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- 09. April 2008 2 Min.
Wien (queer.de) - Nach internationalen Protesten hat der katholische Kardinal Christph Schönborn ein Bild des Künstlers Alfred Hrdlicka aus einer Ausstellung im kircheneigenen Dommuseum entfernen lassen, weil es Jesus und die Apostel in homoerotischem Zusammenhang zeige. Die Ausstellung "Religion, Fleisch und Macht – das Religiöse im Werk von Alfred Hrdlicka" findet anlässlich des 80. Geburtstags des Künstlers in Wien statt und war zuvor von der Kirche genehmigt worden.
Bereits am Gründonnerstag verbannte der Kardinal laut Nachrichtenagentur APA "nach massiven Beschwerden von Besuchern" die Radierung "Leonardos Abendmahl, restauriert von Pier Paolo Pasolini" aus der Ausstellung. Das Werk aus dem Jahre 1984 zeigt das biblische Abendmahl als Orgie, außerdem ist eine Kreuzigung zu sehen.
Hrdlicka hatte bei einer Pressekonferenz im März das Bild verteidigt: "Es gab ja keine Frauen. Schon Leonardo war der Meinung, dass die Apostelrunde von Homoerotik zusammengehalten wurde."
Dommuseums-Direktor Bernard Böhler kritisierte die "massiven Anfeindungen" gegen die Ausstellung. Sie gingen von fundamentalistischen Christen aus den USA aus. So bezeichnete die US-Gruppe "The American Society for the Defense of Tradition, Family and Property" das Werk als "unvorstellbare Gotteslästerung". Die amerikanische Kritik sei laut Böhler schließlich nach Deutschland hinübergeschwappt. Auch in Italien gab es Kritik in der vom konservativen Spitzenpolitiker Silvio Berlusconi kontrollierten Presse. In Österreich gebe es laut Böhler dagegen einen "langen Dialog zwischen Kunst und Kirche".
Der 80-jährige Bildhauer, Maler, Zeichner, Grafiker und Schriftsteller Hrdlicka lebt in Wien. Er gilt als einer der größten österreichischen Künstler der Gegenwart. (dk)
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z. B., Ein Berserker wird 80
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