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  • 22. Juni 2008 154 2 Min.

Das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO appelliert in einer einmaligen Aktion zu rücksichtsvollem Outdoor-Sex

Von Carsten Weidemann

Der Berliner Tiergarten, insbesondere der Teil westlich der Siegessäule, ist bei homo- und bisexuellen Männern bis weit über die Stadtgrenzen hinaus als Cruisinggebiet bekannt. Doch der schwule Freiluftsex bietet nicht nur Anlass zur Freude: Zertrampelte Grünanlagen und achtlos weggeworfene Hinterlassenschaften sind kein schöner Anblick – weder für Parkbesucher, Nutzer von Toiletten und Spielplätzen, noch für Cruiser selbst. Wiederholt hatte das zuständige Grünflächenamt die Verunreinigungen durch Papiertaschentücher und Kondome als nicht akzeptabel bezeichnet.

Mit einer neuen Aktion fordert das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO die Szene zu rücksichtsvollem Outdoor-Sex auf: Gemeinsamen mit der Polizei will es am 24. Juni und am 2. Juli ein nördlich der Straße des 17. Juni gelegenes Parkgebiet als "Problemzone" markieren. In diesem Areal befindet sich ein großer Kinderspielplatz. Hinweisschilder werden Cruiser auffordern: "Hier bitte nicht!".

Bereits mehrfach hatte MANEO Cruiser zu mehr Rücksichtnahme gegenüber allen anderen Parkbesuchern gebeten. Zuletzt hatte Das Projekt auf die Problemsituation im Tiergarten mit der Aktion "Schöner Cruisen", d.h. mit einem Großputz im Tiergarten zum Ausklang der Outdoorsaison im Oktober 2007 reagiert.

"Rücksichtsvolles Cruisen ist ein Beitrag für ein gutes Stadtklima, denn auf die Bedürfnisse aller Parkbesucher wird Rücksicht genommen", betont MANEO-Projektleiter Bastian Finke. Vertreter der Polizei und des Grünflächenamts des Bezirks hatte diese Aktion begrüßt und sich ob des Engagements beeindruckt gezeigt.

MANEO appelliert an Cruiser, zukünftig das nördlich der Straße des 17. Juni mit dem Kinderspielplatz zu meiden und diese Botschaft weiter zu kommunizieren, zumal Polizei und Bezirksamt angekündigt haben, diese Problemzone verstärkt zu beobachten und in unregelmäßigen Abständen zu überprüfen. "Bitte gebt diese Information weiter und tragt dazu bei, dass in dem Gebiet rund um den Spielplatz nicht unnötige Konflikte entstehen", so Bastian Finke.

Wöchentliche Umfrage

» Sind Verbotsschilder im Cruisingpark sinnvoll?
    Ergebnis der Umfrage
-w-

#1 Tim_Chris
  • 22.06.2008, 07:36hBremen
  • Also beim Abfall verstehe ich echt nicht, wo das Problem ist. Wer Zeit hat, abends/nachts für einen Fick im Park herumzuwandern, der müsste ja auch die Zeit haben, nach dem Fick seinen Abfall im entsprechenden Behältnis zu entsorgen, das sicher im Park an jeder (zweiten) Bank angebracht ist.
    Und dass man sich nicht unbedingt in der frisch angelegten Rabatte mit Stiefmütterchen suhlt um einen Hauch von romantischem Sex zu spüren, sollte selbst einem eben erst ins fickfähige Alter gekommenem Teen klar sein, wobei diese sicher noch nicht abends/nachts auf der Suche nach Sex im Park flanieren.
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#2 MaxAnonym
  • 22.06.2008, 10:52h
  • ich versteh dieses cruising ding eh nicht. is das nicht schon längst überholt?!
    ist das nicht ein relikt aus der zeit, in der es kaum andere möglichkeiten gab gleichgesinnte zu treffen?
    aber heute? in der zeit in der wir homo-ehe fordern etc. wissen wir doch dass auch ein homosexueller eine beziehung führen kann. ja beziiiiehung. für viele immer noch ein paradoxon und mit seiner homosexualität nicht vereinbar. ob im job, studium, verein, disco, theater, oper oder bar hat man doch genug möglichkeiten gleichgeschlechtlich zu flirten. ja fliiiiirten!! ist was anderes als die hand gen schritt anzudeuten.
    letztens cruiste mich tatsächlich so n typ in der stadt an und verfolgte mich bis ich ihn zur rede gestellt habe. was denkt er sich, dass ich mit ihm auf ein klo gehe? wie unverschämt! und ich fühlte mich wie in den achtzigern.
    WAKE UP! kriegt eure triebe in den griff. crusing ist so peinlich wie parkplatz sex bei verheirateten frauen auf den motorhauben und gangbang mit fremden. pfui.
    ich weiss, ein anderssein geht oftmals mit verlust von jeglicher moralität einher. muss aber nicht sein. dann schaffts man auch wirklich nicht auf homosexuell sein reduziert zu leben.
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#3 remixbebAnonym
  • 22.06.2008, 11:21h
  • Antwort auf #2 von Max
  • ja. Auch ich habe das nie wirklich verstanden. Ist aber leider so, dass man in der schwulen Szene als "Klemmschwester" gilt, wenn man wie ich fast 7 Jahre in einer monogamen Beziehung lebt.
    Andererseits stört es mich auch nicht. Jeder soll machen, was er für richtig hält, solange es sich im legalen Rahmen bewegt.
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