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- 07. März 2008 2 Min.
Rosa von Praunheim tourt derzeit mit einer neuen Doku durch die Lande. Erzählt darin die Geschichte seiner zwei Mütter.
Von Carsten Weidemann
Kurz vor der Jahrtausendwende 2000 traf der offen schwule Regisseur Rosa von Praunheim seine damals 94-jährige Mutter weinend in ihrem Zimmer an. Seit 15 Jahren lebte sie in seiner Berliner Wohnung, eine praktische, unsentimentale, sehr liebevolle Frau, die er selten hat weinen sehen. Sie gestand ihm, dass er nicht ihr Sohn sei, dass sie ihn 1942 in Riga in einem Kinderheim gefunden und bei Kriegsende nach Deutschland mitgebracht hätte.
Praunheim war begeistert: "Mein exzentrisches Wesen ahnte Sensationen. Woher komme ich? Ich malte mir exotische Dinge aus." Er machte seiner Mutter klar, dass er sie jetzt umso mehr lieben würde, da sie ihn ja vor den Kriegswirren gerettet hatte. Was wäre sonst mit ihm geschehen? Im besten Falle wäre er russischer Soldat unter Stalin geworden. "Und das als Schwuler und als Künstler – undenkbar", schätzt der 65-Jährige ein.
Die Mutter wollte nichts über seine Herkunft verraten, drei Jahre später starb sie. Erst danach begann Rosa von Praunheim sehr zögerlich, seiner Vergangenheit nach zu recherchieren. Seine Doku zeigt die Begegnung mit einer bewegenden Familiengeschichte. Für den Filmemacher steht die Story seiner leiblichen Mutter stellvertretend für das Schicksal von tausenden Opfern des Krieges in Lettland. Zu sehen ist der Film in den kommenden Wochen in diversen Programmkinos.
07. März 2008
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dass ich von meinem Erzeuger ebenso wenig weiss wie er von seiner gesamten Herkunft. Schon früh fragte man sich in der Familie, was es denn mit diesem Kuckucksei auf sich habe, das diese völlig ungermanischen Allüren an den Tag legte. Rosa for President !