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https://queer.de/?9116
  • 29. Juli 2008 16 2 Min.

In San Francisco haben Trans-Aktivisten vor einer Gala der Homo-Gruppe Human Rights Campaign protestiert.

Sie wollen damit ihre Kritik an der Unterstützung der Gruppe für ein Antidiskriminierungsgesetz zum Ausdruck bringen, das zwar sexuelle Orientierung beinhaltet, nicht aber sexuelle Identität. Der "Employment Non-Discrimination Act" wurde vom schwulen demokratischen Abgeordneten Barney Frank ins Repräsentantenhaus eingebracht und dort beschlossen (queer.de berichtete). Derzeit berät die zweite Kammer, der Senat, noch über die endgültige Fassung.

Ursprünglich sollten auch Transsexuelle ins Gesetz eingeschlossen werden, allerdings sei das laut Frank im Ausschuss und im Plenum nicht mehrheitsfähig gewesen. Die Human Rights Campaign unterstützte trotzdem den Entwurf, während sich viele andere Homo-Gruppen von ihm abwandten. Die Frage wird als größter Keil innerhalb der Homo-Bewegung angesehen.

In der Gala wurden Spenden für eine Kampagne gegen das Verbot der Homo-Ehe in Kalifornien gesammelt. Im November werden die Bürger in einer Volksabstimmung darüber entscheiden, ob die Ehe in der kalifornischen Verfassung als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert wird (queer.de berichtete). Die Ehe war im einwohnerstärksten Staat der USA erst im Juni geöffnet worden, nachdem der oberste Gerichtshof des Bundesstaates das Vermählungsverbot für Schwule und Lesben als Verstoß gegen die Antidiskriminierungsrichtlinien bewertet hatte (queer.de berichtete). Insgesamt nahm die Human Rights Campaign an diesem Abend über zwei Millionen US-Dollar (1,3 Millionen Euro) ein. Allein der Multitmillionär Bruce Bastian überreichte den Aktivisten einen Scheck über eine Millionen Dollar. (dk)

-w-

#1 Tim_Chris
  • 29.07.2008, 13:17hBremen
  • Lobenswert die Gala, erfreulich die hohen Einnahmen, aber unverständlich ihre Reaktion zum Antidiskriminierungsgesetz und dem darin enthaltenen Ausschluss der Transsexuellen. Gibt es denn irgendeine nachvollziehbare Erklärung, weshalb sie trotz dieses doch bedeutsamen Mangels diesen Entwurf unterstützten?
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#2 AlexTM
  • 29.07.2008, 13:19hKöln
  • Diese ganze HRC-Geschichte ist kompliziert, der Ärger kocht ja schon länger, und das ist auch nicht die erste Aktion.

    Es ist aber wohl so, daß die HRC nicht zum ersten Male versprochen hatte, Trans irgendwo mit aufzunehmen, Geld eingesammelt hat auch von Transleuten, Transleute für sich hat arbeiten lassen, und dann bei der ersten Schwierigkeit die Transfrage als Verfügungsmasse fallen zu lassen wie eine heiße Kartoffel.

    Und nach dieser Geschichte hatten sehr viele Transleute halt endgültig die Nase voll davon, daß die HRC einerseits erzählte, Transleute müßten sie unterstützen, weil sie nunmal eine einflussreiche Gruppe sind, und dann andererseits die gleiche HRC Transleute als erstes fallen läßt, um bei Verhandlungen besser dazustehen. ("Also hier könnten wir euch vielleicht etwas entgegenkommen, wir könnten das hier streichen.")

    Das ist auch nicht die in einigen (kleinen) Untergruppen der Transleute tatsächlich verbreitet Homophobie; im Gegenteil, so einige der jetzt heftig Protestierenden sind LGB und/oder haben lange mit der oder für die HRC gearbeitet. Aber irgendwann ist man halt genug ausgenutzt worden.

    Das Spielchen, sich ein T hinten ans LGB zu hängen, auch mal eine Sonntagsrede zu halten, aber das zumindest ganz schnell wieder zu vergessen, wenn es ans Arbeiten geht, mindestens das gibts übrigens auch hierzulande.
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#3 Tim_Chris
  • 29.07.2008, 17:45hBremen
  • Antwort auf #2 von AlexTM
  • Wenn ich richtig bin setzen sich die ganzen LGBT Gruppen und auch die HRC hauptsächlich aus Schwulen und Lesben zusammen, um die Rechte für die Community zu erkämpfen. Das Problem dürfte dabei sein, das Schwule und Lesben überhaupt nicht wissen was für Transgender (egal welcher Gruppierung) wichtig ist, was sie brauchen oder wo es da hakt, einfach weil sie sich in Transen gar nicht hineinversetzen können. Und wie viele Transsexuelle kämpfen noch, wenn sie mit allem durch sind, für gleiche Rechte und Anerkennung? Sie sind erschöpft vom vorherigen Kampf mit Outing, Rechtfertigungen, Anfeindungen, Unterstellungen, dem Kampf mit Behörden, Ärzten, Krankenkassen, OPs, Umfeld, Arztsuche, Nach-OPs, Arbeitgebern, Schulen. Überall müssen sie, um endlich als Herr/Frau mit neuem Namen auch wirklich akzeptiert zu werden neue Papiere anfordern, Zeugnisse, Dokumente, Urkunden umschreiben lassen. Überall erklären. Sie sind verständlicherweise müde und wollen nur noch ihre Ruhe, jetzt, wo sie endlich auch äußerlich in ihrem Wunschgeschlecht durchgehen. Die wenigsten wollen sich dann noch outen, noch sagen: "Ja, ich bin auch trans, ich war mal..." Sie versuchen ihr bestes im Kleinen, in den SHGs ihrer Städte. Aber auch da steigen die meisten aus, wenn sie durch sind. Da bleiben dann die SHG Gründungsväter/-mütter und eine Hand voll (Ex)Transsexuelle, denen die Sache einfach zu wichtig ist, die weiter aufklären und helfen wollen.
    Im Vergleich zu Schwulen und Lesben sind wir lächerlich wenige und selbst die lächerlich wenigen teilen sich noch in zig verschiedene Grüppchen, die zwar alle unter den Begriff Trans fallen, aber doch alle wieder andere Interessen verfolgen.
    Ergo bleibt der Kampf für unsere Interessen an den Schwulen und Lesben hängen, die davon keine Ahnung haben. Überhaupt keine Ahnung haben können. Bestenfalls versuchen vereinzelte Transgendergruppen unabhängig der LGBT Gruppen ihr Ding auf eigene Faust durchzuziehen, was allerdings kaum wirklich funktioniert.
    Die LGBT Gruppen sind größtenteils anerkannt, doch wie viele Transgendergruppen sind das? Ich kenne keine, an die ich mich wenden könnte, wenn ich meine Rechte durchgesetzt haben wollte. Also müsste ich mich an eine der LGBT Gruppen wenden und die können gar nicht wirksam helfen, weil wir uns ja nicht mal unter uns Transen mit all seinen Variationen und Unterschieden einig sind.
    Ich schätze, das ist das einzige Problem, weshalb wir dabei immer mal wieder übergangen werden. Allerdings verstehe ich dabei immer noch nicht, weshalb wir beim Antidiskriminierungsgesetz in USA ausgeschlossen wurden und das von HRC toleriert wurde. Denn das eine hat mit dem anderen ja nix zu tun. Zumindest dieses Recht steht uns ja genauso zu wie den Schwulen und Lesben dort und irgendwie gehören wir Transen, egal in welcher Variante nun auch, ja ebenfalls dazu.

    Sorry, mir ist heiß, ich habe scheußliche Kopfschmerzen, ich hoffe, jemand blickt bei dem Chaos das ich geschrieben habe noch durch.
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