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- 11. Juli 2008 2 Min.
Bei der am Samstag stattfindenden Parade soll auch ein "kirchenkritischer Wagen" mitfahren, der die katholische Pressestelle zu einer leicht patzigen Replik ermunterte.
"Auf mehrfache Anfragen von Journalisten zu der Aktion und zu dem von einigen Geistesfreien und Homosexuellen vorgegebenen Niveau ist lediglich anzumerken: Die Initiatoren stellen sich selbst und ihren Horizont in einer Weise vor, die keiner Erwiderung bedarf", erklärte Winfried Röhmel, Pressesprecher des Erzbischöflichen Ordinariats in München.
Er bezieht sich dabei auf einen Wagen, auf dem vier Pappmaché-Figuren Bischöfe und den Papst darstellen sollen. Vorne zersägen drei Bischöfe einen regenbogenfarbene Brücke, der hintere Teil ist für den Papst reserviert.
"Das sind die einzigen, die immer noch gegen uns sind", erklärte Wirt Dietmar Holzapfel in der "Abendzeitung" den Grund für die besondere Themenwahl. Er gestaltete den Wagen gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) sowie dem Bund für Geistesfreiheit, einer Interessenvertretung konfessionsloser Bürger.
2006 hatte die Polizei noch einen kirchenkritischen Wagen auf dem CSD verboten (queer.de berichtete). Sie leitete Ermittlungen wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes ein, die aber sehr schnell eingestellt wurden. Der Chef des Vatikan, Benedikt XVI, wurde nach Angaben der Polizei damals "mit regenbogenfarbener Haarpracht" dargestellt und habe Kondome an den Fingern getragen.
Die CSD-Parade startet am Samstag um 12 Uhr, Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) wird den Zug anführen. Das diesjährige Motto lautet: "Brücken bauen - zu jedem Ufer". (dk)
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