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- 02. Juni 2008 3 Min.
Für die Zeitschrift "AutoBild" testeten die "Motorboys" Neuwagen. Schwule Käufer bevorzugen demnach ausländische Modelle.
Von Dennis Klein
Mit dem "Fiat 500 kriegt man "jeden Mann rum" und der BMW 320i Cabrio ist kacke, weil kaum Luftballons in den Kofferraum passen. Das ist das Ergebnis der schwulen Kaufberatung im Zentralorgan der PS-Protze. Schwule Männer dürfen also nicht nur in "Essen und Trinken" und "Schöner Wohnen" die neuesten Errungenschaften der freien Marktwirtschaft testen, sondern jetzt auch in "AutoBild": Auf fünf Seiten untersuchen in der neuesten Ausgabe Mitglieder des vor fünf Jahren in München gegründeten schwulen Autoclubs Motorboys fünf neue Automodelle. Doppeldeutige Überschrift: "Gesucht: Der heißeste Typ".
Schon von der üppigen Bebilderung können wir sehen, was den schwulen Autobahnraser von seinem heterosexuellen Konkurrenten unterscheidet: Man legt gerne Blumen aufs und ums Auto – am liebsten Rosen. Man nutzt jeden Zwischenstopp, um sich ein Gläschen Prosecco oder Wein zu gönnen. Und man stopft gerne herzförmige Luftballons in viel zu kleine Kofferräume.
Schwule sind "kreativste Schneider, Köche oder Frisöre"
Warum sollte sich die meist männlich-heterosexuelle Leserschaft für den Rat ihrer schwulen Schwestern interessieren? "AutoBild" weiß es: "Unter Schwulen finden sich die kreativsten Schneider, Köche oder Frisöre. Sie legen Wert auf Stil und Leben abseits des Mainstreams (leider oft unfreiwillig)". Diese Eigenschaften prädestinieren sie daher nicht nur für die Wahl farblich abgestimmter Gardinen, sondern auch von edlen, tieferlegbaren Luxusschlitten. "Dort entsteht eine Avantgarde, die früher oder später auch Heteros begeistert". Eines weiß "AutoBild" aber auch: "Blech kann nicht homo sein, es gibt keine schwulen Autos". Ausrufezeichen!
Wer sind denn nun die schwulen Favoriten? Sieger ist der Fiat 500, dessen avangardistische Bezeichnung als "Knutschkugel" wohl erst noch Eingang in die heterosexuelle Sprachwelt finden muss. Platz zwei und drei belegen die feschen Franzosen Citroën C6 und Pegeout 407 Coupé. Mit den hinteren beiden Plätzen müssen sich die deutschen Bewerber Porsche Cayman S und BMW 320i Cabrio begnügen ("für die schrille Szene zu langweilig").
Porsche mag keine schwulen Tester
"AutoBild" hatte zuvor bei den Firmen angefragt, ob sie das Auto für den schwulen Test zur Verfügung stellen könnten. Alle sagten zu – nur den Schwaben von Porsche war der Test wohl zu heiß. Und siehe da: Die Motorboys konnten sich für den Cayman ("Gayman") nicht so richtig erwärmen: "Beim Flirtfaktor bin ich mir unschlüssig. Einigen Männern ist er zu protzig, andere fahren voll drauf ab". Eben ein Wägelchen für Yuppies, so das Fazit.
In einer queer.de-Umfrage für "Auto, Motor und Sport TV" haben die schwulen Leser 2007 übrigens vor allem kleine Autos bevorzugt, die beim "AutoBild"-Test nicht abgefragt wurden. Die ersten Plätze belegten smart und Mini, gefolgt von Peugeot 207. Protzigere Marken wie Mercedes und BMW fielen dagegen durch.
Die Motorboys haben inzwischen 250 Mitglieder in mehreren Regionen Deutschlands. Hier darf jeder mitmachen, versichern sie - auch Menschen mit kleinen Wägen...















lass das nicht auf dir sitzen !!!