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- 15. April 2008 2 Min.
Wer mehr über schwule Historie erfahren will, der musste bislang mühsam nach Quellen suchen. Jetzt geht es leichter online.
Von Christian Scheuß
Es ist verblüffend, wie schnell schwule Historie in Vergessenheit gerät. Die nachwachsenden Generationen wissen oft wenig darüber, was in den vergangenen Jahrzehnten passiert ist. Das verwundert nicht, denn die Quellensuche ist mühselig. Es gibt keine TV-Dokumentationen von Guido Knopp über Homosexuellenverfolgung, in den Schulbüchern sucht man vergebens und auch Günther Jauch stellt keine entsprechenden Fragen in "Wer wird Millionär?". Da gerät dann sogar der eigentliche Auslöser der CSD-Paraden schon mal aus dem Fokus. Stonewall? Keine Ahnung. Harvey Milk? Kenne ich nicht. Kießling-Affäre? Wer ist das?
Gegen den Gedächtnisverlust hilft jetzt ein Stück weit das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", das seit 1947 über das Geschehen in Deutschland berichtet. Der Spiegel hat seine Printarchive geöffnet und die Ausgaben komplett digitalisiert online gestellt. Mit der Suche nach dem Stichwort "homosexuell" bekommt man rund 200 Artikel aufgelistet. Ein reichhaltiger Fundus, der sich da einem öffnet.
So berichtet das Magazin erstmals im September 1949 über den Kampf des "Deutschen Freundschaftsbundes", der sich als Verein eintragen lassen will, mit der Polizei. Die Behörde ist dagegen, weil sie Förderung von Homosexualität und Prostitution fürchtet. Auch die Affäre um den vermeintlich schwulen General Günther Kießling lässt sich in allen Details nochmal nachlesen. Homosexualität galt Anfang der Achtziger Jahre noch als Sicherheitsrisiko wegen möglicher Erpressbarkeit bei der Armee.
Und auch die Berichterstattung über die Aids-Panik, die mit Bekanntwerden der Erkrankung Mitte der achtziger Jahre ausbrach, sorgt beim Studieren der Texte für Betroffenheit. Spiegel Wissen ist eine kostenlose und wertvolle Quelle.
15.04.2008
Links zum Thema:
» http://wissen.spiegel.de















Aber bei unseren Politikern wird das wohl noch lange Wunschdenken bleiben...
Und solange solche Politiker auch von Schwulen und Lesben gewählt werden, haben wir es auch nicht besser verdient.