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  • 22. April 2008 12 2 Min.

Der ehemalige italienische Fußball-Manager halt an gefährlichen homophoben Klischees fest.

Von Dennis Klein

Im Profifußball gab es bislang nur einen offen schwulen Sportler: Justin Fashanu war der erste schwarze Fußballer in England, für den eine Ablösesumme über eine Millionen Pfund bezahlt wurde - das war 1980. Zwei Jahre später suspendierte ihn sein Trainer von Nottingham Forest, als er von den Besuchen seines Stars in Schwulenbars erfuhr. Daraufhin wechselte er mehrfach das Team und machte schließlich 1990 seine Homosexualität publik - seine Karriere war damit endgültig gelaufen, er spielte in Kanada und später bei Provinzclubs in England. 1998 verübte er unter mysteriösen Umständen Selbstmord. Wahrscheinlicher Grund: Er war von einem 17-Jährigen der Vergewaltigung beschuldigt worden – Beweise gab es dafür aber nie.

Kein Wunder also, dass sich nach Fashanu nie wieder ein Spieler geoutet hat. Niemand will das Schicksal des Engländers teilen. Dabei ist intern bekannt, dass mehrere Profi-Spieler schwul sind, das aber – teilweise mit Hilfe des Vereins – verschleiern. So wird der Boulevardpresse ein "normales" heterosexuelles Leben vorgespielt, teilweise samt Kind und Kegel.

Dass Schwule sich weiter verstecken müssen, liegt auch an den verantwortlichen Managern, von denen viele homophober sind als der Papst. Einer hat sich nun besonders herablassend geäußert: Luciano Moggi, der bis 2006 alle Fäden im italienischen Fußball in der Hand hielt. Er glaubt nicht nur, dass es im Lande des Weltmeisters keine schwulen Fußballer gibt. Er begrüßt das sogar. Denn der Schwule an sich ist seiner Ansicht zu weich, um im harten Männersport zu bestehen. Außerdem könne den armen anderen Spielern nicht zugemutet werden, mit so jemandem gemeinsam unter der Dusche zu stehen.

Der Mann ist zwar schon im Zwangsruhestand, nachdem er bei der Schiedsrichter-Bestechung erwischt wurde. Gut möglich, dass er nur eine Meinung geäußert hat, die unter seinen Berufskollegen weit verbreitet ist. Dennoch: Dass einer der einst mächtigsten Manager solch alberne Vorurteile zum Besten gibt, ist ein Skandal. Damit verhindert er, dass Fußballer genauso selbstverständlich zu ihrer sexuellen Identität stehen können wie Angehöriger anderer Berufsgruppen. Und er schafft neue Tragödien wie die von Justin Fashanu. Ein solcher Brandstifter verdient damit die Homo-Gurke!

22. April 2008

-w-

#1 josefAnonym
  • 22.04.2008, 17:16h
  • was alzheimer alles anstellen kann.armer hr.moggi.
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#2 FloAnonym
  • 23.04.2008, 10:10h
  • Tja, Dummheit gepaart mit Arroganz findet sich immer wieder. Und wenn dann auch noch ein Fußballmacho im Spiel ist...
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#3 BjörnAnonym
  • 23.04.2008, 14:29h
  • Putzig. Der glaubt sicher auch noch immer, daß Frauen im Fernsehen keine Nachrichten verlesen können, weil sie bei schlimmen Meldungen gleich zu weinen anfangen würden.

    Mit diesem Geisteszustand dürfte der Herr demnächst italienischer Ministerpräsident werden. Oder mindestens Minister.
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