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- 22. Mai 2008 2 Min.
Der Fußballtrainer glaubt noch an die Legende vom schmutzigen Schwulen, der Kindern an die Wäsche will.
Von Dennis Klein
Fußball gilt nicht gerade als homofreundlichste Sportart. Spieler und Fans bezeichnen hier Gegner schon mal gerne als "schwule Sau". Zwar versuchen die Verbandsbosse wie FIFA-Chef Sepp Blatter und DFB-Chef Theo Zwanziger, das Thema Homophobie im Fußball anzugehen. Auf dem Feld scheint der Hass aber weiterhin zu dominieren, wenn auch meist hinter vorgehaltener Hand.
Deutlich wurde jetzt aber der Bundesliga-Trainer Christoph Daum: Der 54-Jährige erklärte in einer Fernsehdokumentation, dass Schwule sich vom Sport fernhalten sollen, weil sie als Gruppe es schließlich nur auf wehrlose Kinder abgesehen hätten. Er bedient damit das längst überwunden geglaubte Klischee vom bösen alten Onkel, der jede Sekunde seines Lebens daran denkt, minderjährige Jungs zu vergewaltigen.
So ist es kein Wunder, dass sich kein schwuler Profifußballer traut zu outen. Während in nahezu jedem gesellschaftlichen Bereich – vielleicht mit Ausnahme der katholischen Kirche – Schwule und Lesben den Kampf gegen Vorurteile zu gewinnen scheinen, ist Homosexualität im Profifußball nach wie vor ein großes Tabu. Und das wird so bleiben, solange dumme Menschen wie Daum derlei Kommentare abgeben dürfen, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.
Dabei ist Daum als Trainer des 1. FC Köln ausgerechnet in Deutschlands Schwulenhauptstadt aktiv. Die sonst so fröhlichen Rheinländer werden somit neben ihrem einfältigen Kardinal mit einem weiteren Schwulenhasser konfrontiert. Daum ist leider keine Ausnahme: Der im Stadtteil Hahnwald lebende Coach ist nach dem italienischen Manager Luciano Moggi bereits der zweite Fußballer in Folge, der eine Homo-Gurke erhält. Moggi hatte in einem Interview unter anderem erklärt, er wollte seinen Jungs nicht zumuten, mit bösen Schwulen gemeinsam zu duschen. Der 70-Jährige befindet sich nach Skandalen bereits im Ruhestand. Daums Hasstirade ist darum ungleich schlimmer, weil er noch aktiv und gerade wegen seines sportlichen Erfolges ein Vorbild für Millionen Fans ist. Er ist insbesondere für Jugendliche meinungsbildender als es Leute wie Klaus Wowereit oder Volker Beck je sein können.
Daum selbst ist als überführter Drogen-Konsument wahrlich kein Muster-Vorbild für Kinder. Als er im Jahre 2000 für das Amt des Bundestrainers im Gespräch war, wurde in seiner Haarprobe Kokain nachgewiesen. Er musste daraufhin eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro bezahlen. Die Haarprobe hatte er zuvor wirklichkeitsfremd abgegeben mit dem Hinweis: "Ich tue dies, weil ich ein absolut reines Gewissen habe".
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habe grade schon um eine Stellungnahme des FC Köln gebetn, inwiefern herr daum die meinung des gesammten vereins vertritt!