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Einzelkommentar zu:
FDP-Protest gegen Sizzla-Konzert


#10 ManuelAnonym
  • 28.03.2008, 12:13h
  • Das Lesben- und Schwulenzentrum KCR Dortmund hat jetzt einen offenen Brief an den Dortmunder Oberbürgermeister und den Stadtrat veröffentlicht:

    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
    sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates!

    Die schwul-lesbische Szene in Dortmund hat vor wenigen Tagen mit Entsetzen zur Kenntnis genommen, dass unsere Stadt Austragungsort für ein Konzert eines der berüchtigten jamaikanischen Hass-Sängers wird. Dabei handelt es sich um den Reggae-Musiker „Sizzla“, der am 19. Mai in der Live-Station am Hauptbahnhof auftreten soll.
    Sizzla ist für seine homophoben und gewaltverherrlichenden Lieder bekannt. In vielen Spielstätten auf der ganzen Welt ist er deshalb verpönt. Er ruft in seinen Songs zur Ermordung von Homosexuellen auf und beschimpft diese Bevölkerungsgruppe auf übelste Weise.

    Wir sind empört darüber, dass ein Hass-Musiker ausgerechnet in unserer Stadt eine Bühne finden soll und rufen deshalb seit dem Wochenende öffentlich zum Protest gegen das Konzert auf. Zwischenzeitlich findet unsere Empörung entsprechendes Gehör, und auch die großen Tageszeitungen im Ruhrgebiet haben über die Hass-Konzerte in Dortmund und in Essen berichtet. Dort sollte ein weiterer berüchtigter Reggae-Musiker namens „Bounty Killer“ ein Konzert geben, das jedoch von der Stadt Essen untersagt wurde. Zwischenzeitlich liegt für „Bounty Killer“ auch ein Einreiseverbot für die Bundesrepublik vor, das der Bundestagsabgeordnete Volker Beck erwirkt hat.

    Wir finden es unerträglich, dass sich die Dortmunder Live-Station als Veranstaltungsort noch immer nicht von diesem Vorhaben distanziert und den Konzerttermin abgesagt hat. Stattdessen laviert die Geschäftsführung des Lokals seit Tagen mit fadenscheinigen Argumenten und will den „Künstler“ durch Selbstverpflichtung dazu bringen, beim Konzert in Dortmund auf seine homophoben Lieder zu verzichten. Eine solche Erklärung ist im letzten Jahr schon bei einem Festival in Köln kläglich gescheitert. Zwar hat der Sänger bei seinem Konzert auf homophobe Songs verzichtet, aber in einer Pressekonferenz nach seinem Auftritt erklärt, dass sich ein Mann entscheiden müsse, „ob er ein Stück Dreck sein will oder ein stolzer Mann“.

    Wir bitten Sie nun um Ihre Unterstützung! Bitte sorgen Sie dafür, dass die Ordnungsbehörde der Stadt Dortmund einschreitet und im Rahmen der Möglichkeiten, die das Gaststättengesetz bietet, interveniert. Ein Sänger, der in seinen Konzerten zum Mord aufruft und in unsagbarer Weise Schwulenhatz betreibt, gefährdet die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Es entspricht nicht den Grundwerten unserer Demokratie, zum Hass und zu Gewalt gegen Minderheiten aufzurufen. Vielmehr stellen die von Sizzla in der Vergangenheit getätigten Aussagen klare Verstöße gegen geltendes Recht der Bundesrepublik Deutschland dar. Der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands hat deshalb gerade bei der Staatsanwaltschaft München II gegen Sizzla Anzeige wegen der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten (§ 111 StGB) und wegen Volksverhetzung (§ 130 StGB) erstattet.

    Wir sind der Auffassung, dass mit Hass und Gewalt in Dortmund kein Cent verdient werden darf. Unsere Stadt darf Hass-Sängern wie Sizzla keine Bühne bieten!

    Das KCR ist im Jahr 2005 am „Tag des Freiwilligen“ mit einem Preis der Stadt Dortmund geehrt worden. Mit dieser Auszeichnung wurde gerade auch unser Engagement für die Förderung von Toleranz und gegenseitigem Respekt gewürdigt.
    Bitte lassen Sie es nicht zu, dass diese Bemühungen um ein friedliches Miteinander, um ein tolerantes und weltoffenes Dortmund durch Hass-Konzerte in unserer Stadt zunichte gemacht werden.

    Wir hoffen auf Ihre Unterstützung!

    Mit freundlichen Grüßen
    KCR Dortmund e.V.

    Björn Issinghoff
    Vorsitzender
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