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- 06. Juni 2008 2 Min.
Norwegen wird voraussichtlich als sechstes Land weltweit die Ehe für Schwule und Lesben öffnen.
Das Parlament in Oslo wird am 11. Juni darüber abstimmen, ob die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wird. Zwei der drei Koalitionspartner der Mitte-Links-Regierung aus Arbeiterpartei, Sozialisten und der Zentrumspartei und zwei Oppositionsparteien haben sich für die Öffnung der Ehe ausgesprochen. Damit dürfte die Mehrheit sicher sein. In der Zentrumspartei, die vor allem für Landwirte kämpft, ist die Homo-Ehe umstritten. Ihre Abgeordneten unterliegen daher bei der Abstimmung keinem Fraktionszwang.
Als Gegner profilierten sich vor allem die konservative Fortschrittspartei und die Christdemokraten, die gemeinsam aber über gut ein Viertel der Sitze im Parlament verfügen. Sie warnen davor, dass christliche Schulen ihre staatliche Förderung verlieren könnten, wenn sie lehrten, dass die Ehe eine Verbindung zwischen Mann und Frau sei. Auch die in Norwegen eher unbedeutende katholische Kirche sprach sich kategorisch gegen die Ehe-Öffnung aus. Bernd Eidsvig, Bischof von Oslo, warnte vor Konsequenzen, wenn die Ehe als tragende Institution der Gesellschaft ausgehöhlt werde.
Das neue Ehegesetz würde Anfang 2009 in Kraft treten. Es sieht vor, dass Pfarrer nicht gezwungen werden können, gleichgeschlechtliche Paare zu vermählen. In Norwegen haben Pfarrer auch die Funktion von Standesbeamten.
In den letzten Jahren haben sich bei Umfragen stets zwei Drittel der Norweger für die Öffnung der Ehe ausgesprochen.
Schwule und Lesben können bereits seit 15 Jahren Eingetragene Partnerschaften eingehen. Diese beinhalten derzeit praktisch alle Rechte und Pflichten von Ehepartnern. Nur beim Adoptionsrecht werden gleichgeschlechtliche Paare noch benachteiligt.
Gegenwärtig dürfen Schwule und Lesben nur in den Niederlanden, Belgien, Spanien, Kanada und Südafrika heiraten. In den USA hat zudem Massachusetts die Ehe geöffnet. Ab dem 17. Juni werden Schwule und Lesben zudem in Kalifornien Trauscheine erhalten (queer.de berichtete) (dk)















Ich freue mich für die Norweger.