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- 17. Juni 2008 2 Min.
FDP-Chef Guido Westerwelle zeigt mehr aus seinem Privatleben: Mit Lebenspartner und Schwiegermutter präsentiert er sich der Klatsch-Presse.
Westerwelle und Freund "Micky" Mronz erschienen am Wochenende im Hause von Schwiegermama Ute erstmals vor der Crème de la crème der deutschen Klatschpresse ("Bunte", "Bild", RTL). Anlass war die Eröffnung einer Kunstausstellung. Ute Mronz ist Galeristin in Köln-Müngersdorf.
Bei dem Treffen lobte Ute Mronz den Kunstverstand ihres angehenden Schwiegersohnes. "Wir sind in allem auf einer Wellenlänge", erklärte sie stolz.
Damit leitet Westerwelle ein neues Kapitel in seinem "stillen Coming-out" ein. Der 46-Jährige kam Mitte 2004 vorsichtig aus dem Homo-Versteck, als er bei einem Arbeitsessen mit der CDU/CSU erstmals in männlicher Begleitung erschien (queer.de berichtete). Privates gab und gibt er ansonsten nur sehr zögerlich preis. Kurz nach seinem Coming-out hat er sich intensiver für gleiche Rechte eingesetzt (queer.de berichtete).
Die FDP gibt sich derzeit homofreundlich: Sie befürwortet unter anderem die Gleichstellung von Eingetragenen Partnerschaften mit der Hetero-Ehe. Allerdings hat sie sich aus wirtschaftspolitischen Überlegungen stets gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gewehrt. So wollten die Liberalen nur die EU-Vorgaben umsetzen; danach wäre sexuelle Ausrichtung weniger schutzwürdig gewesen als Merkmale wie Geschlecht oder Rasse. Die Ablehnung von verpflichtenden Regelungen zur Antidiskriminierung hält weiterhin an, auch wenn es im EU-Parlament um entsprechende Regeln für andere Staaten (etwa Polen) geht.
Nach den Wahlen 2009 könnte Westerwelle Vizekanzler und Außenminister einer schwarz-gelben Koalition werden. Neuesten Umfragen zufolge hat derzeit keines der Lager eine absolute Mehrheit: CDU/CSU und FDP kämen dem ARD-Deutschlandtrend zufolge auf 48 Prozent; ebenso viele Stimmen würden SPD, Linke und Grüne erreichen. (dk)
Links zum Thema:
» ‚Bild’-Bericht über Westerwelles Schwiegermami















Was die FDP und Homopolitik angeht, so freut mich, was da von der FDP im Bereich Lebenspartnerschaftsrecht parteipolitisch zu hören ist, während ich mit der Haltung im Bereich Diskriminierungsrecht nicht einverstanden bin. Letztlich ist es bei der FDP immer eine Frage, was Sie denn zusammen mit der CDU an liberaler Bürgerrechtspolitik auch dann am Ende durchsetzt. Da bin ich dann immer sehr skeptisch. Aber gegenwärtig ist unter der SPD zusammen mit der CDU auch kaum ein grosser Fortschritt zu verzeichnen. Da herrscht auch "Sendepause" im Bereich Lebenspartnerschaften, während andere Staaten wie Norwegen jetzt uns gesellschaftspolitisch abgehängt haben.