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- 10. Mai 2008 2 Min.
Am Freitagabend trat der Hass-Sänger in Budapest auf. Das Dortmunder Konzert muss zumindest verlegt werden.
Von Carsten Weidemann
Trotz der Ankündigung des Bundesinnenministeriums, dem umstrittenen Reggae-Musiker Sizzla kein Schengen-Einreisevisum zu erteilen (queer.de berichtete), gibt er bereits Konzerte in Staaten, die zum Schengen-Raum gehören. So trat der Hass-Sänger am Freitagabend in Budapest auf.
Unklar ist, wann und bei welcher Botschaft der Jamaikaner, der mit bürgerlichem Namen Miguel Collins heißt, sein Schengenvisum beantragt hat und wann und wo er eingereist ist. Eigentlich sollte sein Name in das Schengener Informationssystem (SIS) gestellt werden. In diese nichtöffentliche Datenbank werden u.a. Personen eingetragen, die im Schengen-Raum unerwünscht oder zur Fahndung ausgeschrieben sind.
Auch das Außenministerium hatte Ende April bekannt gegeben, dass Sizzlas Einreise nicht erwünscht sei. Die deutsche Botschaft in Kingston habe bestätigt, dass der Interpret vor allem volksverhetzende Titel im Programm habe. Sizzla ruft in mehreren seiner Songs zum Mord an Schwulen auf. Im April 2007 hatte der Sänger zwar den Reggae Compassionate Act (RCA) unterzeichnet, in den kommenden Monaten jedoch diese Verpflichtung, keine Gewaltaufrufe gegen Schwule auf die Bühne zu bringen, wiederholt gebrochen.
Wenn die Polizei nicht einschreitet, können nun folgende Sizzla-Konzerte in den nächsten Tagen wie geplant stattfinden: Breslau (10.5.), Prag (11.5.), Wien (12.5.), Paris (14.5.), Lille (15.5.), Hague (17.5.) und Groningen (18.5.).
Das für den 19. Mai in Dortmund geplante Konzert musste nach heftigen Protesten und Demo-Ankündigungen zumindest verlegt werden. "Im Moment prüfen wir die verschiedenen Optionen und werden kurzfristig die neue Location hier und auf bekannten Reggae-Foren veröffentlichen", heißt es auf der Webseite des ursprünglich geplanten Veranstaltungsorts "Live-Station".
Am 22. Mai soll Sizzla im Stuttgarter "Zapata" und am 23. Mai im Münchner "Backstage" auftreten.















Und weshalb soll die Polizei gegen Konzerte einschreiten, in denen Songs gespielt werden, die soziale Missstände thematisieren? Ich schreibe es auch hier nochmal: Sizzla ist der Falsche. Hier wird ein Mann zum Sündenbock gemacht, der für den Weltfrieden eintritt und sich für Minderheiten stark macht.
Seine Ansichten zu Homosexualität kann man kritisieren (er hat sie aus religiösen Gründen nun mal), sie rechtfertigen aber keinesfalls irgendwelche Auftritts- oder Einreiseverbote. Battymantunes sind auf den letzten Veröffentlichungen nicht mehr enthalten.
peace