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  • 21. Februar 2008 29 2 Min.

Stuttgart (queer.de) – Die Evangelische Allianz kritisiert das Motto des Christopher-Street-Days Stuttgart scharf. Im Juli soll der schwäbische CSD unter der Überschrift "Ich glaube" abgehalten werden. Der Chef der Stuttgarter Evangelischen Allianz, Gerhard Lieb, rief im Gespräch mit der christlichen Nachrichtenagentur idea zu Wachsamkeit auf. Seiner Ansicht nach sollten es Christen nicht der "Schwulenlobby" überlassen, was Glauben ist. Denn dieses Wort beziehe sich der christlichen Überzeugung nach ausschließlich auf Gott und die Anerkennung dessen Werteordnung, die die Grundlage für das Zusammenleben bilde.

Idea zitiert zudem Christian Tsalos, den Sprecher der württembergischen Landeskirche. Er sagte, die Kirche lassen sich durch das Motto "nicht provozieren". Eher müssten sich die CSD-Veranstalter von den klaren Aussagen der Kirche zum dreieinigen Gott provoziert fühlen, weil deren Glaubensbegriff zu vage sei, so Tsalos.

Schon vergangene Mottos des CSD Stuttgart eckten wie "Familie heute" (2005) und "Bist du auch normal?" (2006) eckten in einigen kirchlichen Kreisen sowie in konservativen Bevölkerungsschichten an. Der baden-württembergische Landespolitiker Andreas Renner (CDU) musste als Sozialminister zurücktreten, weil er im Jahre 2005 die CSD-Schirmherrschaft übernommen hatte und es dann zum Streit mit der katholischen Kirche kam (queer.de berichtete).

"Provokation gehört beim CSD zum Geschäft", erklärte dazu CSD-Vorstand Christoph Michl. "Nur wenn man Dinge klar und deutlich auf den Punkt bringt und manchmal auch ein bisschen überspritzt darstellt, wird man in der heutigen Zeit wahrgenommen. Und meist entsteht daraus ein fruchtbarer Dialog", so Michl weiter. Mit aktuellen Motto wollen die Versanstalter den Begriff "Glauben" wieder für sich gewinnen, weil dieser von den Kirche vereinnahmt werde: "Jeder Mensch, auch der homosexuelle, glaubt – und zwar an ganz unterschiedliche Dinge: beispielsweise an die freie Meinungsäußerung, an sich selbst, an Gott, an eine tolerante Gesellschaft, an die Verbindung von Politik und Party, an den Zusammenhalt der schwul-lesbischen Community oder Menschheit, an eine faire Gesetzgebung, an ein weltoffenes Stuttgart, an freie Sexualität, an Emanzipation und, und, und. Die Liste lässt sich beliebig vorsetzen", so der CSD-Vorstand in einer Erklärung.

Die Evangelischen Allianz ist ein evangelikal ausgerichtetes Netzwerk von Kirchen und christlichen Organisationen. Ihr gehören nach eigenen Angaben weltweit 420 Millionen Christen an. In Deutschland sollen es 1,3 Millionen Mitglieder sein. (dk)

24.01.26 | "Ohne Uns kein Wir! Füreinander laut, miteinander stark."
CSD Stuttgart gibt Motto bekannt
-w-

#1 wolfAnonym
  • 21.02.2008, 11:57h
  • interessant, das sich evanglikale durch das motto : "ich glaube" ! provozieren lassen !!!
    schon wieder so eine bande krimineller christen, die glaubt einen alleinvertretungsanspruch zu haben !
    einfach widerlich diese fundamentalisten und wenn man den mitgliederzahlen glauben darf, höchst gefährlich !
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#2 TimmAnonym
  • 21.02.2008, 12:03h
  • Jetzt wollen die uns sogar schon das Recht auf Glauben absprechen...

    Wir dürfen ja wohl glauben, was wir wollen... Die sollen ruhig weiterhin ihre menschenverachtenden Ideologien glauben, aber wir haben unseren Glauben, ob es denen passt oder nicht...
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    Die da viel lieben, die schweigen selig.
    Die nicht lieben, sind stets Aufpasser der Liebe.

    „Das fließende Licht der Gottheit“ [6,25]
    Mechthild von Magdeburg
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#3 DragonWarriorAnonym
  • 21.02.2008, 12:12h
  • soso, die evangelische allianz kritisiert...

    soll sie...

    was kümmerts mich?

    das mein ich völlig ernst...

    ich spreche ihr - genau wie dem papst, der katholischen kirche, den evangelischen kirchen und sonstigen selbsternannten oder von anderen auf den thron gehobenen propheten, sogenannten oberhäuptern oder wasauchimmer (auch muslimischen und jüdischen!) - die definitionshoheit über den begriff GLAUBEN ab...

    genauso wie ich ihnen die definitionshoheit über den begriff SPIRITUALITÄT abspreche...

    letzten endes sind insbesondere die konservativen evangelikalen und katholischen christen nichts anderes als die pharisäer, die jesus vermutlich fluchend aus dem tempel gejagt hätte...

    all diese strömungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie religion - bzw. ihre menschliche auslegung derselben - benutzen um sich über andere zu erheben... "ich lebe richtig - du lebst in sünde - ergo bin ich ein besserer mensch"... nun denn, wer's so braucht, der mag es sich so geben...

    ich kann darüber wirklich nur mitleidig lächeln und dem entschlossen entgegentreten.

    es ist schon kurios, wie da einerseits immer wieder behauptet wird (etwa in katastrophenfällen) das gottes wege unergründlich seien, andererseits sich dann aber offensichtlich jemand wieder für sich in anspruch nimmt genau erkannt zu haben, was zu gottes plan gehört und was nicht... schon komisch und wenig demütig, wenn mensch sich erdreistet, gottes plan verstanden haben zu wollen...

    sie haben für mich sämtliche autorität verspielt, weil ihr glaube sich darin erschöpft, worthülsen aus der bibel oder anderen "heiligen büchern" dazu zu benutzen, andere zu verdammen oder zu erniedrigen...

    sie sind nichts anderes als der kaiser in hans christian andersens märchen von "des kaisers neuen kleidern" sie haben in wahrheit nichts an...

    sollen sie schimpfen, sollen sie versuchen, das wort GLAUBE als schutzmarke eintragen zu lassen...

    das patentamt wird sie genauso verlachen wie der rest der gesellschaft...

    nichtsdestotrotz ist widerstand da ganz klar angesagt.
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