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  • 10. Juli 2008 24 2 Min.

Let the sunshine in! Der Hippie-Klassiker aus dem Jahr 1979 ist wieder im Kino. Das wird ein Happening!

Von Carsten Weidemann

Milos Formans Musicalklassiker und Hippie-Kultfilm mit Treat Williams, John Savage und Beverly D`Angelo setzte Maßstäbe für den Musikfilm und gehört bis heute zu den beliebtesten Musicalklassikern aller Zeiten. Mitreißende Rhythmen, eine tiefgründige Geschichte und das flirrende Lebensgefühl einer Ära haben "Hair" zum Kultfilm werden lassen.

Der Meisterregisseur des politisch-unterhaltsamen Films erzählt die Geschichte des schüchternen Claude Bukowski, der aus der amerikanischen Provinz mitten in das aufregende Lebensgefühl der Flower-Power-Generation gelangt. Nur zwei Tage bleiben Claude, bevor er in die Armee eingezogen wird, um in Vietnam zu kämpfen. So lernt er die kleine Gemeinschaft um den charismatischen Berger kennen. Rebellion, freie Liebe, Drogen und sehr viel, sehr langes und ungezähmtes Haar stehen hier auf der Tagesordnung. In dieser aufregenden Stimmung trifft Claude Sheila und mit ihr die Liebe.

Aber Claude muss gehen. In einem Streich übernimmt Berger für ein paar Stunden seine Rolle im Militärcamp. Doch dann kommt der Ausmarschbefehl und Berger zieht für Claude nach Vietnam.

Die Energie und der unbändige Tatendrang Bergers übertragen sich auf den gesamten Film und auch auf das Publikum. Mit "Hair" schuf Milos Forman ein vitales, temporeiches Monument, ein einmaliges Zeugnis der politisch aufgewühlten und friedenshungrigen Hippie-Bewegung, in der auch die schwul-lesbische Emanzipationsbewegung ihren Anfang hatte. Seinen Fähigkeiten als Regisseur und der Zusammenarbeit mit hervorragenden Künstlern ist es zu verdanken, dass "Hair" nicht zum Anachronismus einer sehr speziellen Zeit geriet, sondern ein Film von höchster Aktualität ist, nicht nur musikalisch, sondern auch politisch.

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-w-

#1 gatopardo
  • 10.07.2008, 12:40h
  • Wir haben uns den Film -zigmal immer wieder reingezogen und seine Lieder gesungen.
    Ja das waren Zeiten voller Hoffnung auf das Ende von Heuchelei, Imperialismus,Einschüchterung und Rassismus . Wie wir wissen, hat die konservative Reaktion dann den Rückschritt eingeleitet, der bis heute andauert.
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#2 MarkusAnonym
  • 10.07.2008, 14:13h
  • wer will schon langhaarige utopisten 30 jahre später nochmal sehen. aus den paradiesphantasien bin ich schon längst rausgewachsen...und hippies waren doch die doppelmoralisten überhaupt oder?
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#3 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 10.07.2008, 14:48h
  • Antwort auf #1 von gatopardo
  • Ja, gab es sie damals tatsächlich, die Zeit voller Hoffnung, dass dem und dem und dem und dem der Garaus gemacht werden könnte? War die Hoffnung damals berechtigter als heutzutage? Oder haben wir uns nicht eher diese Hoffnung in zahllosen Debatten zwischen dem einen und dem andren Orgasmus eingetrichtert. Wir wollten glauben, also glaubten wir. Und unsere Träume nannten wir realistische; und wer sie nicht so nannte, den lachten wir aus, und "spießig" nannten wir ihn; der konnt' nur ein "Kleinbürger" sein.
    Aber hatten wir uns nicht eher ver-träumt? Und als wir erwachten,und siehe, die Welt war uns nicht gefolgt, da war es schwer zuzugeben, dass wir uns verträumt hatten. Nee, da mussten die reaktionäre Kräfte zugenommen haben. Aber waren uns nicht eher Seifenblasen zerplatzt?
    Richtig, an der Welt von heute gibt es viel auszusetzen, aber dass wir in den 70er Jahren dem Paradies näher waren, ist eine Legende. - "Schön war die Jugendzeit..." und "Kinder, wir damals..." - Nee, Kinder von heute, wir haben auch nur mit Wasser gekocht. Wir wollten nur nicht wahrhaben, dass es auch nur Wasser war. Was unser gutes Recht war, aber unser Recht ist's nicht, uns in Nostalgie zu ergehen. Den Stein der Weisen haben wir nämlich "damals" nicht gefunden. Und in greifbarerer Nähe als heutzutage lag er damals mitnichten. Nur weil man maßlos träumt, und wir haben maßlos geträumt, ist man noch kein Himmelsstürmer. Und anstatt zu stürmen, haben wir uns nicht selten kräftig eingesponnen in eine Welt, die mit der Realität wenig zu tun hatte. Und als wir aus unseren Kokons krochen, weil man vom Träumen, Debattieren und Lieben auf Dauer nicht leben konnte, mussten wir nach einem Sündenbock suchen, warum wir nicht bleiben konnten, wo uns so wohlig warm war. Und ich will ja keinem von "damals" zu nahe treten, ich gehör' ja dazu, aber als wir mitkriegten, so rosig, wie wir glaubten, dass alles schon beinahe wäre, war es halt nicht, haben wir geschmollt. Und an der Legende gebastelt. Und uns Denkmäler gesetzt. Und jetzt hoffe ich doch, keiner von uns Alten geht nun mit einem 20jährigen in den Film "Hair" und sagt: "Guck mal, das waren wir damals. Großartig, was?! Guck dir das an, was wir für mutige Kerle waren, kannst' was von lernen, Du."
    Produktiver wär's allemal, wir schauten und dann fragten uns: "Warum sind wir damals eigentlich an Grenzen gestoßen? Was war unser Anteil daran?"
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