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  • 05. Juli 2008 11 2 Min.

Der konservative US-Politiker starb im Alter von 86 Jahren. Für Aids-Aktivisten war er "schlimmer als das Virus".

Von Christian Scheuß

Über Verstorbene soll man nicht schlecht reden, heißt es. Doch vielen Schwulen und Lesben in den USA wird zum Tod des ehemaligen US-Senators von North Carolina nur wenig Schmeichelhaftes einfallen. Er war über Jahrzehnte das Feindbild Nummer 1 für alle, die sich für Liberalität, die Gleichberechtigung von sexuellen Minderheiten und die Solidarität mit HIV-Infizierten einsetzten. Jesse Helmes, den Aids-Aktivisten als "tödlicher als das Virus" einschätzen, starb am Freitagmorgen im Alter von 86 Jahren.

Als Rechtskonservativer war er nicht nur gegen die Ausweitung von Bürgerrechten, die Integration von Ausländern und moderne Kunst. Er kämpfte auch mit allen ihm verfügbaren Mitteln gegen die US-Regierung, die Mittel für die Erforschung von Aids und die Entwicklung von Medikamenten bereitstellte. Die Krankheit, so seine Meinung, sei erst durch "unnatürliches und unappetitliches" homosexuelles Verhalten entstanden. "Es ist nichts Gutes geschehen in Sodom und Gomorrah", so Helmes. "Und so wird auch nichts Gutes in Amerika passieren, wenn man dem Getrommel für einen homosexuellen Lebensstil folgt."

Erst in seinem letzten Jahr als Senator, 2002, vollzog er eine kleine Kehrtwende. Plötzlich setzte er sich für Aids-Aufklärungskampagnen ein, die allerdings die afrikanische Bevölkerung zum Ziel hatten, wo die meisten Neuinfektionen durch heterosexuelle Kontakte zustande kommen. Für die schwulen Aids-Aktivisten, die 1991 in einer spektakulären Aktion sein Privathaus mit einem Riesenkondom überzogen (siehe YouTube-Video), blieb er bis zuletzt ein gefährlicher Mann.

Youtube | Aids-Aktivisten 1991: Das Haus von Jesse Helmes bekommt ein Kondom übergestülpt
-w-

#1 Tim_Chris
  • 05.07.2008, 17:34hBremen
  • Was für eine geile Aktion mit dem Kondom. Herrlich

    Wie im Bericht bereits erwähnt soll man über Tote ja nicht schlecht reden. Deshalb: Friede seiner Asche, oder was sonst von ihm noch vorhanden ist, und der Menschheit ein Wohlgefallen.
    Ich hoffe, mir nimmt keiner übel, dass ich nicht trauere.
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#2 MarkHBAnonym
  • 05.07.2008, 18:04h
  • Warum sollte man über Tote nichts schlechtes sagen? Wenn es gerechtfertigt ist, dann darf man es sehr wohl! Oder will mir nun plötzlich jemand sagen - Adolf ist tot, da darf ich nicht mehr über ihn schimpfen? ;-)

    Dieser Ex-Senator hat gegen die Bürgerrechte von Schwulen und Lesben gekämpft, er hat Hass gegen Homosexuelle verbreitet, mit Vorurteilen versucht dafür zu sorgen, dass Schwule und Lesben Ihre Rechte nicht bekommen.

    Insofern kann man wohl festhalten:
    Er war ein fieses Schwein. Nun ist er tot. Hurra!
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#3 stromboli
  • 06.07.2008, 07:00hberlin
  • Antwort auf #2 von MarkHB
  • ja, erinnert mich an "the wizard of oz" wo die gefährten um die asche der verbrannten hexe tanzen : dingdingedong... the witch (bitch) is death

    somewhere over the rainbow; ende gut alles gut!
    Was ist eigentlich aus der orangensaftverkäuferin anita bryant geworden? Hoffentlich an ihrem eigenen gift verreckt!
    Wenns denn doch eine hölle gebe, mögen sie drinnen schmoren bis ans ende aller tage! UNVERSÖHNLICH!
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