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  • 04. Juli 2008 10 3 Min.

Unter dem Motto "Null Toleranz (für null Toleranz)" findet am Sonntag der Cologne Pride seinen Abschluss mit der CSD-Parade.

Von Dennis Klein

Der Kölner sehen ihren CSD – der immerhin als größter Gay Pride Europas gilt – traditionell als Karnevalsersatz an, der die lange Zeit bis zum 11.11. überwinden hilft. Die Veranstalter wollen aber trotzdem ihre Botschaft mit dem recht ungewöhnlichen Motto "Null Toleranz (für null Toleranz)" unter das Partyvolk bringen. Ähnlich wie in Berlin – hier machte man unter dem Motto "Hass du was dagegen" auf die zunehmende homophobe Gewalt aufmerksam – beklagt der Kölner Lesben- und Schwulentag, "dass in einigen Teilen der Gesellschaft auch nicht gerade zimperlich mit unserer Minderheit umgegangen wird."

Für den CSD erschienen daher in lokalen Homo-Magazinen fiktive Vermisstenanzeigen, in denen extreme Homo-Gegner an den Pranger gestellt wurden. Prominentester "Vermisster" ist der von Volker Beck einst als "Hass-Prediger" titulierte Kölner Kardinal Joachim Meisner ("zuletzt gesehen auf einer Kanzel im Kölner Dom, nachdem er homosexuelle Partnerschaften für 'verderblich' erklärt hat").

Der grüne Beck erfährt übrigens an diesem CSD eine besondere Ehrung: Der Kölner Bundestagsabgeordnete erhält am Samstag als zweiter Politiker seiner Partei (nach Claudia Roth) die "Kompassnadel". Der Preis wird jedes Jahr anlässlich des CSD vom Schwulen Netzwerk NRW vergeben. Beck wird dabei sowohl für sein Engagement für die Bürgerrechte von Schwulen und Lesben als auch für den Einsatz für eine Entschädigung der homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus ausgezeichnet. Traditionell erhält neben einem Prominenten auch ein Ehrenamtler die Kompassnadel: Dieses Jahr wird Knut Dehnen von der Selbsthilfegruppe homosexueller Alkoholikerinnen und Alkoholiker in Duisburg ausgezeichnet.

Im Mittelpunkt steht allerdings die CSD-Parade, die sich ab Sonntagmittag wie die letzten Jahre auch über die Deutzer Brücke in Richtung Dom bewegt. Mit dabei sind dieses Mal rund 80 Gruppen, vom "Schwulen Landadel" über die Gewerkschaft ver.di bis zum Schlagersender WDR 4. Auch Vertreter von SPD, FDP und Grünen werden von ihren Wagen viele Stunden Passanten anwinken. Beim Feiern vergessen die Rheinländer überdies alte Feindschaften: So hat der CSD Düsseldorf ein eigenes Plätzchen in der Kölner Parade. Im Gegensatz zum letztem Jahr ist der CSD diesmal aber arm an Kontroversen: 2007 gab es noch eine heftige Debatte um das Barebackporno-Label XXX-Project, das damals in der Parade mitfuhr (queer.de berichtete). Dieses Jahr verzichteten die Kölner Filmemacher auf die Teilnahme.

Nach dem mehrere Stunden dauernden Zug gibt es am Sonntagnachmittag um 17 Uhr für alle, die noch halbwegs nüchtern sind, die traditionelle Abschlusskundgebung am Heumarkt. Hier geht es ganz um Politik mit hochkarätigen Gästen aus dem In- und Ausland.

Mit einer Neuerung kann der CSD dieses Jahr auch aufwarten: Erstmals öffnet die Kölnarena ihre Pforten für die Cologne-Pride-Jünger. Am Samstagabend ab 22 Uhr steigt dort mit "Colour" die größte CSD-Party des Landes (queer.de berichtete). Es werden über 10.000 Besucher erwartet. Neben Show, Musik und Tanz gibt es dort auch einen Cruising-Bereich, in dem man froh und frei balzen kann. Nur bei einem Thema hört die Freiheit auf: Schwule Nikotinliebhaber dürfen erstmals nur noch unter freiem Himmel oder in abgetrennten Räumen an ihren Stängelchen ziehen. Denn seit dem 1. Juli gilt auch in Nordrhein-Westfalen ein Rauchverbot.

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» Welches CSD-Motto 2008 ist das beste?
    Ergebnis der Umfrage
-w-

#1 SaschaEhemaliges Profil
  • 05.07.2008, 03:29h
  • "Ungewöhnliches Motto"

    Ich würde das eher ein äußerst zeitgemäßes Motto nennen, das sich an den aktuellen Negativtrends der gesellschaftlichen Entwicklung, insbesondere im Bereich der "Jugendkultur", orientiert.

    Wenn Interesse an der Auseinandersetzung mit einem wirklich ungewöhnlichen (und vor allem unsinnigen und gefährlichen) CSD-Motto besteht, dann sollte sich queer.de unbedingt dem Slogan "Ich glaube..." zuwenden - und zwar nicht nur mit Blick auf verweigerte CDU-Grußworte.
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#2 Fred_IsraelEhemaliges Profil
  • 05.07.2008, 12:29h
  • seltsam!! da schreibt saxxxx zum ersten mal etwas sinnvolles! und bekommt 3 ablehnungen,obwohl ich mich diesmal mit dem roten punkt zurück gehalten habe

    scheint also noch mehr leute zu geben, den du auf die nüße gehst

    trotzdem unverständlich für diesen beitrag.
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#3 SaschaEhemaliges Profil
  • 05.07.2008, 14:32h
  • Antwort auf #2 von Fred_Israel
  • Wobei du dir hoffentlich dessen bewusst bist, dass meine Vorstellungen vom Umgang mit Hass und Diskriminierung den deinigen diametral entgegen stehen.

    Du tust offensichtlich alles, um einzelne diskriminierte Gruppen und "Minderheiten" in dieser Gesellschaft gegeneinander auszuspielen, wechselseitige Vorurteile, xenophobe Stimmungen und kulturelle Spaltung zu befördern -

    ich möchte letztere GEMEINSAM mit eben den Menschen, die wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder wegen ihres Glaubens diskriminiert, ausgegrenzt und/oder pauschal verunglimpft werden, überwinden!
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