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  • 26. April 2008 40 1 Min.

Hamburg (queer.de) - Zur Kriminalitäts- und Terrorismusbekämpfung wollen die Bundesrepublik und die USA offenbar auch Daten zur sexuellen Orientierung der Verdächtigen austauschen. Das berichtet der "Spiegel" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Diese Übereinkunft soll ein bislang geheim gebliebener Teil des am 11. März beschlossenen amerikanisch-deutschen Abkommens "über die Vertiefung der Zusammenarbeit bei der Verhinderung und Bekämpfung schwerwiegender Kriminalität" sein, so das Hamburger Nachrichtenmagazin. Es wurde von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) sowie vom US-Heimatschutzminister Michael Chertoff und US-Justizminister Michael Mukasey entwickelt.

Demnach können DNS-Profile über Verdächtige ausgetauscht werden und Daten über das "Sexualleben oder die Gesundheit". Tabu sind auch nicht Informationen, "aus denen Rasse oder ethnische Herkunft, politische Anschauungen, religiöse oder sonstige Überzeugungen oder die Mitgliedschaft in Gewerkschaften hervorgeht".

Gisela Piltz, innenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, bezeichnet das Abkommen als "Kuckucksei". Sie kann nicht erkennen, wie Daten zur sexuellen Ausrichtung terroristische Straftaten aufklären könnten. Auch DGB-Chef Michael Sommer kritisierte das Abkommen scharf. Es sei ein "Höhepunkt der Unverfrorenheit". Das Bundesinnenministerium teilte jedoch mit, dass bei "besonders sensbiblen Daten … besondere Schutzvorkehrungen" gelten würden.

Bundespräsident, Bundestag und Bundesrat müssen dem Abkommen noch zustimmen. (dk)

-w-

#1 ThomasAnonym
  • 26.04.2008, 13:15h
  • Hat man dann als schwulerTyp eine niedrigerere Terrorist - Wahrscheinlichkeit? schwule leute mit ausländischen namen wären dann vielleicht nicht mehr so schnell verdächtig.
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#2 BenedictusAnonym
  • 26.04.2008, 13:19h
  • Und was soll das bitteschön bringen, die sexuelle Orientierung der Menschen auszutauschen? Will man damit schwarz auf weiß haben, dass jeder von Menschen erzeugte Terror und jeder blödsinnige Krieg im Namen Gottes (wessen Gott auch immer) von christlichen, islamischen und jüdischen (in der Regel homophoben) HETEROSEXUELLEN ausgeht und eben nicht von Schwulen?! Soll das eine Bestätigung für Geheimdienste und Heimatschutz sein, dass Schwule es als Verschwendung der männlichen Ressourcen erachten, Männer in Kriegen und im Namen des Terrors einzusetzen und zu verlieren anstatt sie zu vögeln? Was soll es also bringen, die sexuelle Orientierung festzuhalten?
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#3 gerdAnonym
  • 26.04.2008, 15:17h
  • Was soll das Frau Zypriess und Herr Schäuble ?

    Die sexuelle Orientierung von Tätern ist nicht von Bedeutung, soweit es um die Begehung einer Straftat geht. Es hat auf die Tat keinen Einfluss, ob ein Täter bisexuell, schwul oder heterosexuell ist. Wir brauchen keine rosa Listen bei Tätern und dagegen wende ich mich mit aller Schärfe. Dies ist ein Eingriff in die Privatsphäre von Menschen und ist in keinster Weise gerechtfertigt.
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