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Kommentare zu:
Dieter Stolte: Homos = Werteverfall


#31 antosAnonym
  • 14.04.2008, 19:24h
  • de.youtube.com/watch?v=FxFr9O9Y8ic&feature=related

    Apropos Zigeunerjunge - wer kann helfen? Irgendwann Anfang der 90er habe ich einer Comedypreis-Verleihung beigewohnt [Pantheon], bei der eine Gruppe so wundervoll dieses Lied aufgeführt hat, dass ich - schier betäubt vor Begeisterung - gleich ihren Namen vergessen habe. Sie haben dieses schöne Lied wirklich kongenial aufgeführt/verkörpert: Ein unschuldiges Tirili zu Beginn [lieber Junge, lustiges Feuer etc.], dass irgendwann in böse Vorahnung umschlägt, die - zum Ende hin - in Chaos explodiert - komplettes Ensetzen darüber, dass jetzt alles leer ist.

    Ein Tipp würde mich freuen!
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#32 KonstantinEhemaliges Profil
  • 14.04.2008, 19:31h
  • @ Schorschi-Pupsi: Liest du mal bitte hier.

    Zitat:
    "Das Bekenntnis zur Homosexualität [...], der Gebrauch von Rauschmitteln [...] oder die Umgehung der Steuerpflicht [...] sind Ausdruck einer Entwicklung, die sich im Interesse von Individualität und Selbstbestimmung aus gesellschaftlichen Normen und Bindungen lösen will. [...] Sie war ein Akt geistiger Befreiung. Aber zugleich ging mit ihr ein Normen- und Werteverfall einher, der die Gesellschaft ins Abseits führte."

    Und nun wirst du doch sicher nicht mehr bestreiten wollen, dass Herr Stolte Homosexuelle mit Drogenkonsumenten und Steuerhinterziehen auf eine Stufe stellt und diese mit dem Verfall der Werte assoziiert, oder?

    Also erzähl mir nicht, ich würde nicht korrekt rezipieren! Klaro?
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#33 hurra deutschlandAnonym
#34 ALEXANDRAAnonym
#35 antosAnonym
  • 14.04.2008, 20:01h
  • @ Schorsch

    "Dass in weiten Teilen von Literatur, Kunst und Musik heute Inhalt durch Provokation ersetzt wird, ist unbestreitbar".

    Offensichtlich interessierst Du dich nicht sonderlich für ambitionierte Kunst - nur so kann ich mir dieses Urteil erklären. Allein schon die Kategorien 'Inhalt' und 'Provokation' zeigen, dass an dir einige Züge wohl vorbei gefahren sind.

    Macht ja auch nix, diese Urteile gibt es immer für jede Kunst.
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#36 rangerAnonym
  • 14.04.2008, 20:30h
  • "Das war nach dem Zweiten Weltkrieg so, als Trümmerfrauen, Flüchtlinge, Kriegsteilnehmer, Schrebergärtner und Häuslebauer darangingen, Deutschland wieder aufzubauen."

    Nazis, SS-Leute, Kriegsverbrecher? Nein, das hat's in 50ern nicht mehr gegeben - die waren nach dem 8.5.45 alle weg und mehr als eine Handvoll waren es sowieso nie.
    Alles ganz normal.

    Bei Herrn Stolte hat die Verdrängung wahrlich gut funktioniert.
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#37 LukeAnonym
  • 14.04.2008, 20:31h
  • @ Schorsch

    "Dass in weiten Teilen von Literatur, Kunst und Musik heute Inhalt durch Provokation ersetzt wird, ist unbestreitbar - und kommt eben daher, dass viele (wie offenbar auch die queer-Redaktion) nur noch zum reflexartigen Reagieren auf schnelle Reize fähig sind, nicht zum geduldigen, mühsamen Rezipieren von Inhalten und Zusammenhängen."

    Literatur, Kunst und Musik haben immer provoziert, auch wenn dabei hin und wieder der Inhalt auf der Strecke blieb. Das war zu Goethes Zeit so, das war bei den alten Griechen so und man denke mal an das gute alte Pompeji. Kunst ohne Provokation ist demnach undenkbar. Tabubrüche sind klar beabsichtigt. In allen Kunstperioden gab es Revolutionäre, die sich durch Provokation und Tabubrüchen von Zeitgenossen bewusst oder unbewusst abheben wollten. Gleichschaltung von Literatur, Kunst, Musik und Politik findet man in der Regel nur in diktatorischen Strukturen, das zum einen.

    Zum anderen: Homosexualität überhaupt mit einem Begriff wie Werteverfall zu benutzen, was Herr Stolte wohl unbestritten getan hat, führt zu irritierenden und sogar irreführenden Interpretationen. Er, als Medien-Mann, hätte wissen müssen, dass bei der Übernahme seiner Ausführungen durch andere Medien, der eigentliche Tenor, der vielleicht ursprünglich ein vollkommen anderes Ziel verfolgte, anders gewichtet wird.
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#38 SebiAnonym
  • 14.04.2008, 21:11h
  • Hab den Welt-Artikel gelesen.

    So eine Unverschämtheit aber auch. Da handeln die Menschen "im Interesse von Individualität und Selbstbestimmung" statt im Interesse von Unterwerfung und Fremdbestimmung! Und wo landet die Gesellschaft damit: Im Abseits! Wo auch immer das ist, findet Herr Stolte in einem diffusen "Koordinatensystem", das sich verändert, weil alles, was "In" ist, sich querlegt.

    Das Abstrakte und Weltfremde will in dem Artikel einfach kein Ende mehr nehmen: "Auf Dauer" sei nämlich "kein Leben von den Rändern her möglich". Dabei wusste ich bislang noch nicht mal, dass man in Kürze auf..pardon...von den Rändern des Koordinatensystems leben kann, während derweil die Gesellschaft im allgemeinen noch weiter draußen, nämlich im Abseits verweilen muss.

    "So geistig anregend Außenseiter auch sein mögen, sie sind selten geeignet, sicheren Blicks in die Zukunft zu schauen und zu führen." Na klar doch, was wir wohl brauchen, ist mehr so ein geistig durchschnittlicher, eher mittelmäßiger ... äh..na ja...Führer ;-)
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#39 ALEXANDRAAnonym
#40 SchnapszahlAnonym
  • 14.04.2008, 21:21h
  • Wie war das noch? Beim ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe! Klar, muss man auch, denn das Zielpublikum des Herrn Stolte würde wegen diverser Altersschwächen aus der zweiten Reihe heraus auch nichts mehr vom weltverzerrten Keuschheitsprogramm mitbekommen. Und die aus der ersten Reihe sitzen mit verklärtem Lächeln im faltigen Gesicht vor der Bildröhre und träumen beim einschläfernden Gute-Nacht-Programm von der guten alten Zeit, als die Herren noch Ganzkörper-Badeanzüge trugen und sich nach dem scheuen Kuss des angebeteten Wesens im dunklen Eckchen eines biederen Zimmerchens sehnten und man den nackten Körper des geliebten Geschöpfes höchstens unter der Decke des stockfinsteren Schlafgemachs ertasten konnte, weil die Scham jegliche Lichtquelle auf das entblößte Gegenüber verbot.... Ach, lasst sie vergessen, die träumenden Alten, dass sich die Welt in den letzten Hundert Jahren weitergedreht und verändert hat. Wem würde es auch helfen, sie mit "nackten" Tatsachen zu konfrontieren, würde ihnen doch höchstens die Schamesröte ins Gesicht steigen oder sie ob der allzu freizügigen erotischen Schönheiten, sabbernd einen Herzkasper erleiden. Zumal sie außer den Augenlidern am Morgen vermutlich sowieso nichts mehr hochkriegen. Vergebliche Liebesmüh, die man sich sparen kann, das althergebracht liegt ja sowieso bereits auf Lager.
    Das Kurzzeitgedächtnis ist dank Alterssenilität ebenfalls dahin und den Unterschied zwischen CSD und CIA würden sie sowieso nicht mehr erfassen können. Also kann man auch alles zusammen in einen Topf schmeißen, mit ein wenig NPD und LSD würzen und ihnen als Eintopf servieren. Sie haben Zeit und warten geduldig und weltvergessen darauf, dass endlich das Sonntagskonzert ausgestrahlt wird oder der "neueste" Film mit Heinz Rühmann, Heinz Erhard oder Theo Lingen über den Bildschirm flimmert. Wer kann da Stolte verübeln, dass er seinem Wunschpublikum zu Füßen liegt und genauso weltfern ist? Man muss schon anerkennen, dass in seinem "Heute Journal" die modernen Kriegsschauplätze im nahen Osten nicht versehentlich mit dem Kampf von Hitlers Truppen um Berlin kommentiert werden. Die Alten würden sich zwar wundern, wie sehr sich die Hauptstadt durch den Einmarsch der Russen doch verändert hat, aber realisieren würden sie den Fehler kaum. Einzig seine jüngeren Mitarbeiter könnten dadurch bemerken, dass es Zeit für ihn wäre, langsam den Stuhl zu räumen. Aber er ist ja auch nicht mehr der Jüngste und träumt sich sicher heimlich ebenso wie sein Publikum zurück in die gute alte Zeit des noch jungfräulich keuschen 20. Jahrhunderts...

    @hurra deutschland (#33): Wunderbar ausgedrückt :-]
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