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Kommentare zu:
Norwegen öffnet Ehe


#1 Tim_ChrisProfil
#2 gerdAnonym
  • 12.06.2008, 12:40h
  • Herzlichen Glückwunsch nach Norwegen. So sollte es in allen Staaten Europas sein.
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#3 alexander
  • 12.06.2008, 12:56h
  • supertoll, herzlichen glückwunsch den norwegern !!!
    immerhin jetzt das vierte land in europa, dass den konservativen, kirchlichen und politischen schwachsinn nicht unterstützt !
    besonders erfreulich, die hohe zustimmung in der bevölkerung und dem parlament.
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#4 Tim_ChrisProfil
#5 seb1983
  • 12.06.2008, 13:34h
  • Rund 200 Länder auf der Erde, davon 6 in denen Schwule heiraten dürfen, davon 4 in Europa, ansonsten in ganz Westeuropa eingetragene Partnerschaften, bald selbst bei den Ösis.

    Dafür dass am Anfang nur ne Frau nackt auf nem Stier geritten ist nicht schlecht, oder ;-))
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#6 SaschaEhemaliges Profil
  • 12.06.2008, 14:07h
  • Selbstverständlich ist diese Entscheidung erfreulich, denn die gesetzliche Gleichstellung ALLER Menschen ist die Grundvoraussetzung für eine freiheitlich-demokratische, egalitäre Gesellschaft.

    Andererseits sollte sich niemand hier einbilden, dass das Recht auf Eheschließung (oder deren wiederum diskriminierende "Subformen") irgendeinen nennenswerten, positiven Einfluss auf die konkrete Lebenswirklichkeit gerade junger Menschen hat, wenn es um die Frage nach sexueller Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung geht.

    Nach wie vor leben wir in einer aggressiv heteronormativen Gesellschaft, die junge Menschen und vor allem Männer vom ersten Atemzug an einer massiven Hetero-Gehirnwäsche unterzieht und sexuelle Vielfalt aus Erziehung und Bildung sowie aus den (überwiegend kommerziellen) Massenmedien weitgehend ausgrenzt.

    Wenn im Jahr 2006 weniger männliche Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren die Freiheit fühlten, sich sexuell mit dem gleichen Geschlecht auszuprobieren als 15, 20 oder 30 Jahre zuvor, dann sollten bei uns eher die Alarmglocken läuten, als dass wir die Gnadenhäppchen formaljuristischer "Gleichberechtigung" (und in den meisten EU-Ländern sind wir sogar davon sehr weit entfernt) als vermeintliche Indikatoren gesellschaftlichen Fortschritts bejubeln. Eher sollen damit in den meisten Fällen der Status quo einer durch und durch heteronormativen Gesellschaft verteidigt, die "Community" weitgehend ruhig gestellt und grundsätzliche Veränderungen, die letztlich nur über Bildung, Erziehung, Aufklärung und breite Gleichbehandlungspolitiken zu erreichen sind, blockiert werden.

    Homo-Feindlichkeit und -Hass sind nicht nur dort, wo offen Gewalt gegen Homosexuelle gepredigt wird, sondern auch und mindestens ebenso wirkungsvoll da, wo eine bestimmte sexuelle Identität, nämlich die heterosexuelle, a priori zur "Norm" und Heterosexuelle zur "natürlichen" Mehrheit erklärt, andere Identitäten und die betreffenden Menschen hingegen zur "Abweichung" bzw. "Minderheit" gemacht werden.

    Es sind diese Denkmuster, die viele von uns in ihrem Selbstverständnis leider völlig unreflektiert übernommen haben, die es zu überwinden und insbesondere im Erziehungs- und Bildungswesen sowie in den Medien aktiv zu bekämpfen gilt.

    Denn es ist die Freiheit junger Menschen, sich so weit wie möglich ohne Ängste und Zwänge oder normative Indoktrination von außen sexuell entdecken und ausleben zu können, die über die Frage der Gleichberechtigung unterschiedlicher sexueller Identitäten in dieser Gesellschaft in allererster Linie entscheiden wird.
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#7 AntichristProfil
  • 13.06.2008, 07:33hHH
  • @Sascha: "Selbstverständlich ist diese Entscheidung erfreulich, denn die gesetzliche Gleichstellung ALLER Menschen ist die Grundvoraussetzung für eine freiheitlich-demokratische, egalitäre Gesellschaft."

    Hätte zur Freude über die Eheöffnung in Norwegen durchaus gereicht. Ich denke, keiner hier ist so blöde und glaubt, dass damit über Nacht sämtliche Homoprobleme in Norwegen gelöst wären. Es ist als Anfang zu verstehen, der langsam eine Änderung herbeiführen sollte. Ein Anfang, über den man sich für die Norweger uneingeschränkt freuen und darauf hoffen kann, dass es bei Norwegen, als sechstem ehegeöffnetem Land nicht bleibt.
    Ich jedenfalls freue mich uneingeschränkt für sie.
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#8 widder74cgnProfil
#9 Tufir
  • 13.06.2008, 12:21h
  • Antwort auf #6 von Sascha
  • "Andererseits sollte sich niemand hier einbilden, dass das Recht auf Eheschließung (oder deren wiederum diskriminierende "Subformen") irgendeinen nennenswerten, positiven Einfluss auf die konkrete Lebenswirklichkeit gerade junger Menschen hat, wenn es um die Frage nach sexueller Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung geht."
    Ich bilde mir durchaus ein, dass zumindest für einen Teil einer Minderheit Vorbilder jenseits von abgedrehten Künstlern oder durchgeknallten Showhallodris à la Mark Medlock wichtig sind und der Selbsfindung dienen können. Nicht jeder hat den Drang anders zu sein - manche wollen halt auch nur ganz normal schwul sein.
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#10 Stefan-acAnonym
  • 13.06.2008, 14:06h
  • Bravo! Erstmal herzlichen Glückwunsch an das (leider erst) 6. Land, das sich endgültig vom Mittelalter verabschiedet.

    Aber:
    "Allerdings können Pfarrer nicht gezwungen werden, gleichgeschlechtliche Paare zu vermählen. In Norwegen haben Pfarrer auch die Funktion von Standesbeamten."

    Das verstehe ich nicht. Wenn Sie auch Standesbeamte sind, sollten sie das nicht verweigern dürfen. Das ist ja Arbeitsverweigerung und Missachtung von Recht und Gesetz! Mit anderen Worten: wenn alle Standesbeamten (=Pfarrer) das Gesetz gemeinsam boykottieren, können Schwule und Lesben weiterhin die Gleichstellung verwehrt werden.
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#11 AntichristProfil
  • 13.06.2008, 17:52hHH
  • Antwort auf #9 von Tufir
  • @Tufir: "Nicht jeder hat den Drang anders zu sein - manche wollen halt auch nur ganz normal schwul sein."
    Definiere bitte "ganz normal schwul".
    Selbst abgedrehte Künstler oder durchgeknallte Showhallodris à la Mark Medlock sind "ganz normal schwul", ebenso wie die aufgedonnerte Tunte oder die schrille Jungschwuppe, der gestylte Szenengänger, der Lederbär oder der SM Skin.
    Sie sind genauso abgedreht, durchgeknallt, aufgedonnert, schrill oder fetischistisch wie die "ganz normalen Heten". Nur sind sie nebenbei auch noch schwul.
    Ich wäre etwas vorsichtiger mit Ausdrücken wie: "ganz normal". Es gibt weder ganz normale, noch abnorme Schwule. Es gibt NUR Schwule die sich je nach ihrem speziellen Wesen der Außenwelt zeigen oder eben nicht. Nicht anders als bei Heterosexuellen die aufgetakelten Weiber, Edeltussen, Machotypen oder eben biederen Hausmütterchen.
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#12 HannibalEhemaliges Profil
  • 13.06.2008, 18:30h
  • Antwort auf #9 von Tufir
  • "manche wollen halt auch nur ganz normal schwul sein"

    Und das heisst?
    Im Umkehrschluss hiesse das nämlich: Tunten, Drags, Lederkerle, Gayskins ... also alle, die sich evtl. etwas auffälliger geben als es vom Heten-Mainstream (oder Spießer-Tufir) erwartet wird sind UNNORMAL, ja?

    Deine Selbstgerechtigekeit stinkt zum HImmel!
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#13 Tufir
  • 14.06.2008, 17:42h
  • Antwort auf #12 von Hannibal
  • Normal ist, was die Mehrheit tut - per Definition. Diese Definition beinhaltet keine Aussage über richtig und falsch. Normal ist zum Beispiel, dass sich Lemminge in großen Horden von Klippen stürzen. Tut ihnen nicht unbedingt gut. Als normal wird es noch immer angesehen, dass man sich einen Partner sucht und mit ihm zusammenlebt. Und Schwulen die das wollen - also normal leben und schwul sein - helfen Gesetzesänderungen wie in Norwegen.

    Eine Homoehe bzw. die daraus resultierenden Vorbilder helfen hingegen nicht dem Coming-Out von Tunten, Drags, Lederkerle und Gayskins, die mit dieser Art zu leben nichts am Hut haben. In dieser Beziehung schließe ich mich Sascha vollkommen an.

    Aber da du ja in diesem Punkt offenbar anderer Meinung bist, kannst du mir sicher sagen, welches Detail mir da entgangen ist und inwiefern alle Tunten in Norwegen nun vor Freude aufschreien können. Oder hast du dich nur an dem Wort "normal" gestört? So wie Korintenkackern halt gerne mal der Hals schwillt, wenn sie Signalwörter hören, und sie am überdenken des Gelesenen hindert?
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#14 Tim_ChrisProfil
  • 14.06.2008, 19:26hBremen
  • Antwort auf #13 von Tufir
  • "Normal ist, was die Mehrheit tut "

    Normal ist, was natürlich ist und nicht, was die Mehrheit sich einbildet, was richtig zu sein hat. Das wäre allenfalls Durchschnitt.
    Und ein Mann, der es liebt Röcke zu tragen und sich wild durch die Gegend zu vögeln ist in dem Sinne genauso natürlich, ergo "normal", wie das brave Hetenweibchen, das heiratet, Kinder wirft und sich nach Göttergattens Bedarf nachts im Schlafgemacht besteigen lässt. Letzteres wäre der Durchschnitt, oder die abnorme Norm, welche von den Heten aufgestellt wird. Abnorm deshalb, weil absolut unnatürlich, verklemmt und gestellt.
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#16 Tufir
  • 15.06.2008, 12:50h
  • Antwort auf #14 von Tim_Chris
  • Wenn du den Begriff "normal" so definierst, musst man sich tatsächlich darüber aufregen, wenn er verwendet wird. Deshalb möchte ich nur noch mal klarstellen, dass ich ihn nicht in diesem Sinne verwendet habe, was sich aus dem Kontext des Kommentars durchaus auch schließen lässt.
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#17 Tim_ChrisProfil
  • 15.06.2008, 16:14hBremen
  • Antwort auf #16 von Tufir
  • Nicht wirklich, denn: "Diese Definition beinhaltet keine Aussage über richtig und falsch."

    Genau das tut sie aber doch. Abnormal ist nun mal das Gegenteil von Normal und damit auch ohne besondere Definition einfach falsch, wie das Wort selbst schon sagt.

    Und ganz ehrlich gesagt, reagiere ich äußerst gereizt auf Bezeichnungen wie Abnormal, Unnormal in Verbindung mit Homo-/Trans-/oder sonst einer Sexualität. Ich werde nämlich nicht gerne als abnormal bezeichnet, nur weil ich nicht in die Heten-Möchtegern-Unauffälligskeitsskala passe.
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#18 Tufir
#19 Tim_ChrisProfil
  • 01.07.2008, 09:18hBremen
  • Antwort auf #18 von Tufir
  • "Interessant, dass du hingegen offenbar keinerlei Problem damit hast, andere als abnormal zu bezeichnen - und zwar nach deiner Definition und entsprechend mit voller Absicht in dieser Bedeutung. Doppelmoral?"

    Wenn es widernatürlich ist, wieso dann nicht? Sag mir, was an: "das brave Hetenweibchen, das heiratet, Kinder wirft und sich nach Göttergattens Bedarf nachts im Schlafgemacht besteigen lässt." "natürlich" ist - außer die genetisch bedingte Biologie der genannten Individuen.
    Und sag mir, wo da die Doppelmoral ist, wenn ich genau das, als abnorme Norm bezeichne, was allgemein als Durchschnitt betrachtet werden kann und allenfalls nach Hetenmoral und Maßstab als "normal" gilt?

    Ist Unterdrückung oder die Anerziehung von widernatürlichem Verhalten "normal"? Im Sprachgebrauch der Gesellschaft auf jeden Fall, schließlich bestimmen sie die Norm. Im Sinne der Natur jedoch keineswegs.
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#20 Tufir
  • 10.07.2008, 19:04h
  • Antwort auf #19 von Tim_Chris
  • "Und sag mir, wo da die Doppelmoral ist, wenn ich genau das, als abnorme Norm bezeichne, was allgemein als Durchschnitt betrachtet werden kann und allenfalls nach Hetenmoral und Maßstab als "normal" gilt? Ist Unterdrückung oder die Anerziehung von widernatürlichem Verhalten "normal"?"
    Tatsächlich ist es lediglich nach deiner eigenen Einschätzung widernatürlich. Genauso, wie zum Beispiel der Papst der Meinung ist, dass schwules Verhalten widernatürlich wäre. Dem kleinen schlimmen Mann aus Rom sprichst du das Recht jedoch ab, solche Einschätzungen vorzunehmen und publik zu machen. Du selbst hast hingegen schwingst dich zum Allwissenden des Forums auf und hast überhaupt kein Problem damit, sämtliche monogam lebenden Queer.de-Besucher als widernatürlich zu diffamieren. Dort liegt offensichtlich auch die Doppelmoral. Schließlich sind auch Treue Menschen gerne mal homo- oder transsexuell. Und wie du selbst sagst: "Und ganz ehrlich gesagt, reagiere ich äußerst gereizt auf Bezeichnungen wie Abnormal, Unnormal in Verbindung mit Homo-/Trans-/oder sonst einer Sexualität."
    Aber das offensichtlich nur, wenn es gerade in deine Streichholzschachtelwelt passt.
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