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  • 08. April 2008 61 2 Min.

Christival-Unterstützer werfen Kritikern Repressionen vor – Volker Beck kommt zum Festival-Auftakt nach Bremen.

Von Dennis Klein

Manchen Christival-Veranstaltern wird es wegen der Proteste gegen das in drei Wochen stattfindende evangelikale Jugendfestival bereits mulmig. So hatte Hermann Barth, Chef des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche, zunächst Christival-Kritikern wie dem Grünenpolitiker Volker Beck martialisch "Repressionsversuche" vorgeworfen, die zu "Störungen" der Veranstaltung führen sollten – was von einem Polizeisprecher als Übertreibung bezeichnet wurde. Inzwischen bedauerte Barth seinen Ausfall und billigte auch politischen Gegnern wie Beck das Recht auf Protest zu.

Keine Distanzierung von Homoheiler-Thesen

Anlass für den Streit: Der Grünenpolitiker hatte bereits im Januar ein bei Christival geplantes Seminar kritisiert, in dem die Bekehrung von Schwulen propagiert werden sollte. Dieses wurde nach wachsendem öffentlichen Druck – auch von Schirmherrin Ursula von der Leyen – inzwischen abgesagt. Christival hat sich allerdings nicht von den Thesen der Homo-Heilung distanziert – ganz im Gegenteil: So ist weiterhin der Auftritt eines "Wüstenstrom"-Vertreters geplant – die Organisation hat das einzige Ziel, Homosexuelle zur Heterosexualität zu "bekehren". Psychologen werfen den christlichen Homo-Heilern vor, gerade junge Schwule in den Selbstmord zu treiben. Auch der Festival-Vorsitzende hetzt gegen Schwule und Lesben: Roland Werner bezeichnete in Vorträgen und Büchern Homosexualität wiederholt als Symptom einer Persönlichkeitsstörung – betroffene Menschen müssten deshalb behandelt werden.

Bislang ist für den Eröffnungsabend am 30. April eine Demonstration des "antisexistischen Bündnisses NoChristival" geplant. Am Tag zuvor will Volker Beck zu einer von der Grünen Jugend organisierten Podiumsdiskussion nach Bremen kommen, an der auch Annegret Siebe von Pro Familia und der evangelikale Pastor Olaf Latzel teilnehmen.

Evangelische Missionierunngsbestrebungen: "Da klebt Blut dran"

Innerhalb der evangelischen Kirche hat inzwischen eine Debatte um evangelikale Tendenzen eingesetzt. So kritisierte der Pastor Bernd Klingbeil-Jahr von der Bremer Friedensgemeinde die blinde Unterstützung der Bremischen Evangelischen Kirche für das Festival. In der "taz" warnte er vor einer "schwarz-weißen, allzu schlichten Geisteshaltung, denn sie neigt zur Gewalt." Er wandte sich gegen aufkeimende Tendenzen, Nichtgläubige wieder aggressiv zu missionieren. Der Begriff "Mission" könne ohnehin in der heutigen Zeit nicht mehr verwendet werden, da er "im Kolonialismus einfach mit Gewalttaten verbunden ist, da klebt Blut dran". Und wer nach Auschwitz noch für die Judenmission eintrete wie in Bremen die Matthäus-Gemeinde, "der pervertiert den Glauben", so Klingbeil-Jahr.

Trotz der Kritik steht die Führung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hinter dem Festival, Kritik wird lediglich intern geäußert. Auch der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber wird am 2. Mai das Event besuchen. Nach Angaben der evangelischen Nachrichtenagentur idea haben sich inzwischen 14.000 Menschen für die Teilnahme angemeldet.

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-w-

#1 gerdAnonym
  • 08.04.2008, 17:26h
  • Interessant finde ich dass die EKD jetzt in einer Studie offiziell den Kreationismus ablehnt, der unter "Evangelikalen" gern propagiert wird.

    www.ekd.de/aktuell_presse/news_2008_04_01_2_ekd_text_94.html

    Das Christival wird von Roland Werner und Co inszeniert, um hierdurch kirchenpolitisch Einfluss nehmen zu können. Beliebt sind Roland Werner und Co bei den meisten Bischöfen innerhalb der EKD nicht - ganz im Gegenteil. Aber es wird seitens der EKD-Leitung versucht, die "kleine" aber "laut schreiende" Gruppe der sogenannten Evangelikalen "mit an Bord zu halten". Roland Werner, Pastor Motschmann aus Bremen, Pastor Cochlovius aus Walsrode und Co haben bis heute nicht vertragen, dass sie bei der Einführung der Homo-Ehe in Deutschland "den kürzeren" gezogen haben und ihnen sogar das Bundesverfassungsgericht die Leviten gelesen hat. Für Sie muss es der Horror sein, dass mittlerweile die Homo-Ehe in ganz Nord- West- und Südwesteuropa sich durchgesetzt hat und jetzt sogar Österreich und Irland dies parlamentarisch planen.

    Die Leitung des Christival ist nicht durch Zufall entstanden; wer da genauer hinschaut, weiss wie dort die Personen "miteinander" verwoben sind. Der EKD kann da nur geraten werden, "nach und nach" die Leitung des Christival in die Hände anderer Personen zu legen.
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#2 SebiAnonym
  • 08.04.2008, 18:39h
  • "Der Begriff "Mission" könne ohnehin in der heutigen Zeit nicht mehr verwendet werden, da er "im Kolonialismus einfach mit Gewalttaten verbunden ist, da klebt Blut dran". "

    Dann passt es doch für ein Hass-Festival, das auch Blut an den Händen hat...
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#3 SaschaAnonym
  • 08.04.2008, 22:42h
  • Es ist ein Skandal, dass eine derartige Propagandaveranstaltung, die zweifellos Diskriminierung und Gewalt gegen homosexuelle Menschen befördert und homofeindliche Gesinnungen durch eine perverse Verdrehung wissenschaftlicher Erkenntnisse und gesellschaftlicher Realitäten weiterhin salonfähig machen will, überhaupt geduldet wird - und das auch noch mit kräftiger finanzieller Unterstützung durch den Staat.

    Zahlreiche Verantwortliche und Teilnehmer sind immer wieder durch homophobe Ausfälle in Erscheinung getreten, die in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft keinen Platz haben und in aller Deutlichkeit geächtet werden müssen. Solche Menschen verachtenden Gesinnungen und Praktiken sind keine "Meinung", sondern Volksverhetzung der übelsten Sorte.

    Deshalb erschließt sich mir auch der Sinn einer "Podiumsdiskussion" nicht, da antidemokratischen, neofaschistischen Gesinnungen nicht noch eine Plattform geboten werden darf.
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