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  • 13. Juli 2008 31 2 Min.

Das Verkehrsministerium in Rom kassierte den Lappen des 26-jährigen Danilo Giuffrida mit der Begründung, als Homosexueller sei er psychisch gestört.

Von Carsten Weidemann

Ein italienisches Gericht hat die Regierung in Rom zur Zahlung von 100.000 Euro Schmerzensgeld an einen 26-jährigen schwulen Sizilianer verurteilt. Damit hat sich Danilo Giuffrida erfolgreich gegen eine heftige Diskriminierung gewehrt: Das Verkehrsministerium hatte dem jungen Mann aus Catania den Führerschein entzogen – mit der Begründung, dass er als Homosexueller psychisch gestört sei.

Bei seiner Musterung hatte Giuffrida erklärt, dass er schwul sei. Das Verteidigungsministerium gab diese Information prompt an das Verkehrsministerium weiter, das den 26-jährigen vor die Wahl stellte: Entweder wiederholt er die Fahrprüfung oder sein Führerschein wird eingezogen. Danilo Giuffrida entschied sich für ersteres und bestand die Prüfung ein zweites Mal. Obwohl er keine einzige Verkehrssünde begangen hatte, wurde seine Lizenz jedoch nur um ein Jahr – statt der üblichen zehn Jahre – verlängert. Giuffrida zog vor Gericht: "In meiner Familie und in der Gesellschaft hatte ich nie Schwierigkeiten. Doch nach dem Vorfall fühlte ich mich wie ein Mensch zweiter Klasse", sagte er gegenüber den Medien.

Das Verhalten der Ministerien habe bei Danilo Giuffrida zu einem großen Misstrauen gegenüber dem Staat geführt, verkündeten die Richter und gaben seiner Klage recht. Sein Anwalt erklärte, er hoffe, dass sich Ministerpräsident Silvio Berlusconi nun "im Name des Staates und aller Italiener" bei Giuffrida entschuldigen werde.

Das Urteil wurde am Samstag veröffentlicht.

-w-

#1 VolumePro
  • 13.07.2008, 13:45hMönchengladbach
  • Es stinkt bei den italienischen Behörden.

    1. Warum gibt die Musterungsbehörde so eine Information überhaupt an die ranghöhere Behörde?

    2. Warum gibt das Verteidigungsministerium so eine Information an die Führerscheinbehörde?

    3. Warum soll ein Schwuler nicht in der Lage sein, ein Kraftfahrzeug ordnungsgemäß zu führen?

    4. Was für menschenverachtende Einstellungen haben die zuständigen Sachbearbeiter?

    5. Hat die in Italien starke Kirche was damit zu tun?
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#2 HannibalEhemaliges Profil
#3 heldenlosAnonym
  • 13.07.2008, 14:19h
  • Was es nicht alles gibt *kopfschüttel*

    Achja es heißt "Giffrida zog VOR Gericht" ;)
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