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  • 24. März 2008 52 2 Min.

Essen (queer.de) - Der jamaikanische Hass-Sängers Rodney Price alias Bounty Killer wird nun doch am 27. März in Essen auftreten. Zwar hatte das Jugendzentrum Essen (JZE) das Konzert letzte Woche nach Protesten zunächst abgesagt, mit der Weststadthalle fand der umstrittene Musiker nun jedoch einen Ausweichort.

In einer ausführlichen Stellungnahme erklären die Veranstalter, Solid*Rock Music, Vibes Promotion, CrossCulcha Sound und Stoojah Sound, warum sie sich "nach reichlicher Überlegung" und "trotz Protesten seitens einiger Schwulen- und Lesbenverbände" für den Auftritt Bounty Killers entschieden haben: "Hohe Priorität in unseren Veranstaltungen ist die Verantwortung, unseren Einfluss gegen Homophobie zu nutzen. Wir legen in unseren Absprachen und Verträgen (…) fest, dass Diskriminierung in Text und Aufführung unserer Veranstaltung nichts zu suchen hat", heißt es darin. Die Veranstalter unterstützen nach eigenen Angaben schwul-lesbische Rasta- und Reggaegruppen wie "Vlaamse Rasta Oudjes".

Solid*Rock Music, Vibes Promotion, CrossCulcha Sound und Stoojah Sound werfen den Kritikern vor, weder Reggaemusik noch die Situation auf Jamaica zu verstehen: "Wir sind der Meinung, dass es den Jamaikanern selbst zu überlassen ist, dass Tempo zu bestimmen und diese Problematiken aufzuarbeiten. Einmischung nach Art ‚Wir sind die Zivilisierten und Ihr müsst euch sofort ändern‘ schürt dort unten doch nur den Hass, stärkt den Mainstream und verhärtet die Fronten."

"Ohne die diskriminierenden Passagen einiger jamaikanischer Sänger relativieren zu wollen, steht neunzig Prozent der Reggae-Musik für Gleichberechtigung, Liebe und Menschenwürde", heißt es weiter in der Stellungsnahme. Darüber hinaus sehen die Veranstalter "Übersetzungsprobleme" bei Bounty Killers Liedpassage "Bun a fire pon a puff and mister fagoty" (Lasst die Schwulen im Feuer brennen). "‘Fire pon‘ oder ‚bun dem‘ bedeutet nicht, dass etwas verbrannt wird, vielmehr wird das göttliche Feuer gemeint - die Erkenntnis. Klar ist, dass ein ‚fire bun‘ auch etwas Aburteilendes beinhaltet, aber bestimmt nicht den Aufruf zum Mord." (cw)

-w-

#1 gerdAnonym
  • 24.03.2008, 07:13h
  • Die Entscheidung der Westlandhalle ist grundverkehrt und zu kritisieren. Solange sich Bounty Killer nicht schriftlich verpflichtet, von Homophobie und Gewaltaufrufen gegen homosexuelle Menschen abzulassen, sind solche Hasssänger untragbar. Sollte der Künstler in der Westlandhalle verbal entgleisen, müssen auch die Veranstalter und Eigentümer der Räumlichkeiten wissen, dass auf sie Strafanzeigen wegen Beihilfe zur Volksverhetzung zukommen können. Wollen die Veranstalter und Eigentümer der Räumlichkeiten dieses Risiko eingehen und darauf hoffen, dass der Sänger friedlich bleibt ?

    Im übrigen wir befinden uns nicht auf Jamaica sondern wir befinden uns in Deutschland und da sollten die Veranstalter schon zur Kenntnis nehmen, dass deutsche Strafgesetze und die deutsche Rechtsordnung sowie die Werte des Grundgesetzes gelten.

    Letztlich aber verkennen die Veranstalter der Westlandhalle die Wirkung des Auftritts von Bounty Killer auf die Gruppe homosexueller Menschen. Sie sollten deren Einwände nicht "einfach vom Tisch wischen" und die Kritik des wichtigsten deutschen Lesben- und Schwulenverband "beiseite schieben". Gerade der Verband und engagierte homosexuelle Menschen, die sich bei Ihnen melden, wissen sehr genau, mit welchem Thema sie es hier zu schaffen haben und kennen die Materie besser, als Durchschnittsbürger, die sich kaum mit diesem Thema beschäftigen.

    Daher falls das Konzert stattfindet, was ich ablehne, sollten Sie wissen, dass homosexuelle Menschen dieses Konzert ablehnen. Ich werde die Westlandhallte nie wieder betreten.
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#2 ThomasAnonym
  • 24.03.2008, 07:18h
  • Tolle Aussage der Veranstalter. Danach haben wahrscheinlich die Nazis die Leiden der von ihnen Inhaftierten auch verkürzt, in dem sie sie erschossen oder vergast haben...
    Jamaicanische Sänger wie Bounty Killer darf in Deutschland kein Forum geboten werden.
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#3 wolfAnonym
  • 24.03.2008, 07:58h
  • da muss ich doch was verpasst haben ?
    durch ablehnung von gewaltverherrlichung und hass, werden die fronten verhärtet und beeinflussen den "mainstream" negativ ???? (abgesehen davon, dass mainstream sowieso immer schrott ist und war.)
    fahren wir nach jamaika um schwul, öffentlich rumzupoppen, oder kommen die sonnyboys hierher um sich zu ereignen ???

    da die veranstalter offensichtlich der meinung sind wir verstehen die verhältnisse und umstände auf jamaika nicht, müssen wir jetzt hier, bei uns, dringend darüber aufgeklärt werden und haben zu respektieren, dass die junx mit texten um sich werfen, die wir zu verstehen, zu dämlich sind ?

    eine bodenlose frechheit noch so zu tun als hätten unsere reggaekiddis die rastalocken schon im schritt und ideologisch mit der muttermilch eingesogen !
    musikalische völkerverbindung sieht doch wohl anders aus, die aussagen der songs übrigens auch.
    und geld verdienen will natürlich auch keiner damit, alles nur liebe und fröhliches miteinander !

    wenn dem so ist, dann sollen die "künstler" mal ihre heimat beglücken und uns hier mit ihren hausgemachten problemen in ruhe lassen, da unsere ablehnung ja ohnehin nur wieder hass schürt !
    ach so, wer ist eigentlich an den wüsten, ungeheuerlichen verhältnissen auf jamaika schuld ???? WIR ???
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