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- 16. Mai 2008 2 Min.
Der Lesben- und Schwulenverband und die Grünen haben den 41-jährigen Komiker Ingo Appelt in offenen Briefen kritisiert, weil er in einer Schule ein ihrer Meinung nach homophobes Lied gesungen hat. Einem Bericht des "Kölner Stadtanzeigers" zufolge hatte Appelt vergangenen Monat mit mit Achtklässlern einer Hauptschule in Köln-Ehrenfeld das Lied "Hauptschule ist cool, Abitur ist schwul" angestimmt.
"Sicherlich wundert es Sie nicht, dass wir das überhaupt nicht cool finden", so LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. "Was genau soll damit gesagt werden? Dass Schwule (und Lesben) nicht cool sind? Oder dass es notwendig ist, sich gegen Schwule abzugrenzen? Oder vielleicht sogar, dass Schwule meinen, etwas Besseres zu sein? Was soll eine solche Gegenüberstellung, wenn sie unklar bleibt oder falsch verstanden werden kann?".
Immerhin gehörten Schimpfwörter wie "schwule Sau" in deutschen Schulen zum Alltag. So werde das Leben für homosexuelle Schüler zur Hölle gemacht. "Gut gemeint, ist nicht gut gemacht: Gerade bei gut gemeinten Kampagnen sollte es vermeiden werden, eine Gruppe gegen eine andere auszuspielen. Schwule und Lesben sind überall: in der Hauptschule und in den Gymnasien", argumentiert Jetz.
Auch Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, und NRW-Ökoparteichef Arndt Klocke wiesen Appelt auf die "massiven Probleme" hin, die junge Lesben und Schwule beim Coming-out haben: "Statt diesem Phänomen offensiv entgegenzutreten, heizt Ihr mit einem solchen Song die latente Homophobie bei den Schülerinnen und Schülern noch an. Dies können und wollen wir nicht dulden." Die Politiker appellierten an den Komiker, derlei Lieder künftig nicht mehr zu verbreiten.
Appelt hatte gemeinsam mit Jürgen Becker, Wilfried Schmickler und Martin Stankowski an einem Aktionstag gegen die Benachteiligung von Hauptschülern teilgenommen, als sich der Zwischenfall ereignete. (dk)
Links zum Thema:
» Artikel im Kölner Stadtanzeiger
Mehr zum Thema:
» Homophobie auf dem Schulhof (queer.de vom 13.3.08)















Aber ich mochte ihn noch nie.
"[...] Schwule und Lesben sind überall: in der Hauptschule und in den Gymnasien", argumentiert Jetz. "
Das streitet ja auch niemand ab. Ich finds übertrieben, dass der LSVD sich da jetzt so drüber aufregt.