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- 11. März 2008 2 Min.
Bremen (queer.de) - Ein Bremer Kulturzentrum hat den Mietvertrag mit dem evangelischen Jugendkongress "Christival" gekündigt, weil dort ein Seminar zur "Heilung" von Homosexuellen angeboten werden sollte. Das Seminar ist nach erheblichem Druck inzwischen abgesagt worden (queer.de berichtete).
Wie die "taz" berichtet, droht dem Kulturzentrum Schlachthof nun eventuell eine Schadenersatzforderung der Christival-Veranstalter. Derzeit verhandeln die Anwälte beider Parteien um eine Beilegung des Konflikts.
Christival distanziert sich nicht vom Hass auf Schwule
"Wir haben hier regelmäßig schwullesbische Partys, das geht nicht", erklärte Veranstaltungskoordinator Jörg Lochmon. Er bedauerte, dass der Schlachthof vor dem Vertragsabschluss nicht geprüft habe, was hinter Christival steckt. "Das war wohl etwas naiv", so Lochmon. Auch die Absage des Seminars ändere nichts. Schließlich habe sich Christival nicht von den Thesen der "Homo-Heiler" distanziert. Außerdem trete ein Vertreter des Vereins "Wüstenstrom" auf, der Homosexualität als psychische Störung ansieht.
Das rot-grüne Bremen öffnet hingegen 50 Schulen als Schlafstätten für Christival-Teilnehmer. Außerdem finden in 80 Prozent der Seminare in innerstädtischen Schulen statt. "Wir haben uns eine Seminar-Liste vorlegen lassen, die war unverfänglich", erklärte ein Sprecher der Bildungsbehörde.
Demo gegen Festival geplant
Ein "antisexistisches Bündnis NoChristival" will am Eröffnungsabend von Christival am 30. April eine Demonstration organisieren. Protestiert wird neben der Homofeindlichkeit der Veranstalter gegen ein Seminar, das gegen Frauen polemisiert, die abgetrieben haben. Treffen des Bündnisses: donnerstags, 20 Uhr, im Paradox, Bernhardstraße 12. (pm/dk)









