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- 21. Juli 2008 2 Min.
Der jamaikanische Reggae-Sänger Sizzla, der in seinen Liedern zur Ermordung von Schwulen aufruft, wird aufgrund eines EU-Einreiseverbotes nicht beim im kommenden Monat stattfindenden "Chiemsee Reggae Summer" teilnehmen.
Das gaben die Veranstalter auf ihrer Website bekannt. Wörtlich heißt es: "Auf Druck des Lesben- und Schwulenverbands Deutschlands (LSVD) und des Bundestagsabgeordneten der Grünen, Volker Beck, wurde Sizzla (Miguel Collins) vom Bundesinnenministerium in das sogenannte Schengen-Informations-Sytem (SIS) eingetragen. Dies macht ihm derzeit die Einreise in den Schengenraum, zu dem auch Deutschland gehört, trotz gültigen Visums, unmöglich".
Sizzla werde aber gegen diese Eintragung juristisch vorgehen. Allerdings glauben die Chiemsee-Veranstalter nicht, dass das bis zum Festivalbeginn "geregelt" sei. Über den Grund des Einreiseverbotes (u.a. Texte wie: "Verbrennt die Männer, die Sex mit Männern haben") verloren die Veranstalter kein Wort.
Seitdem das Einreiseverbot auf der Festival-Website angekündigt wurde, erreichen den LSVD E-Mails mit Beschimpfungen. Man wolle in der Sache aber hart bleiben, erklärte LSVD-Sprecher Axel Hochrein: "Wir sind und bleiben der Auffassung, dass hierzulande kein Interpret auftreten und auch noch Geld verdienen sollte, der zu Mordtaten an Schwulen und Lesben aufruft und für Morde an Schwulen auf Jamaika womöglich mitverantwortlich ist", so Hochrein. "Das können wir hier und jetzt wirklich nicht gebrauchen, dafür haben wir nicht all die Jahre gekämpft!".
Noch im Mai hatte Sizzla trotz eines Einreiseverbotes in den Schengenraum Konzerte in Europa gegeben (queer.de berichtete). Ende Mai hat Spanien den Sänger schließlich bei der Einreise verhaftet und ausgewiesen (queer.de berichtete).
Beim dem Chiemsee Reggae Summer soll nach wie vor Beenie Man auftreten. Der 34-Jährige ruft in seinen Songs ebenfalls zu Gewalt gegen Homosexuelle auf. So heißt es in einem Lied: "Ich träume von einem neuen Jamaika, kommt, lasst uns alle Schwulen exekutieren." Er hatte sich zuletzt in Interviews kämpferisch im Kampf gegen den "schwulen Lebensstil" gezeigt (queer.de berichtete).
Das Festival soll vom 22. bis 24. August stattfinden. (dk)














