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- 21. Juli 2008 1 Min.
Die "Bild"-Zeitung berichtete am Montag, dass die Regenbogenfahne am Hamburger Rathaus vorübergehend eingeholt werden würde, um (heterosexuellen) Hochzeitspaaren die "Peinlichkeit" eines Bildes vor der "Schwulen-Fahne" zu ersparen - die regierende GAL spricht von einer Falschmeldung.
Das Rathaus soll anlässlich des CSDs vom 31. Juli bis zum 3. August beflaggt werden, wie es im Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen erstmals festgeschrieben ist. Am 1. August werden allerdings im Hamburger Rathaus wie jeden ersten Freitag im Monat standesamtliche Hochzeiten durchgeführt. Und die "Bild"-Zeitung malt bereits ein "Horror-Szenario" aus: "Es soll die Erinnerung an den schönsten Tag im Leben werden – und dann das: Auf dem Hochzeitsfoto vorm Rathaus prangt im Hintergrund die Regenbogenfahne, das Symbol aller Schwulen und Lesben!".
Dem Bericht zufolge soll Farid Müller, schwulen- und lesbenpolitischer Sprecher der GAL-Fraktion, das kurzfristige Einholen der Fahne als "praktikable Lösung" bezeichnet haben. Der Hamburg Pride e.V. hat sogleich in einer Pressemitteilung scharf gegen diese angebliche Entscheidung protestiert.
Dabei scheint an der Geschichte nichts dran zu sein: Jörg Ebel, der Leiter des Büros von Farid Müller, erklärte gegenüber queer.de, dass die Fahne "auf jeden Fall" ohne Unterbrechung wehen würde. "Bild" habe kein autorisiertes Zitat von Müller wiedergegeben, so Ebel. (dk)
Links zum Thema:
» CSD Hamburg
» BILDblog zur Geschichte









