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- 01. August 2008 2 Min.
Der vatikanische Kurienkardinal Walter Kasper warnt die anglikanische Kirche auf deren alle zehn Jahre stattfindenden Lambeth-Konferenz in Canterbury, dass die Anglikaner mit der liberalen Haltung gegenüber Homosexuellen und Frauen den ökumenischen Dialog aufs Spiel setzten.
Der ehemalige Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart und jetzige Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen erklärte, dass nach katholischer Auffassung homosexuelles Handeln "moralisch ungeordnet" sei. Außerdem blockierten die Einsetzung von Bischöfinnen "substanziell und definitiv eine mögliche Anerkennung anglikanischer Weihen seitens der katholischen Kirche", sagte der 75-Jährige.
Er zielte damit vor allem auf die US-amerikanischen Anglikaner ab, die sowohl eine Bischöfin als Vorsitzende der Gesamtkirche gewählt als auch mit Gene Robinson den ersten schwulen Bischof geweiht haben. Robinson wurde als einziger anglikanischer Bischof nicht offiziell zur Lambeth-Konferenz eingeladen, nimmt aber dennoch an Seminaren teil. Wegen anonymen Drohungen muss er während der Veranstaltung eine schusssichere Weste tragen. Außerdem steht ihm ein Bodyguard zur Seite.
Robinson sieht die Ausladung aber mit Nachsicht. Er erklärte, dass selbst Jesus wahrscheinlich von der Konferenz ausgeschlossen worden wäre: "Ich denke, Jesus wäre wie ich auch ein Außenseiter, der auch für seine Überzeugungen nicht an der Lambeth-Konferenz teilnehmen dürfte."
40 hochrangige Bischöfe haben derweil Homosexualität diskutiert, sind aber bislang noch nicht zu einem Ergebnis gekommen. Homo-Gruppen haben vor dem Konferenz-Gebäude demonstriert. Die Bischöfe konnten sich nur darauf einigen, dass das Thema Homosexualität wichtigere Themen wie Armut in der Welt und die Umwelt überschattet hätten. Konservative Anglikaner aus Entwicklungsländern in Afrika und Asien kritisierten wiederholt den lockeren Umgang von europäischen, australischen und nordamerikanischen Glaubensbrüdern mit Schwulen und Lesben. Sie drohen bereits seit Jahren mit der Abspaltung ihrer Landeskirchen.
Die Lambeth-Konferenz läuft noch bis Sonntag. Sie findet alle zehn Jahre statt und soll der föderal gegliederten Kirche eine langfristige Ausrichtung geben soll. Insgesamt bekennen sich rund 80 Millionen Menschen in aller Welt zum anglikanischen Glauben. (dk)















Andere Religionen sollten ihre Positionen vertreten und ökumenischer Dialog heißt ja gerade, dass man auch mit anderen Meinungen spricht. Wenn die katholische Kirche das nicht kann, ist sie "für das Scheitern der ökumenischen Gespräche" verantwortlich und niemand sonst... (auch wenn die Katholiken immer gerne die Schuld bei anderen suchen)
Die katholische Kirche will keinen ökumenischen Dialog, sondern andere Meinungen verbieten und gleichschalten. Die haben Allmachtsphantasien! Umso wichtiger ist es, sie in ihre Schranken zu weisen!!