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- 18. März 2008 2 Min.
Berlin (queer.de) - Ausgerechnet ein Würdenträger der Katholischen Kirche soll auf dem 1. Antidiskriminierungskongress den einleitenden Vortrag halten: Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat für den 23. April 2008 zum Thema "Wertegesellschaft als ökonomischer Faktor" nach Berlin eingeladen – mit Karl Kardinal Lehmann als Auftaktredner.
"Lesben und Schwule sind empört, dass ausgerechnet ein hoher Repräsentant der
Katholischen Kirche den einleitenden Vortrag der Veranstaltung halten soll", kritisierte Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) und Mitglied des Beirats der Antidiskriminierungsstelle. Bruns wirft der Katholischen Kirche vor, selbst zu diskriminieren: "Die Katholische Kirche ist einer der größten Arbeitgeber Deutschlands. Die meisten katholischen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindergärten und Kindertagesstätten werden aber nicht von der Katholischen Kirche selbst finanziert, sondern zu 95 % und mehr durch Steuergelder und die Entgelte der Benutzerinnen und Benutzer. Trotzdem entlässt die Katholische Kirche alle Lesben und Schwule, die eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, und zwar auch in solchen Einrichtungen, in denen sie nichteheliche Partner, wiederverheiratete Geschiedene und Nichtchristen duldet und weiterbeschäftigt."
Davon abgesehen versuche Papst Benedikt XVI. und die katholischen Würdenträger immer wieder, durch Appelle an Politik und "Wahlvolk" zu verhindern, dass Lesben und Schwule die vollen Bürgerechte erhalten, so Bruns. "Dabei diffamieren sie Lesben und Schwule als defizitär und minderwertig und als Gefahr für den Fortbestand der Familien und des Volkes." Viele dieser Appelle seien regelrechte "Hasspredigten".
Bruns kritisierte, dass die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Frau Dr. Martina Köppen, mit dem Beirat der Antidiskriminierungsstelle nicht über ihre Absicht gesprochen hat, Karl Kardinal Lehmann einzuladen. "Der Beirat hätte ihr sicher klargemacht, dass sie sich anschickt, den Bock zum Gärtner zu machen." (cw)















Gerade die katholischen Kirchenleitung haben es homosexuelle Paare in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten zu verdanken, dass sie getötet, diffamiert, ausgegrenzt und diskriminiert wurden.
Herr Lehmann ist mir in keinster Weise in den vergangenen Jahren darin aufgefallen, dass er sich zum Wohle homosexueller Paare geäußert hat. Kardinal Zollitsch mit seinem interessanten Interview im Spiegel hätte ich gegebenfalls noch verstanden.
Während die evangelische Kirchenleitung der EKD im vergangenen Jahrzehnt einen anderen Weg als die katholische Kirchenleitung gegangen ist und beispielsweise das Lebenspartnerschaftsinstitut mit ihrem Grundsatzschreiben "Verantwortung und Verlässlichkeit" unterstützt hat, wurde von der katholischen Kirchenleitung Fundamentalopposition gemacht. Erstmals Robert Zollitsch hat einen Funken an Liberaliät in seinem Spiegelartikel erkennen lassen. Das habe ich bei Herrn Lehmann bisher nicht gehört.