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- 06. Juni 2008 2 Min.
Nach Beschwerden von Ägypten, Jamaika und Simbabwe werden drei Homo-Gruppen aus einer Konferenz von UN AIDS ausgeschlossen.
Die Ägyptische Initiative für persönliche Rechte (EIPR), Schwule und Lesben für Simbabwe (GALZ) und die jamaikanische Gruppe J-FLAG dürfen damit nicht mehr an der Konferenz am 10. Juni in New York teilnehmen.
Die Generalversammlung hat bereits im letzten Jahr eine Liste von Nichtregierungsorganisationen erstellt, die an dem Großereignis teilnehmen sollen. Darin waren auch die drei Homo-Gruppen genannt. Sie war ursprünglich von den Vereinten Nationen genehmigt worden. Jetzt haben aber die drei Regierungen Einspruch gegen die Teilnahme der Homo-Gruppen ihrer Länder erhoben – die UN lud die Aktivisten daraufhin aus.
"Dieses Treffen sollte Menschen Zugang zu HIV-Prävention und Behandlung geben", erklärte Joe Amon von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. "Es ist heuchlerisch und widersinnig, wenn UN-Mitgliedsstaaten die Teilnahme von Organisationen stoppt, die dafür eintreten, dass die Politik wirklich allen HIV-Betroffenen hilft."
Erst vor wenigen Tagen hat Uganda angekündigt, Schwule nicht in die HIV-Prävention aufzunehmen (queer.de berichtete).
Die drei Gruppen zeigten sich enttäuscht: "Jamaikas einzige Homo-Organisation ruhigzustellen untergräbt die Bestrebungen, gegen HIV und Aids vorzugehen", erklärte Jason McFarlane von J-FLAG. "Die jamaikanische Regierung hat selbst zugegeben, dass Homophobie die HIV-Epidemie anheizt."
Bei Treffen der UN-Vollversammlung in den Jahren 2001 und 2006 haben sich alle Staaten verpflichtet, bis 2010 "universellen Zugang" zu HIV-Prävention und Behandlung zu gewähren.
Aus anderen Ländern werden mehrere Homo-Gruppen teilnehmen. Für Deutschland ist unter anderem die Deutsche Aids-Hilfe bei der Konferenz dabei. (dk)
Links zum Thema:
» UN-AIDS-Konferenz
» J-FLAG
» EIPR
» GALZ














