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  • 21. April 2008 24 2 Min.

Berlin (queer.de) - Der Lesben- und Schwulenverband fordert den ehemaligen Chef der katholischen Kirche in Deutschland, Kardinal Karl Lehmann, auf, endlich zur Diskriminierung von Homosexuellen in seiner Kirche Stellung zu nehmen. Anlass ist ein Vortrag des Geistlichen bei einem Kongress der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), den Lehmann am Mittwoch halten soll.

"Wir fordern, dass Karl Kardinal Lehmann zu den Berufsverboten Stellung nimmt, die die römisch-katholische Kirche gegenüber Lesben und Schwulen verhängt hat", erklärte LSVD-Sprecher Manfred Bruns. "Als ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz verantwortet Lehmann die Erklärung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz, dass die Eingetragene Lebenspartnerschaft mit den Loyalitätsobliegenheiten der Beschäftigten in Einrichtungen der Katholischen Kirche unvereinbar ist. In der Erklärung ist festgelegt, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen sind, wenn sie eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, und zwar auch dann, wenn sie der Katholischen Kirche nicht angehören."

Kirche "moralisch verwerflich" und "unsozial"

Damit verbiete die Kirche ihren Angestellten, ein "demokratisch legitimiertes Rechtsinstitut" zu nutzen. "Diese Regelung ist moralisch verwerflich und zutiefst unsozial. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, einem schwulen Hausmeister oder einer lesbischen Krankenschwester Berufsverbote zu erteilen", so Bruns. Er merkte an, dass die katholische Kirche einer der größten Arbeitgeber in Deutschland ist und Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Kindergärten zum Großteil vom Steuerzahler finanziert werden.

"Wenn Lehmann über Antidiskriminierung spricht, muss er sich auch zu der diskriminierenden Praxis seiner Kirche äußeren. Alles andere wäre heuchlerisch", erklärte Bruns. (pm)

-w-

#1 Jörg GengnagelAnonym
  • 21.04.2008, 17:18h
  • Einfach Strafanzeige gegen Lehmann stellen.
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#2 gerdAnonym
  • 21.04.2008, 17:50h
  • Der LSVD hat da vollkommen Recht; was bringen positive Äußerungen, wie von Robert Zollitsch im Spiegelartikel, wenn gleichwohl die katholische Kirchenleitung massiv in ihren eigenen Reihen diskriminiert.
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#3 gerdAnonym
  • 21.04.2008, 18:09h
  • Die katholische Kirchenleitung trägt eine massive Schuld an der Diskriminierung von homosexuellen Paaren in unserem Lande wie auch insbesondere in anderen stark katholisch geprägten Ländern wie Polen oder Italien.

    Es wird dringend Zeit, dass die katholische Kirchenleitung dem Weg der EKD folgt, die von Anfang an das Lebenspartnerschaftsinstitut in unserem Lande unterstützt hat (Grundsatzpapier "Verantwortung und Verlässlichkeit stärken").

    Die Eröffnungsrede zum Thema "Antidiskriminierung" hätte daher auch eigentlich eher einem protestantischen Bischof der EKD zugestanden oder einem nicht kirchlichen Bürgerrechtsvertreter.

    Mag Lehmann auch zu den gemäßigteren Kräften unter den katholischen Bischöfen gehören, gleichwohl steht er für die Institution katholische Kirche, die seit Jahrhunderten und auch in der Gegenwart homosexuelle Menschen diskriminiert.

    Robert Zollitsch zeigt auf, wohin die katholische Kirche zu gehen hat: der Spiegelartikel sollte allen katholischen Bischöfen ein Hinweis sein, wohin die katholische Kirche zugehen hat.
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