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- 05. August 2008 1 Min.
Der offen schwule Modemacher macht sich Gedanken über Stilfragen. Er lobt deshalb Kanzlerin Merkel und schimpft über Madonna.
Von Carsten Weidemann
In einem aktuellen Essay für die Berliner Morgenpost macht sich Wolfgang Joop so seine Gedanken über schickes und unschönes auf dieser Welt. Und entwickelte dazu 14 Thesen über die Zukunft des Stils. Seine erste These: "Stil lebt vom Widerspruch". Dazu nimmt er Bundeskanzlerin Angela Merkel als Beispiel, die bei der Einweihung der Nationaloper in Oslo im April mit einem gewagt offenen Dekolleté so viel Busen wie noch nie zeigte. Joop dazu: "Das Dekolleté war eine Einladung zum Blick in ihr Gesicht, das so weich und fraulich ist und in scharfem Kontrast zu ihren klaren Augen steht - und als Kontrapunkt dazu ihr marschierender Gang. Wunderbar widersprüchlich, aber am Ende auf verdrehte Art ausbalanciert."
Wenig Verständnis hat der Stilbilder dagegen für die schwule Ikone Madonna, die ja sogar selber Mode für die Bekleidungskette "H&M" entwirft. "Bei Madonna nervt das Strampeln dieser älteren Frau: Das hat etwas von der Verzweiflung einer Prostituierten. Und die schönste Prostituierte mag einen Stil haben, der für eine Prostituierte herausragend ist, aber keinen, der außerhalb dieser Welt gültig ist." Madonna würde sich nur anbiedern und anbieten. Das sei stillos.
Links zum Thema:
» Alle 14 Thesen bei der Berliner Morgenpost












