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  • 08. April 2008 7 1 Min.

San Francisco (queer.de) - Ein Berufungsgericht in San Francisco hat es einer Website für WG-Interessenten untersagt, die Bewerber nach ihrer sexuellen Ausrichtung zu fragen. Auf der Seite Roommates.com mussten Bewerber für ein WG-Zimmer angeben, ob sie hetero-, bi- oder homosexuell sind. Auf der Seite sind über 100.000 Menschen registriert, die ein WG-Zimmer suchen.

Die Richter entschieden mit acht gegen drei Stimmen, dass die Frage nach Homosexualität als Ausschlussgrund genauso diskriminierend ist wie die nach der Rasse oder zum Beispiel dem jüdischen Glauben. "Roommates.com fragt nicht nur danach, es macht diese diskriminierende Frage zum Pflichtfeld", so Richter Alex Kozinski in der Begründung. Roomate.com-Anwalt Timothy Alger kritisierte die Entscheidung scharf: "Die Art, wie Bürger ihre Mitbewohner suchen, geht den Staat nichts an", so Alger. (dk)

-w-

#1 SaschaAnonym
  • 08.04.2008, 15:08h
  • "Die Art, wie Bürger ihre Mitbewohner suchen, geht den Staat nichts an."

    "Den" Staat vielleicht nicht, aber einen demokratischen Rechtsstaat unbedingt, denn hier geht es um eine der grundlegenden Daseinsfunktionen des Gemeinwesens, eben Wohnen! Und da darf es auch im Internet keine Diskriminierung auf Grund der sexuellen Orientierung geben.
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#2 BenedictusAnonym
  • 08.04.2008, 16:04h
  • Als Pflichtfeld ist diese Frage sicherlich über das Ziel hinausgeschossen. Aber als optionale Frage finde ich diese Information durchaus legitim. Das Wohnen gehört zur Privatsphäre und da hat der Staat sich nicht einzumischen. Auch kann der Staat mir nicht vorschreiben, wie ich mir meine Mitbewohner auszusuchen habe.

    Wenn ich schwul bin, dann will ich nicht dazu gezwungen werden, mit einem Heterosexuellen zusammenzuwohnen, wenn ich das nicht will. Und als Heterosexueller sollte man auch nicht mit einem Schwulen zusammenleben müssen, wenn man das nicht will.

    Mal weitergesponnen: Wenn ich keine Differenzierung bei der Sexualität machen darf, dann darf ich auch keine Unterschiede zwischen Geschlecht machen. Das heißt, man würde mir sofort Diskriminierung vorwerfen, wenn ich als Schwuler nicht mit einer Frau oder als Lesbe nicht mit einem Mann zusammenleben möchte.

    Das mag zwar für den einen politisch inkorrekt sein, die eine oder andere Gruppe bei einer WG-Suche auszuschließen, aber zu Hause in den eigenen 4 Wänden muss man das auch nicht. Zu hause darf ich denken und leben wie ich will.

    Was anderes wäre es, wenn es daraum ginge, eine Wohnung zu vermieten, denn in diesem Falle hat der Vermieter mit dem Mieter nur noch zu Mietangelegenheiten etwas zu tun, aber nicht privat. Und das ist entscheidend.
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#3 wolfAnonym
  • 08.04.2008, 16:35h
  • wieder mal verkehrte welt !
    ist doch wohl logisch, dass man wissen will mit wem man in eine wg zieht, ob mit hund oder katze, männlein oder weiblein, schwul oder hetero, schon weil es ja passen muss !
    also klärt man die wesentlichen fragen im vorfeld, schon allein, weil es viel ärger im nachhinein erspart. dann muss ich mich solchen fragen also stellen.
    falls mir das zu intim ist, sollte ich ne andere website aufsuchen und nicht labern.
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