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Kommentare zu:
Dieter Stolte: Homos = Werteverfall


#1 Com. LazardAnonym
  • 14.04.2008, 10:37h
  • Der arme Kleingeist.

    Nun, dererlei Ablehnung gründet sich ja meistens auf Unverständnis und vor allem Angst. Und die haben ältere Leute nuneinmal.

    Eine Rückentwicklung hin zu dem, was der Herr unter "normal" versteht, wird es mit Sicherheit nicht geben. Dafür ist seit den 50ern und auch schon seit der Ära Kohl zuviel Wasser den Rhein runter gelaufen.

    Das Bekenntnis zur Homosexualität mit Drogenkonsum und Steuerhinterziehung gleichzusetzen ist natürlich nicht nur ein unsinniger Vergleich von Äpfeln und Birnen, sondern auch noch reichlich unverschämt und inakzeptabel.

    Auf solche Leute wird aber immer weniger gehört. Und eben das, dass seine Zeit und seine Ideale nun langsam Vergangenheit sind, ist, denke ich, sein größtes Problem.
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#2 GerdWSAnonym
  • 14.04.2008, 10:44h
  • Er vertritt den Muff, der schon immer von diesem Fernsehsender aus dem katholisch-provinziellen Mainz ausging...
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#3 splattergayAnonym
  • 14.04.2008, 11:00h
  • @com.Lazard

    Das solche Leute wie Stolte immer weniger Gehör finden, sehe ich gerade umgekehrt. Vor 10 Jahren glaube ich, hätte der Vorsitzende eines öffentlich-rechtlichen Senders sich nicht getraut, so etwas von sich zu geben. Er hätte seine Meinung für sich behalten. Heute, in der Zeit von Eva Herrman und Päpstin Benedikta ist so etwas wieder möglich. Ich glaube, die 50-er sind näher als viele denken.
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#4 KrzyszekAnonym
  • 14.04.2008, 11:29h
  • Nun, Herr Stolte spricht von einem Normen- und Werteverfall; ich würde es lieber als Normen- und Wertewandel bezeichnen. Normen und Werte haben sich im Laufe der Geschichte immer wieder verändert. Das Bekenntnis zur Homosexualität und damit der Wandel von einem Tabu zum Normalen wird nicht zum Untergang des Abendlandes führen.
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#5 StefanAnonym
  • 14.04.2008, 11:31h
  • Sehr unglücklich formuliert, Herr Stolte.

    Homosexualität, Drogenkonsum, Steuerhinderziehung für Werteverfall verantwortlich zu machen, da sie Tabus brachen. Das können Sie nicht wirklich ernsthaft gemeint haben.

    Der Werteverfall ist nicht das Ergebnis von Tabubrüchen, sondern Folge der fortschreitenden Verzweckung des Lebens. Menschen sind nur so viel Wert wie ihre Produktivität, Pflegebedrüftige seien Ballast, Rentner schädiliche Kostenfaktoren, Gesundheit und Heilung nur noch für Menschen, die es sich leisten können.

    Menschen die lieben, wen auch immer, sind Beispiel für Göttlichkeit - der Liebe also und somit der höhste Wert, den wir zu verteidigen haben. DAS wäre die Verlässlichkeit des Normalen. Abseitig sind die Kritiker der Aufklärung, abwegig die Kapitalisierung des Menschen.

    Leben und leben lassen.

    Gruß aus Köln!
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#6 GayPowerAnonym
  • 14.04.2008, 11:42h
  • Wer hat dem denn ins Hirn geschissen??
    Bloß gut, dass er in Rente ist.. Ansonsten würde ich Ginseng empfehlen - das soll ja gut sein gegen Demenz.
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#7 gerdAnonym
  • 14.04.2008, 11:53h
  • Herr Stolte sollte sich schämen, wenn er das Thema Homosexualität in diesem Gesamtkontext erwähnt haben sollte. Dann ist es gut, dass er mittlerweile in Rente ist und "nichts" mehr zu entscheiden hat. Besonders fortschrittlich war das ZDF im Vergleich zur ARD sowieso nie: das ist mir während der gesamten 1980er und 1990er immer aufgefallen.

    Die Denkanstöße und Fortschritte kamen von der ARD und deren dritten Programmen.

    Daher lieber Herr Stolte, sollten ihre Äußerungen tatsächlich in diesem Gesamtkontext auch Homosexualität erfassen, so gilt ein einfaches: "Setzen, Sechs". Wir können froh sein, dass sie in diesem Fall in Rente sind.
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#8 FelixAnonym
  • 14.04.2008, 12:02h
  • Der Roll-back der Konservativen ist voll im Gange. Indem man die Wertediskussion führt, braucht man nicht danach zu fragen, wer die Macht und das Geld hat im Land - und daran erbittert fest hält. Homos sind doch dabei nur eine Randnotiz, auch wenn sie hier auf der queeren Seite in den Mittelpunkt gestellt werden.

    Als Vorsitzender des Museumsvereins des Deutschen Historischen Museums in Berlin kann Herr Stolte schön am nationalen Bild der Deutschen basteln:
    christliche Werte, Familie, Recht und Ordnung in einem deutschen Reich statt individuelle Freiheit, Meinungsfreiheit unter den Bedingungen einer globalisierten Kommunikationswelt. Da kommt ein alter Mann wie Herr Stolte und viele seiner Kameraden nicht mehr mit. Der gute ALTE ZDF-Zuschauer hat sich auch längst dafür entschieden, wieder in die 50er Jahre zu wollen.
    Tun wir ihnen doch den Gefallen: wir gründen wieder eine DDR, mit nur zwei sauberen Fernsehprogrammen, keiner Kriminalität, keinen Drogen, sauberer Musik. Da bewährte sich auch "das Normale". Stolte und Co. können dahin auswandern. Gerne rufen wir der "Welt" dann zu: "Wenn es euch hier nicht passt, Dann geht doch nach drüben!" ;-) Und Tschüss!
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#9 FelixAnonym
  • 14.04.2008, 12:13h
  • Leider schreibt ihr nicht die Überschrift, die der Artikel von Dieter Stolte trägt:
    "Die meisten sind normal, und das ist gut so"

    Es hat sich also wohl kaum jemand (Stolte) im weiteren Text zufällig zu Schwulen geäußert oder unglücklich verglichen. Ich denke, eine Entschuldigung dieses Herrn ist fällig.

    Normalerweise spare ich es mir, einen zweiten Kommentar zu schreiben, aber da musste ich echt noch loswerden. LG, Felix
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#10 Stefan van WesterhoutAnonym
  • 14.04.2008, 12:49h
  • "über den "Normen- und Werteverfall" beklagt, der u.a. durch Homosexuelle ausgelöst werden würde. Er verglich Schwule und Lesben zudem mit Junkies und Verbrechern"

    Ignoranten, die eigene Ideologie über Fakten stellen gibt es genug. Aber schlimm wird es immer, wenn solche Leute in der Politik, Wirtschaft, Kirche, etc. in einflussreichen Positionen sitzen. Und wenn man bedenkt, dass dieser Mann lange Zeit Intendant des ZDF war, wird schon klar, warum die Öffentlich-Rechtlichen ihrem Grundauftrag der Ausgewogenheit und Neutralität bisher nicht immer nachgekommen sind.
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#11 klaus & mirkoAnonym
  • 14.04.2008, 12:54h
  • die dummen sterben leider nicht aus! aber ist ja klar er kommt ja aus einen katholischen gebiet, da kann man auch nichts anderes erwarten, als wie den mief vergangener zeiten! nach seinen reden würde er mit sicherheit gern sehen, dass sich noch die sitte um lesben und schwule "kümmern" würde! in den fünfziger jahren wurden ja homos & lesben noch strafrechtlich verfolgt! doch zum glück hat sich das geändert und die reihen der ewigen nachtjacken hat sich gelichtet, traurig nur das es einige besonders dumme nachtjacken geschaft haben sich in die heutige zeit hinüber zu retten, obwohl ihr hirn vom mottenfrass stark geschädigt wurde!
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#12 fotoralfAnonym
  • 14.04.2008, 14:37h
  • Was will man von einem Ex-Intendanten des Adenauer-Fernsehens auch anderes erwarten?
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#13 ReinerAnonym
  • 14.04.2008, 15:34h
  • @11 Klaus und Mirko
    Wie bitte katholisches Gebiet?
    Wie erklärt sich dann, daß Köln, ohne Zweifel die erzkatholischste Stadt Deutschlands mit dem stockkonservativsten aller Bischöfe auch als größte Schwulenmetropole gilt?
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#14 KonstantinEhemaliges Profil
  • 14.04.2008, 15:45h
  • Zitat: "daß Köln [...] auch als größte Schwulenmetropole gilt?"

    DIE Zeiten dürften inzwischen (vom CSD mal abgesehen) wohl auch vorbei sein!
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#15 TufirAnonym
  • 14.04.2008, 16:36h
  • Ganz so verkürzt wie in diesem Artikel hat er es ja nicht dargestellt. Immerhin spricht er auch von einem "Akt geistiger Befreiung." Und dass man sich von Zeit zu Zeit auch mal auf Werte rückbesinnen sollte, erscheint einem sicherlich auch plausibel, wenn man im Fernsehen oder in einer (zum Beispiel der von Stolpe herausgegebenen) Zeitungen das nicht viel mehr zu sehen kriegt, als die neusten "Skandale" von Mrs. Spears und Miss Hilton.
    Ob das gleichbedeutend mit einer Abschaffung der Homosexualität ist oder die Legitimierung von Haschischkonsum in Frage stellt, spricht Stolpe ja nicht näher an.
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#16 KonstantinEhemaliges Profil
  • 14.04.2008, 16:43h
  • Zitat Artikel Stoll: "Was ist normal?"

    Sie, lieber Herr Stolte, jedenfalls nicht. Denn wer so neofaschistiode Äußerungen auch noch öffentlich kund tut, sollte sich schämen und mal darüber nachdenken, aus welcher Generation er entsprungen ist. Zur Zeit des Nationalsozialismus müssten Ihre Eltern im zeugungsfähigen Alter gewesen sein, oder täusche ich mich da?
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#17 BjörnAnonym
  • 14.04.2008, 16:54h
  • Ein schöner Beitrag zur nicht nur des "Jubiläums" wegen gegenwärtig wieder heftig wabernden Diskussion um "1968". Herrschaften wie Herr Stolte erinnern uns daran, was die gesamte Gesellschaft dem damals angestoßenen gesellschaftlichen Umbruch zu verdanken hat: Allen voran, daß der unerträgliche Muff der Adenauer-Ära, als Herrschaften wie Herr Stolte noch tonangebend waren, endlich verscheucht wurde. Und daß ein alter Mann damit noch immer hadert... ja, mei.
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#18 manni2Anonym
  • 14.04.2008, 17:05h
  • Alte Leute sind wie kleine KInder, sie wissen nicht was sie sagen!! Dieser Typ ist eine Lachnummer...
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#19 HerbertAnonym
  • 14.04.2008, 17:09h
  • naja.... Herrn Stoltes früherer Arbeitsgeber ist ja sowieso nicht unbedingt ein Hort des Fortschritts... wenn die könnten würden da nur Rühmann / Riefenstahl-Filme laufen.

    ... genaugenommen machen die das sogar, allerdings in modernisierter Fassung.

    Herr Stolte übersieht, wie die meisten seiner Alters- und Gesinnungsgenossen gerne, dass es gerade dem Mainstream gegenläufige gesellschaftliche Veränderungen waren die die Welt zu dem gemacht haben was sie heute ist.

    "Die Schwulen" auf jeden Fall haben nicht Polen überfallen, "Punks" haben nicht Millionen Juden ermordet, "Haschischkonsumenten" haben nicht SS-Schergen, trotz erwiesener Schuld, von allem freigesprochen und die meisten der fetten Steuerhinterzieher gehören in die Gesinnungs- und Altersgruppe des Herrn Stolte.

    Es ist beinahe ein Schlag ins Gesicht der heutigen Generationen, wenn ausgerechnet die Abzocker seiner Generation der heutigen Generation einen Werteverfall unterstellen.
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#20 Verfallener WertAnonym
  • 14.04.2008, 17:16h
  • Zum Glück - sehr geehrter Herr Stolte - sind Sie schon so alt, dass man Ihre Entgleisung glatt als Altersschwachsinn bezeichnen kann. Sie haben mein Mitleid.
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#21 LukeAnonym
  • 14.04.2008, 17:32h
  • Mal ehrlich: So wie Homosexualität im öffentlich-rechtlichen Fernsehen dargestellt wird (Verbotene Liebe, Marienhof, oder wie der ganze Siff heißt) da stimmt das mit dem Werteverfall.

    Das Problem, lieber Herr Stolte, ist, dass diese Darstellung von Homosexualität reine Fiktion ist und nichts mit der Realität zu tun hat. In den oben genannten Serien und auch einigen Filmen werden Homos meist als debile, psychisch Kranke, Kriminelle oder Junkies dargestellt. Schön alles zusammen werfen, mal gut durch schütteln und die ganze Soße dann mit einem guten Schuss Doppelmoral und Scheinheiligkeit mit Gebühren finanzierten Filmchen und Serien dem Publikum zum Fraß vorwerfen. Klar, dass da selbst der Verantwortliche denkt, das ist Realität. Das Schlimme ist, dass wir solche Idioten jahrelang finanziert haben und ihnen jetzt auch noch eine fette Rente zukommen lassen.
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#22 MichelAnonym
  • 14.04.2008, 17:59h
  • was er sagt stimmt ja, aus der Not herausgeboren sich selbst zu sein, ist es nun mal notwendig die Norm zu durchbrechen. Was ja auch gut ist. Nur weils ihm nicht passt (wieso eigentlich?) heisst es nicht das es schlecht sein muss. Wegen solchen Typen müssen ja die Normen gebrochen werden. Wäre ja furchtbar langweilig wenn die Welt nur aus christlichen, einheitsbreiigen, Anzugträger bestünde (würg). Wie heissts? Vielfalt statt Einfalt, oder so.
    Bussi
    Michel
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#23 wolfAnonym
  • 14.04.2008, 18:31h
  • das kann herr stolte doch haben, er braucht doch nur mit gutem beispiel vorrangehen !
    verzicht auf seine pension, mit kleiner grundverorgungsrente in einem idyllischen schrebergarten ( mit dauergrillenden nachbarn und vereinsordnung!) und "alles wird gut!"

    man muss sich wirklich fragen, wo dieser mann gelebt hat, auf dem mond ?
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#24 ALEXANDRAAnonym
  • 14.04.2008, 18:41h
  • ...50er jahre...

    nach dem krieg ist vor dem krieg.
    die wollen mehr sparta als athen.

    mehr wehrtüchtigkeit, mehr kontrolle (vieoüberwachung), gelbe gewerkschaften

    de.wikipedia.org/wiki/Gelbe_Gewerkschaft

    immer mehr uniformen in tv und kino.
    grundströmung: steigender nationalismus.
    hintergrundrauschen: verstärkt christlich-jüdisches abendland.
    fernziel: asien
    die sehnsucht: märkte, bodenschätze

    machen die russen auch: orthodox
    die amerikaner: evangelikal, taugt für transatlantik.
    der chinesische nationalismus wird gerade gestärkt.
    shaolin und atomraketen schließen sich nicht aus.

    de.youtube.com/watch?v=_NB448iZxvM
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#25 HannibalEhemaliges Profil
  • 14.04.2008, 18:46h
  • Die Äußerungen des Herrn S. erinnern mich doch irgendwie sehr stark an das reaktionäre Gebrabbel der Eva B. ... sorry Hermann!
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#26 antosAnonym
  • 14.04.2008, 18:55h
  • @ Herbert

    Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen. - Höchstens meine Verwunderung darüber, dass es hier tatsächlich Leute gibt, die auf eine solche abgeschmackte 'Werte-Debatte' auch noch eingehen.
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#27 antosAnonym
  • 14.04.2008, 19:07h
  • @ ALEXANDRA

    Schade, dass Du nicht mehr lebst und dem Herrn Stolte daher auch nicht erzählen kannst, wo der Zigeunerjunge, dessen Fernbleiben Du so wundervoll deutsch-melancholisch beklagst, denn eigentlich abgeblieben ist. Es blieb alles leer, so Du, und Du weintest so sehr und von der lustigen Feuerstelle war am Ende nur noch Asche übrig. Na, wengistens gibts hier keine Rastas, die behaupten, er wäre vom bösen Chichiman gefickt worden.

    de.youtube.com/watch?v=_stezlt6YKw
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#28 hwAnonym
  • 14.04.2008, 19:15h
  • @ antos

    nun, ganz sicher bin ich mir nicht, aber es könnte daran liegen, dass die börsennotierungen für
    simulationen der schön-wetter-demokratie kriseln.
    mit verwunderung mußte ich feststellen, daß "die
    welt" für ihre leser zum volltext des manifstes
    verlinkt. (am ende des artikels).

    www.welt.de/politik/article1897491/Linke_nimmt_Kommunisten-M
    anifest_ins_Programm.html


    "...wonach die Bourgeoisie und das Kapital „die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohl erworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt“ haben..."

    haben wir verbriefte und wohlerwobene freiheiten ?
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#29 KonstantinEhemaliges Profil
  • 14.04.2008, 19:15h
  • Auch ein schönes Interview mit Herrn Stolte.
    "Bei UNS sieht man keine Sauereien" *LOOOOL*

    www.zeit.de/2000/38/Bei_uns_sieht_man_keine_Sauereien?page=1

    Ich glaube fast, genau aus DEM Grund ist der alte Mann sexuell unausgegleichen und lässt seinen aufgestauten Frust an uns Homos aus!

    Lieber Dieter: Wenn du Tipps für ein paar so richtig säuische Filme brauchst (die man in DEINEM ZDF ja leider nicht zu sehen bekommt), wende dich gerne an mich! Wirst sehen: danach wirst du VIEL entspannter sein. Versprochen!
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#30 SchorschAnonym
  • 14.04.2008, 19:19h
  • WELT Dir Deine Meinung!

    Ach du je...da hat wohl der Beißreflex die Oberhand gewonnen in den intellektuellen Kreisen der Redaktion! (War es das Feuilleton oder das Ressort Gesellschaftspolitik?) Wer des Deutschen mächtig ist und sich auch nur den zitierten Ausschnitt ein einziges Mal durchliest, kommt nicht umhin festzustellen, dass hier keineswegs "Schwule mit Junkies verglichen werden".

    (Wer den ganzen Artikel liest, wird übrigens feststellen, dass er im Wesentlichen Platitüden und Binsenweisheiten zu einem bunten Strauß vereint. Das fröhliche ZDF-Wunschkonzert der Volkstümlichen Soziologie, gewissermaßen. Oder: Wagners BILD-Kolumne für Pseudo-Intellektuelle. WELT Dir Deine Meinung.

    Dass in weiten Teilen von Literatur, Kunst und Musik heute Inhalt durch Provokation ersetzt wird, ist unbestreitbar - und kommt eben daher, dass viele (wie offenbar auch die queer-Redaktion) nur noch zum reflexartigen Reagieren auf schnelle Reize fähig sind, nicht zum geduldigen, mühsamen Rezipieren von Inhalten und Zusammenhängen. Ebenso unbestreitbar ist, dass eine Einstellung, die Steuerbetrüger (also Kriminelle) zu Robin Hoods hochstilisiert, die Grundlagen der sozialen Gesellschaft sabotiert. Da jubeln Menschen über die Euros, die sie mal wieder durch Schwarzarbeiter-Handwerker daheim gespart haben, und beklagen sich gleichzeitig über steigende Kindergartenbeiträge.

    Allerdings scheint mir, dass sich bei Herrn Stolte im perspektivischen Rückblick ein ziemlich großer Zeitraum von den 70ern (Provokation als Selbstzweck) bis zum ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts (Egozentrismus als Vorbild) zu einem Punkt verdichtet. Insofern aber ein sehr interessanter Beitrag.

    Ich empfehle in diesem Zusammenhang sehr einen Blick in die immer noch aktuelle Aufsatzsammlung "Mittelmaß und Wahn" von Hans Magnus Enzensberger, aus der Stolte hier - wenn ich das richtig sehe - auch zitiert. Texte wie "Die Freuden der Inkonsequenz" sind zeitlos gültig und übrigens auch formal-sprachlich makellos.
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#31 antosAnonym
  • 14.04.2008, 19:24h
  • de.youtube.com/watch?v=FxFr9O9Y8ic&feature=related

    Apropos Zigeunerjunge - wer kann helfen? Irgendwann Anfang der 90er habe ich einer Comedypreis-Verleihung beigewohnt [Pantheon], bei der eine Gruppe so wundervoll dieses Lied aufgeführt hat, dass ich - schier betäubt vor Begeisterung - gleich ihren Namen vergessen habe. Sie haben dieses schöne Lied wirklich kongenial aufgeführt/verkörpert: Ein unschuldiges Tirili zu Beginn [lieber Junge, lustiges Feuer etc.], dass irgendwann in böse Vorahnung umschlägt, die - zum Ende hin - in Chaos explodiert - komplettes Ensetzen darüber, dass jetzt alles leer ist.

    Ein Tipp würde mich freuen!
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#32 KonstantinEhemaliges Profil
  • 14.04.2008, 19:31h
  • @ Schorschi-Pupsi: Liest du mal bitte hier.

    Zitat:
    "Das Bekenntnis zur Homosexualität [...], der Gebrauch von Rauschmitteln [...] oder die Umgehung der Steuerpflicht [...] sind Ausdruck einer Entwicklung, die sich im Interesse von Individualität und Selbstbestimmung aus gesellschaftlichen Normen und Bindungen lösen will. [...] Sie war ein Akt geistiger Befreiung. Aber zugleich ging mit ihr ein Normen- und Werteverfall einher, der die Gesellschaft ins Abseits führte."

    Und nun wirst du doch sicher nicht mehr bestreiten wollen, dass Herr Stolte Homosexuelle mit Drogenkonsumenten und Steuerhinterziehen auf eine Stufe stellt und diese mit dem Verfall der Werte assoziiert, oder?

    Also erzähl mir nicht, ich würde nicht korrekt rezipieren! Klaro?
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#33 hurra deutschlandAnonym
#34 ALEXANDRAAnonym
#35 antosAnonym
  • 14.04.2008, 20:01h
  • @ Schorsch

    "Dass in weiten Teilen von Literatur, Kunst und Musik heute Inhalt durch Provokation ersetzt wird, ist unbestreitbar".

    Offensichtlich interessierst Du dich nicht sonderlich für ambitionierte Kunst - nur so kann ich mir dieses Urteil erklären. Allein schon die Kategorien 'Inhalt' und 'Provokation' zeigen, dass an dir einige Züge wohl vorbei gefahren sind.

    Macht ja auch nix, diese Urteile gibt es immer für jede Kunst.
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#36 rangerAnonym
  • 14.04.2008, 20:30h
  • "Das war nach dem Zweiten Weltkrieg so, als Trümmerfrauen, Flüchtlinge, Kriegsteilnehmer, Schrebergärtner und Häuslebauer darangingen, Deutschland wieder aufzubauen."

    Nazis, SS-Leute, Kriegsverbrecher? Nein, das hat's in 50ern nicht mehr gegeben - die waren nach dem 8.5.45 alle weg und mehr als eine Handvoll waren es sowieso nie.
    Alles ganz normal.

    Bei Herrn Stolte hat die Verdrängung wahrlich gut funktioniert.
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#37 LukeAnonym
  • 14.04.2008, 20:31h
  • @ Schorsch

    "Dass in weiten Teilen von Literatur, Kunst und Musik heute Inhalt durch Provokation ersetzt wird, ist unbestreitbar - und kommt eben daher, dass viele (wie offenbar auch die queer-Redaktion) nur noch zum reflexartigen Reagieren auf schnelle Reize fähig sind, nicht zum geduldigen, mühsamen Rezipieren von Inhalten und Zusammenhängen."

    Literatur, Kunst und Musik haben immer provoziert, auch wenn dabei hin und wieder der Inhalt auf der Strecke blieb. Das war zu Goethes Zeit so, das war bei den alten Griechen so und man denke mal an das gute alte Pompeji. Kunst ohne Provokation ist demnach undenkbar. Tabubrüche sind klar beabsichtigt. In allen Kunstperioden gab es Revolutionäre, die sich durch Provokation und Tabubrüchen von Zeitgenossen bewusst oder unbewusst abheben wollten. Gleichschaltung von Literatur, Kunst, Musik und Politik findet man in der Regel nur in diktatorischen Strukturen, das zum einen.

    Zum anderen: Homosexualität überhaupt mit einem Begriff wie Werteverfall zu benutzen, was Herr Stolte wohl unbestritten getan hat, führt zu irritierenden und sogar irreführenden Interpretationen. Er, als Medien-Mann, hätte wissen müssen, dass bei der Übernahme seiner Ausführungen durch andere Medien, der eigentliche Tenor, der vielleicht ursprünglich ein vollkommen anderes Ziel verfolgte, anders gewichtet wird.
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#38 SebiAnonym
  • 14.04.2008, 21:11h
  • Hab den Welt-Artikel gelesen.

    So eine Unverschämtheit aber auch. Da handeln die Menschen "im Interesse von Individualität und Selbstbestimmung" statt im Interesse von Unterwerfung und Fremdbestimmung! Und wo landet die Gesellschaft damit: Im Abseits! Wo auch immer das ist, findet Herr Stolte in einem diffusen "Koordinatensystem", das sich verändert, weil alles, was "In" ist, sich querlegt.

    Das Abstrakte und Weltfremde will in dem Artikel einfach kein Ende mehr nehmen: "Auf Dauer" sei nämlich "kein Leben von den Rändern her möglich". Dabei wusste ich bislang noch nicht mal, dass man in Kürze auf..pardon...von den Rändern des Koordinatensystems leben kann, während derweil die Gesellschaft im allgemeinen noch weiter draußen, nämlich im Abseits verweilen muss.

    "So geistig anregend Außenseiter auch sein mögen, sie sind selten geeignet, sicheren Blicks in die Zukunft zu schauen und zu führen." Na klar doch, was wir wohl brauchen, ist mehr so ein geistig durchschnittlicher, eher mittelmäßiger ... äh..na ja...Führer ;-)
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#39 ALEXANDRAAnonym
#40 SchnapszahlAnonym
  • 14.04.2008, 21:21h
  • Wie war das noch? Beim ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe! Klar, muss man auch, denn das Zielpublikum des Herrn Stolte würde wegen diverser Altersschwächen aus der zweiten Reihe heraus auch nichts mehr vom weltverzerrten Keuschheitsprogramm mitbekommen. Und die aus der ersten Reihe sitzen mit verklärtem Lächeln im faltigen Gesicht vor der Bildröhre und träumen beim einschläfernden Gute-Nacht-Programm von der guten alten Zeit, als die Herren noch Ganzkörper-Badeanzüge trugen und sich nach dem scheuen Kuss des angebeteten Wesens im dunklen Eckchen eines biederen Zimmerchens sehnten und man den nackten Körper des geliebten Geschöpfes höchstens unter der Decke des stockfinsteren Schlafgemachs ertasten konnte, weil die Scham jegliche Lichtquelle auf das entblößte Gegenüber verbot.... Ach, lasst sie vergessen, die träumenden Alten, dass sich die Welt in den letzten Hundert Jahren weitergedreht und verändert hat. Wem würde es auch helfen, sie mit "nackten" Tatsachen zu konfrontieren, würde ihnen doch höchstens die Schamesröte ins Gesicht steigen oder sie ob der allzu freizügigen erotischen Schönheiten, sabbernd einen Herzkasper erleiden. Zumal sie außer den Augenlidern am Morgen vermutlich sowieso nichts mehr hochkriegen. Vergebliche Liebesmüh, die man sich sparen kann, das althergebracht liegt ja sowieso bereits auf Lager.
    Das Kurzzeitgedächtnis ist dank Alterssenilität ebenfalls dahin und den Unterschied zwischen CSD und CIA würden sie sowieso nicht mehr erfassen können. Also kann man auch alles zusammen in einen Topf schmeißen, mit ein wenig NPD und LSD würzen und ihnen als Eintopf servieren. Sie haben Zeit und warten geduldig und weltvergessen darauf, dass endlich das Sonntagskonzert ausgestrahlt wird oder der "neueste" Film mit Heinz Rühmann, Heinz Erhard oder Theo Lingen über den Bildschirm flimmert. Wer kann da Stolte verübeln, dass er seinem Wunschpublikum zu Füßen liegt und genauso weltfern ist? Man muss schon anerkennen, dass in seinem "Heute Journal" die modernen Kriegsschauplätze im nahen Osten nicht versehentlich mit dem Kampf von Hitlers Truppen um Berlin kommentiert werden. Die Alten würden sich zwar wundern, wie sehr sich die Hauptstadt durch den Einmarsch der Russen doch verändert hat, aber realisieren würden sie den Fehler kaum. Einzig seine jüngeren Mitarbeiter könnten dadurch bemerken, dass es Zeit für ihn wäre, langsam den Stuhl zu räumen. Aber er ist ja auch nicht mehr der Jüngste und träumt sich sicher heimlich ebenso wie sein Publikum zurück in die gute alte Zeit des noch jungfräulich keuschen 20. Jahrhunderts...

    @hurra deutschland (#33): Wunderbar ausgedrückt :-]
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#41 SchorschAnonym
  • 14.04.2008, 21:25h
  • @ antos #35:
    Der Begriff "ambitionierte Kunst" beschreibt genau diesen verquasten, unerträglichen Bereich jener Kunstproduzenten, die glauben, eine Botschaft transportieren zu müssen. Nämlich eine andere Botschaft als ihr Werk selbst, im ärgsten Fall sogar eine konkrete politische. Solche Hervorbringungen sind nur ärgerlich. Ich spare mir langes, sinnloses Argumentieren zu der Frage, wo die Kunst aufhört und das Missionarstum anfängt, mit 2 Zitaten, denen sich nichts hinzufügen lässt:
    "Gut gemeint ist das Gegenteil von Kunst" - Gottfried Benn
    "Wenn ich eine Botschaft transportieren will, gehe ich zur Western Union" - Roman Polanski zugeschrieben.
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#42 SchorschAnonym
  • 14.04.2008, 21:37h
  • @ Luke #37:
    Nein, sie haben nicht immer provoziert als Selbstzweck. Wirklich gute, große Kunst IST einfach. Wenn dabei wirklich "hin und wieder der Inhalt auf der Strecke blieb", dann blieb dabei leider auch der Status eines Kunstwerks auf der Strecke. Wenn ein Kunstwerk dadurch, dass es einfach das ist, was es werden musste, provoziert, dann ist das ein vom Künstler nicht beabsichtigter und schon gar nicht einkalkulierter Nebeneffekt. Alles andere ist Agitprop (falls hier noch jemand weiß, was das mal hieß - glücklicherweiser ein aussterbender Begriff).

    Wer sich "von Zeitgenossen bewusst oder unbewusst abheben will", ist kein Künstler, sondern Profilneurotiker und ist in der Regel mit dem Kauf eines vergoldeten Handys oder eines Hummer besser bedient als mit der Produktion von Kunsthandwerk.

    Und: Homosexualität IST dann ein Teil von Werteverfall, wenn sie als Ersatz für Inhalte plakativ vor sich hingetragen wird. Dagegen sollten gerade wir uns am allermeisten und schnellsten wehren. Natürlich kann diese Nennung in Verbindung falsch interpretiert werden. Aber kein Autor ist verantwortlich für die Dummheit seiner Leser.
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#43 antosAnonym
  • 15.04.2008, 07:34h
  • @Schorsch

    Genau das meinte ich nicht. - Du hast allerdings Recht, das Wort 'ambitioniert' hätte ich mir hier sparen sollen.
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#44 Der BastiAnonym
  • 15.04.2008, 12:38h
  • "Wer in der Gesellschaft, in Literatur, Kunst und Musik etwas gelten und anstoßen wollte, musste den Mut zum Anstößigen, zum Tabubruch oder gar zur Revolution haben."

    Ist das nicht die Definition von Kunst, statt "anstoessig" sollte man vielleicht "aussergewoehnlich" einsetzen.

    "Steuerpflicht " - Dazu sage ich nur, die meisten Schwulen zahlen genauso gerne Steuern wie andere Buerger - Ich sag nur Zumwinckel. Nur moechten wir eben ein gerechteres System, z.B. was die Gleichstellung von Partnerschaften angeht.

    "Auf Dauer ist … kein Leben von den Rändern her möglich". "Das Normale bewährt sich im Alltäglichen: Das war nach dem Zweiten Weltkrieg so, als Trümmerfrauen, Flüchtlinge, Kriegsteilnehmer, Schrebergärtner und Häuslebauer darangingen, Deutschland wieder aufzubauen."

    Ich sags mal so: Im 3. Reich wurden die Raender (Schwule, Kommunisten, Demokraten, Kuenstler, Schriftsteller, Intellektuellem anders Religioese) ja relativ effektiv abgehackt. Die Normalbuerger, Fluechtlinge, Schrebergaertner haben Deutschland durch die Teilnahme am 2. Weltkrieg in Schutt und Asche gelegt - waehrend die Truemmerfrauen ein paar Jahre vorher noch tapfer Menschenmaterial fuer den Fuehrer ausgetragen haben. Ich habe Mitleid und Verstaendnis mit den Menschen die damals so leben mussten und der Nationalsozialismus war fuer viele Menschen eine schwierige Zeit, aber man darf nicht vergessen, dass die Normalos, die in den schwierigen Umstaenden des Nachkriegsdeutschlands leben mussten zuvor auch eine betraechtliche kollektive Mitschuld auf sich geladen hatten
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#45 LukeAnonym
  • 15.04.2008, 12:58h
  • @ Schorsch

    Entschuldige, wenn ich dir da widerspreche. Aber Kunst kann man nicht in so einfache Grenzen setzen, wie du uns hier erklären willst: Einfach=gut, aus dem Rahmen=Profilneurose! Jede Zeit hat ihre Kunst und auch ihre Auffassung dazu. Barocke Kunst war in allen Bereichen alles andere als einfach und ist trotzdem nicht durch die Bank weg von Profilneurotikern erschaffen worden. Und es gibt wahrlich einfache Kunst, wo ich mich frage, ob der Künstler noch bei Sinnen war, als er dieses Werk erschaffen hat. Kunst ist immer eingebettet in ihre Entstehungszeit, den politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten. Sie entsteht nicht im luftleeren Raum. Die antiken Griechen liebten es, nackte Körper darzustellen, eine Kunstform, die z. B. in der Kunst des Mittelalters nahezu unmöglich war, wenn sie nicht klerikalen Gegebenheiten (ein fast nackter Jesus z. B.am Kreuz) unterworfen war. Nacktheit in der Kunst wäre in dieser Zeit eine Provokation und sogar Blasphemie gewesen, nur mal so am Rande. Heute gehört Nackheit schon wieder zu gängigen Stilmitteln.

    Und noch ein Mal: Homosexualität, selbst wenn die Darstellung zum Selbstzweck dient, hat sie nichts mit Werteverfall zu tun, es sei denn man setzt gesellschaftliche Werte mit christlichen Werten gleich. Die Grenzen sind manchmal fließend, dennoch leben wir im 21. Jahrhundert und sollten die 50er Jahre, in denen Frauen noch ihre Ehemänner um Erlaubnis bitten mussten, wenn sie eine Ausbildung machen wollten, hinter uns liegen lassen. Homosexualität ist auch längst nicht mehr strafbar und ist aus dem Katalog der Geisteskrankheiten gestrichen. Worin besteht dann also der Werteverfall? Schon bei der bloßen Darstellung von Homosexualität? Dann müsste man konsequenter weise jede Darstellung von Sexualität als Werteverfall bezeichnen!!!
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#46 FloAnonym
  • 15.04.2008, 16:02h
  • Es wird immer einzelne Leute geben, die Schwule mit Junkies und Verbrechern gleichstellen, genauso, wie es immer Leute geben wird, die das Gleiche über Farbige, Juden, etc. behaupten. Das sagt mehr über einzelne Wirrköpfe aus, als über die betroffenen Gruppen.

    Was mich viel nachdenklicher stimmt:
    werden solche Aussagen über Farbige, Juden, etc. getroffen, so geht ein Schrei der Entrüstung durch Politik, Kultur und Gesellschaft und solche Leute stehen in der rechten Ecke, wo sie auch hingehören. Zu Recht!!

    Aber werden die gleichen Aussagen über Schwule und Lesben gemacht, bleibt ein Aufschrei aus. Das sagt sehr viel über die Situation von Schwulen und Lesben in diesem Land aus... Und das macht mich viel nachdenklicher als irgendwelches wirres Gefasel von alten Männern, die auch noch mal in den Schlagzeilen sein wollen.
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#47 SchorschAnonym
  • 15.04.2008, 18:07h
  • @ Luke:

    Kein Grund zur Entschuldigung! Ich bitte sogar um Widerspruch - sonst wäre es ja auch ziemlich fad hier.

    Ich fürchte, Du hast in einem Punkt nicht richtig gelesen, bzw. verstanden, was ich meinte. Ich habe nicht gesagt: "wirkliche Kunst ist einfach", sondern "wirkliche Kunst IST einfach". Soll heißen, das Kunstwerk existiert einfach. Es ist so geworden, wie es werden musste, wie es der Künstler schaffen musste. Ohne Sinn, Zweck, Aussage, Moral, Botschaft, Provokation, Plan oder Ziel. Einfach eine Entäußerung des künstlerischen Genies. Alles andere ist Kunsthandwerk.

    Dein Satz "Und es gibt wahrlich einfache Kunst, wo ich mich frage, ob der Künstler noch bei Sinnen war, als er dieses Werk erschaffen hat." lässt mich befürchten, dass es bei Dir mit der Offenheit für die Kunst der letzten paar Jahrzehnte (Richard Serra? Jeff Koons? Matthew Barney?) nicht so weit her sein könnte. (Obwohl die letzten zwei ja nicht wirklich einfach sind.) Aber die Frage, ob der Künstler "bei Sinnen war", als er das Werk erschaffen hat, hat ja nun rein gar nichts mit der künstlerischen Qualität des Werks zu tun. Eher im Gegenteil: Je mehr er bei Sinnen war, je berechnender und planvoller er vorgegangen ist, um so weiter dürfte es sich von einem Kunstwerk entfernen.

    Der Rest Deines ersten Absatzes geht im Wesentlichen an der Sache vorbei, dazu nur kurz: Dein Beispiel mit der Nacktheit in Antike und Mittelalter widerspricht ja nicht dem, was ich sagte. Im Gegenteil: Wenn jemand im Mittelalter Nacktheit benutzt hätte um zu provozieren, dann wäre eben das nicht Kunst gewesen, sondern - je nachdem - Kunsthandwerk, Pornographie, Geldmacherei oder Profilierung.

    Und:
    Werteverfall beginnt dann, wenn das Bekenntnis zum Tabubruch (Homosexualität, Drogenkonsum) allein schon als bewundernswerter Mut beklatscht wird und ausreicht, um einem Künstler Erfolg und Aufmerksamkeit zu sichern. ("Okay, er kann weder singen noch tanzen, aber, hey, er ist so mutig offen schwul!") Zwangsläufig kommt so eine Entwicklung irgendwann an ihr Ende - allein schon, weil es langweilig wird. Wenn jemand sich auf eine Bühne stellt mit der Ansage "Ich bin schwul!", dann sollte die richtige Reaktion, die auch wir uns wünschen sollten, eigentlich sein: "Ja und?"
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#48 LukeAnonym
  • 15.04.2008, 21:07h
  • @ Schorsch
    "Dein Satz "Und es gibt wahrlich einfache Kunst, wo ich mich frage, ob der Künstler noch bei Sinnen war, als er dieses Werk erschaffen hat." lässt mich befürchten, dass es bei Dir mit der Offenheit für die Kunst der letzten paar Jahrzehnte (Richard Serra? Jeff Koons? Matthew Barney?) nicht so weit her sein könnte. (Obwohl die letzten zwei ja nicht wirklich einfach sind.) Aber die Frage, ob der Künstler "bei Sinnen war", als er das Werk erschaffen hat, hat ja nun rein gar nichts mit der künstlerischen Qualität des Werks zu tun. Eher im Gegenteil: Je mehr er bei Sinnen war, je berechnender und planvoller er vorgegangen ist, um so weiter dürfte es sich von einem Kunstwerk entfernen."

    Achtung, Unterstellung! Hierbei geht es um Geschmack und über den kann man bekanntlich nicht streiten. Ich habe ja nicht gesagt, welchen Künstler bzw. welche Kunst ich meinte und das ist auch meine Privatsache. Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber Kunst, deren Sinn und die Schönheit (oder das Gegenteil) liegt wohl im Auge des Betrachters.

    "Wenn jemand im Mittelalter Nacktheit benutzt hätte um zu provozieren, dann wäre eben das nicht Kunst gewesen, sondern - je nachdem - Kunsthandwerk, Pornographie, Geldmacherei oder Profilierung."

    Auch hier bist du nicht ganz im Bilde. Wenn jemand, ob im Mittelalter, in der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert, sich gegen geltende Konventionen in seiner Kunst frei auszudrücken versuchte, hatte das nichts mit Profilierung oder Geldmacherei zu tun. Ein Künstler, der gegen geltendes Recht verstoßen hatte, musste mit zum Teil drakonischen Strafen rechnen, bis hin zur Todesstrafe. Schon der Besitz war strafbar. Wir kennen noch den furchtbaren Begriff der ENTARTUNG und wissen, was mit Künstlern passiert ist, deren Werke unter diesen Begriff fielen.

    "Werteverfall beginnt dann, wenn das Bekenntnis zum Tabubruch (Homosexualität, Drogenkonsum) allein schon als bewundernswerter Mut beklatscht wird und ausreicht, um einem Künstler Erfolg und Aufmerksamkeit zu sichern. ("Okay, er kann weder singen noch tanzen, aber, hey, er ist so mutig offen schwul!") Zwangsläufig kommt so eine Entwicklung irgendwann an ihr Ende - allein schon, weil es langweilig wird. Wenn jemand sich auf eine Bühne stellt mit der Ansage "Ich bin schwul!", dann sollte die richtige Reaktion, die auch wir uns wünschen sollten, eigentlich sein: "Ja und?""

    Da gebe ich dir unumwunden Recht. Aber das ist noch Wunsch denken, leider. Heute wird doch nicht nach Inhalten gefragt, sondern wie kann man jemanden besonders gewinnträchtig vermarkten kann. Die Menschen sind Voyeuristen. Jeder will sehen, was unter der Bettdecke des anderen los ist. Wie sonst erklärt man sich Typen wie Paris Hilton, Pete Doherty, Lindsay Lohan usw.? Hier werden Tabubrüche instrumentalisiert. Pete mit der Crackpfeife im Mund, Lindsay vor der Entzugklinik mit einem Outing für die herumstehende Reportermeute auf den Lippen und jeder reißt sich darum. Trotzdem bin ich dagegen, dass ein ehemaliger Intendant eines öffentlich rechtlichen Senders verschiedene Gruppen mal eben so über einen Kamm schert, nur weil ihm die Entwicklung, an der er nicht ganz unbeteiligt ist, nicht gefällt.
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#49 SchorschAnonym
  • 15.04.2008, 23:37h
  • @ Luke:
    a) Nicht Unterstellung, sondern Befürchtung.
    b) "Kunst und deren Sinn" ist durchaus keine Frage, die jeder nach Belieben individuell für sich entscheiden kann.
    c) Die Frage, ob ein Kunstwerk gut oder schlecht ist, ist keine Geschmacksfrage. Lediglich die Frage, ob es MIR gefällt, ist eine Frage MEINES Geschmacks, die aber ziemlich irrelevant ist.
    d) Schönheit liegt im Auge des Betrachters, richtig, hat aber nichts mit der künstlerischen Qualität eines Werks zu tun. "Schön sein" ist garantiert keine Aufgabe von Kunst.
    e) Du sprichst über Künstler, die sich "gegen geltende Konventionen frei auszudrücken versuchen". Ich dagegen von solchen, die aus Selbstzweck gegen die Konventionen verstoßen, allein zur Provokation. Insofern haben wir aneinander vorbeigeredet oder, um es positiv auszudrücken, einander gar nicht widersprochen. Ist das nicht schön? :-)
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#50 RalfAnonym
  • 16.04.2008, 08:23h
  • Wer unbescholtene schwule Bürger und lesbische Bürgerinnen mit Drogensüchtigen und Straftätern gleichsetzt, vertritt nicht Werte, sondern Unwerte und ist charakterlich nicht für die Leitung eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders geeignet. Schade, dass dieser Mann seine rechtspopulistische Gesinnung nicht enthüllt hat, als er noch in Amt und Würden war.
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#51 hwAnonym
  • 16.04.2008, 16:50h
  • @ ralf

    "..., dass dieser Mann seine rechtspopulistische Gesinnung nicht enthüllt hat, als er noch in Amt und Würden war..."

    bist du dir da sicher ?
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