldet, ist das Verfahren Teil einer Kampagne, härter gegen Schwule und Lesben vorzugehen.

Die Männer im Alter von 18 bis 21 Jahren wurden bereits im August letzten Jahres verhaftet, weil sie angeblich eine Schwulenhochzeit abgehalten haben (queer.de berichtete). Sie wurden nach 19 Tagen Haft gegen Kaution wieder freigelassen.

Steinigung möglich

Zunächst wollte die Staatsanwaltschaft sie der Homosexualität anklagen. Darauf steht laut Scharia die Todesstrafe durch Steinigung. Jetzt wurde die Anklage reduziert auf Verschwörung, Mitgliedschaft in einem ungesetzlichen Verein, Erregung öffentlichen Ärgernisses und "Landstreicherei", weil sie angeblich in Frauenkleidern angetroffen wurden. Darauf stehen bis zu 10 Jahre Haft und 100 Peitschenhiebe. Nach Angaben der IGLHRC kann jederzeit der Vorwurf der Homosexualität wieder in den Prozess aufgenommen werden.

Die Angeklagten streiten alle Vorwürfe ab. Sie hätten keine Frauenkleider getragen und keiner Schwulenhochzeit beigewohnt, sondern lediglich eine Geburtstags- und Schulabschlussfeier veranstaltet.

Bauchi ist eine über 300.000 Einwohner zählende Großstadt. Es liegt in einem der zwölf nördlichen Bundesstaaten Nigerias, die überwiegend muslimisch sind und in denen das Scharia-Strafrecht gilt.

Letztes Jahr wollte Nigeria ein repressives Anti-Homo-Gesetz verabschieden, das sogar einen gemeinsamen Restaurant-Besuch von zwei Schwulen verbietet. Das Gesetz löste weltweite Proteste aus, auch Abgeordnete aller Bundestagsfraktionen verurteilten Nigeria aufs Schärfste (queer.de berichtete). Über das Gesetz, das sowohl von islamischen Gruppen als auch von der Anglikanischen Kirche des Landes unterstützt wurde, ist bislang noch nicht abgestimmt worden. (dk)

-w-

#1 atropos1980Anonym
  • 19.02.2008, 14:56h
  • "Abgeordnete aller Bundestagsfraktionen verurteilten Nigeria aufs Schärfste"

    Ach wie süß unsere Abgeordneten haben Nigeria aufs schärfste verurteilt! Wie wäre es, wenn man lieber mal sämmtliche, finanziellen Hilfestellungen von heute auf morgen Stoppt! Das würde wenigstens ankommen. Aber nein wir bauen weiter Brunnen für den Multikulturellen weltfreien!
    Mir doch egal was mit diesen Hasserfüllten Menschen geschiet, mein Mitleid bei Bildern von hungernden, abgemagerten Afrikanern hält sich mitlerweile wirklich mehr als nur in Grenzen. Dann doch lieber für Peta oder sonst was Spenden, als die kohle dort hin zu pumpen!
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#2 OleAnonym
#3 madridEUAnonym
  • 19.02.2008, 16:06h
  • @atropos1980: Als wir Kinder nach 1945 hungerten, war es auch unseren ausgemergelten Eltern überaus gleichgültig, wenn Schwule nach Paragr.175 verurteilt wurden. Unser tägliches Leben bestand nur aus Nahrungssuche, wogegen selbst die Erinnerung an die gerade umgebrachten Homosexuellen in den KZs total verblasste. Fazit: Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
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