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- 06. Mai 2008 2 Min.
Der erste schwule Maibaum in München ist durch einen Farbanschlag verunstaltet worden. Unbekannte haben am Wochenende sämtliche Tafeln des Baums mit grauer Farbe beschmiert. Das Münchener Schwulenzentrum "Sub" hat bereits Strafanzeige gestellt. Der Maibaum war erst am 1. Mai feierlich im Glockenbachviertel aufgestellt worden, nachdem ihn ein Burschenverein kurz zuvor einer alten Tradition folgend "geklaut" hatte (queer.de berichtete).
"Wir ärgern uns maßlos über diesen Akt des Vandalismus", sagte Sub-Vorstand Lars Fröhlich. "Erst vor fünf Tagen hat das ganze Viertel gemeinsam diesen Maibaum aufgestellt und ein großes Fest veranstaltet, zu dem nicht nur Lesben und Schwule gekommen sind. Dann zerstören einige wenige, was viele mit Freude geschaffen haben. Das ist absolut inakzeptabel und macht uns traurig." Künstler Michael Borio, der den Baum mit Robert C. Rore gestaltet hat, äußerte Befürchtungen, dass der Anschlag dem Image Münchens als weltoffene Stadt schaden könnte.
Der "Deutsche Eiche"-Wirt Dietmar Apfel hat eine Belohnung von 500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter führen. Das Sub will in Kürze entscheiden, was aus nun mit dem Werk geschehen soll.
Auf den Quersprossen des Baumes waren schwul-lesbische Themen traditionsgemäß inszeniert worden. Im nächsten Jahr sollen Tafeln von Künstlern hinzukommen, die das Eine-Welt-Haus und das Kinder- und Jugendzentrum Kunterbunt verpflichten. 2010 ist das Gärtnerplatztheater an der Reihe. (dk/pm)










Eigentlich egal. Sachbeschädigung bleibt Sachbeschädigung und die Wiederherstellung des alten Zustandes ist vermutlich, falls überhaupt möglich, mit enormen Kosten verbunden.
Dennoch. Sollte der Anschlag einen homophoben Hintergrund haben, zeigt das wieder einmal sehr deutlich, dass wir mit Durchsetzung der Homoehe, rechtlicher Angleichung an Hetenverhältnisse und der Ausweitung des AGG noch lange nicht die Hände in den Schoss legen können.