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- 28. Juli 2008 1 Min.
Die islamische Religionspolizei hat am Wochenende im malaysischen Staat Kelantan 16 Transsexuelle festgenommen, die an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen wollten.
Es habe Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben, dass sich eine Gruppe von Männern in Frauenkleidern in einem Ferienort aufhielte, erklärte das Religionsministerium des Bundesstaates. Zirka 50 Transsexuelle seien bei der darauf folgenden Razzia der Polizei in einem Veranstaltungsraum geflohen und hätten sich so der Festnahme entzogen. Nach Angaben des Ministeriums drohen den "Tätern" bis zu sechs Monate Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 Ringgit (rund 200 Euro).
Kelantan wird seit Jahren von der islamistischen Partei PAS regiert und gilt als konservativster Bundesstaat der parlamentarischen Wahlmonarchie. Hier leben gut zwei Millionen der rund 28 Millionen Einwohner Malaysias.
Zuletzt sorgte das Land für Aufsehen, als der Oppositionsführer wegen einer angeblichen homosexuellen Vergewaltigung festgenommen wurde (queer.de berichtete). Anwar Ibraham bestreitet diese Vorwürfe.
Selbst auf einvernehmliche homosexuelle Handlungen stehen bis zu 20 Jahren Haft oder Auspeitschung. In einigen ländlichen Regionen gilt zudem das Scharia-Recht – Schwule können dort zum Tode verurteilt werden. Die relativ liberale Hauptstadt Kuala Lumpur gilt als Zufluchtsort für Homo- und Transsexuelle. Hier hat sich eine lebhafte schwule Subkultur entwickelt, die vom liberalen Nachbarland Thailand beeinflusst wird. (dk)













