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  • 08. Juli 2008 37 2 Min.

Im amerikanischen Blockbuster "Hancock" fallen drei abschätzige Bemerkungen über Schwule, beklagt die Gay and Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD).

Die kritisierte Stelle findet sich 24 Minuten nach dem Filmstart: "Während Jason Bateman als PR-Berater versucht, das bislang schlechte Image des Superhelden aufzubessern, zeigt er Hancock drei Comicbuch-Zeichnungen, die ihn inspirieren sollen. Aber Hancock lehnt alle traditionellen Kostüme der Superhelden ab und antwortet: 'Homo. Homo in rot. Norwegischer Homo.' Die Zuschauer sollen nach dieser Äußerung lachen. Es gibt keine Replik und keine Vergeltung für diese Bemerkungen", beklagt die GLAAD. "Niemand würde den Witz vermissen, wenn er nicht da wäre. Aber man entschied sich, einen billigen Schwulenwitz einzubauen. Junge Schwule, die sich den Film ansehen, werden damit von der Hauptfigur, die als Held dargestellt wird, in den Schmutz gezogen."

"Hancock" wendet sich insbesondere an Jugendliche – in den USA hat er mit der Freigabe PG-13 nur eine empfohlene Altersbeschränkung, die nicht bindend ist. Der Action-Film, der von Will Smith co-produziert wurde, hat seit seinem weltweiten Start vor wenigen Tagen allein in Nordamerika über 100 Millionen Dollar eingespielt. In Deutschland legte "Hancock" den besten Filmstart des Jahres hin (1,07 Millionen Zuschauern am Wochenende).

Will Smith hatte bereits zuvor den Ärger von Homo-Aktivisten auf sich gezogen. So hatte er sich 1993 geweigert, im Film "Six Degrees of Separation" ("Das Leben – ein Sechserpack") einen Mann zu küssen. Damit würde er seine Fans vergraulen, so der spätere Weltstar. Noch Jahre danach nahm der spätere Gandalf-Darsteller Ian McKellen dem 1968 geborenen Schauspieler und Rapper die Entscheidung übel: "Er dachte, er sagt etwas sehr Originelles, aber was wirklich ans Licht kam, war seine Homophobie, die Krankheit so vieler Leute", so McKellen im Jahre 2004. Smith hat sich zu dem Thema nicht mehr geäußert. (dk)

-w-

#1 FranzAnonym
  • 08.07.2008, 16:57h
  • Ob Homophob oder nicht - Will Smith wird sowieso total überschätzt. In "I am Legend" war er total überfordert und trug den Film nicht. Schlicht langweilig!

    Aber bevor queer.de hier rumlästert wegen homophober Äußerungen eines Hollywoodstars: Was lese ich in einem Werbebanner oben auf dieser Seite? "Triff den fetten Mann auf dem Trampolin". Klingt adipositasphob und ist auch nicht besser.

    Franz
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#2 7madonna7
  • 08.07.2008, 17:20hAarau
  • naja, ich verstehe diese Art von Humor total. Und man kann so was ja nicht verbieten. Soll jetzt die ganze Welt schwul werden, genau dass nervt mich an den meisten Schwulen, egal auf was, man (n ) reagiert total empfindlich. Werdet endlich mal locker! in dieser besagter Szene wo er einen Kostümvorschlag erhielt hab ich mich kaputt gelacht! Hallo????
    naja, Will Smith ist sowieso total überschätzt. Klar, er macht gutre Unterhaltungs - Popcorn Filme aber mehr auch nicht!
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#3 SaschaEhemaliges Profil
  • 08.07.2008, 17:45h
  • Leider haben auch viele Betroffene immer noch nicht begriffen, dass gerade diese unterschwellige, subtil daherkommende Verunglimpfung homosexueller Männer die schlimmste und wirkungsvollste Homophobie gerade mit Blick auf männliche Jugendliche ist.

    Es ist völlig unverständlich, dass man in einem Land mit unserer Geschichte, in der die Verfolgung und Ermordung von Millionen Juden in der Weimarer Republik auch mit eben solchen, scheinbar ganz "harmlosen" Formen der Stigmatisierung und Diffamierung begann, nicht über ein anderes historisch-politisches und vor allem demokratisches Bewusstsein verfügt.

    Dabei hat die GLAAD es doch auf den Punkt gebracht: Derartige, dumme und verunglimpfende "Witze" (die keine sind) oder Verunglimpfungen sind in aller Regel völlig überflüssig und könnten mit größter Leichtigkeit durch etwas ersetzt werden, das niemanden beleidigt oder stigmatisiert. Und eben das erwarte ich von einer demokratischen Kultur des Respekts: Dass man nicht nur ohne verbale Akte der Verunglimpfung bestimmter Gruppen auskommt, sondern dass man solche Formen der Verunglimpfung auch aktiv ahndet und ächtet.

    Hier mal beispielhaft ein guter Ansatz aus Großbritannien, der zugleich die Frage aufwirft, warum gerade hier in Deutschland solche Maßnahmen noch nicht eimal diskutiert werden - obwohl doch jüngste Untersuchungsergebnisse in aller Deutlichkeit belegen, dass die Xenophobie unter jungen Menschen wieder dramatisch zunimmt:

    www.spiegel.de/panorama/0,1518,564480,00.html
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