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- 31. Juli 2008 2 Min.
Als letztes nordisches Land hat Grönland ein Antidiskriminierungsgesetz zum Schutz von Schwulen und Lesben eingeführt.
Die Neuregelung soll zum 1. Januar 2010 in Kraft treten. Demnach wird jegliche Benachteiligung im Arbeits- und Zivilrecht aufgrund der sexuellen Ausrichtung verboten. Søren Volder, der oberste Rechtsberater der grönländischen Regierung, erklärte, ein solches Gesetz sei zuvor "nicht notwendig" gewesen. "Homosexualität ist etwas, das bislang für das Volk keine Priorität hatte", so Volder.
Der Historiker Jens Rydstöm begrüßte gegenüber der Nachrichtenseite "Sermitsiak" die Gesetzesänderung und erklärte, er habe die Lage von Schwulen in Grönland untersucht und weitreichende Diskriminierung festgestellt. In der patriarchalen Kultur der weltweit größten Insel bestünden Vorurteile, dass Schwule nicht die traditionellen männlichen Aufgaben wie Jagen übernehmen könnten. Schwule würden seinen Studien zufolge weit mehr diskriminiert als Lesben, die traditionelle Frauenrollen übernehmen könnten. Nach Ansicht von Rydström wird die Gesetzesänderung die Akzeptanz steigern: "Die Verabschiedung des Gesetzes hat eine enorme symbolische Wirkung. Das ist eine wichtige Botschaft an Grönlands Schwule und Lesben".
Grönland, ein autonomer Bestandteil von Dänemark, ist sechs Mal so groß wie Deutschland, hat aber lediglich 58.000 Einwohner. Es ist das einzige nordische Land, in dem es bislang keine Antidiskriminierungsgesetze zum Schutz von Homosexuellen gibt. Es unterliegt nicht den Verordnungen der EU, da es kein Mitglied ist. Als bislang einziger Staat trat die geografisch zu Nordamerika gehörende Insel 1985 aus der Gemeinschaft aus. (dk)















Ein Austritt aus der EU ist momentan noch nicht möglich, sollte aber mit dem Vertrag von Lissabon eingeführt werden, dazu muss dieser natürlich in allen Mitgliedsstaaten ratifiziert werden ...
Also bitte nicht so einfach EU und EG und EWG durcheinanderwürfeln.
Grönland ist - wie im Text beschrieben - das einzige Land, das die europäische Staatengemeinschaft verlassen hat. Im Text wird nicht auf den komplizierten Aufbau von der EG/EU eingegangen, da das für eine Kurzmeldung zu weitreichend wäre. Red.