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- 05. August 2008 2 Min.
Rechtspopulist Jörg Haider wird in einer Pressemitteilung seiner Ex-Partei geoutet.
Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), die bei den letzten Nationalratswahlen auf elf Prozent der Stimmen kam, will den "Popstar" der konkurrierenden Rechtspartei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) mit einem Outing schaden: "Der schwer in die Jahre gekommene Jörg Haider vergnügt sich im Tollhaus nicht nur mit Knaben, sondern lässt wieder einmal seine Püppchen tanzen", eröffnet die FPÖ ihre Tirade. Haider, der 2005 aus der jahrelang von ihm dominierten FPÖ ausgetreten war und das BZÖ gründete, will zur September-Wahl wieder in die Bundespolitik zurückkehren. Derzeit ist Haider Landeshauptmann (Ministerpräsident) von Kärnten.
Die FPÖ weiß auch, wer Haiders "Buberlpartie" (also schwuler Liebhaber) ist: Ewald Stadler, wahrscheinlicher BZÖ-Spitzenkandidat, der erst im vergangenen Jahr die FPÖ verlassen hat. Stadler sei "offenbar einer der letzten, die Jörg Haider die Stange halten", so die Freiheitlichen höhnisch. Sie spekulieren weiter, dass "Stadlers übertriebenes Auftreten gegen Homosexualität nur eine Nebelgranate gewesen [sei], um seine Nähe zu Haider zu vertuschen".
Bereits mehrmals gab es Spekulationen um die Homosexualität Haiders. Bereits 1991 hat die spätere Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek das Homoerotische, das Jörg Haider und seinen "politischen Jungmänner-Harem" schon damals umgeben habe, thematisiert. Im Jahr 2000 outete auch Rosa von Praunheim in einem niederländischen Magazin den heute 57-Jährigen.
Haider stieg in den 80er Jahren als Anführer des "deutschnationalen" Flügels der FPÖ auf und machte die rechtspopulistiche Partei 1999 schließlich zur zweitstärksten Kraft in Österreich, die mit der konservativen ÖVP schließlich eine Koalition einging. Das führte europaweit zu Kritik und zu Sanktionen gegen die Alpenrepublik. Nach dem Niedergang der FPÖ gründete er das BZÖ, das bislang aber nur in Kärnten eine entscheidende Rolle spielt. Haider selbst war von 1989 bis 1991 Ministerpräsident des südlichen Bundeslandes und ist es wieder seit 1999.
Auch Stadler wird dem "deutschnationalen" Flügel zugerechnet. Er bezeichnete Homo-Paare als "pervers" (queer.de berichtete). (dk)















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Was den Haider angeht, hätte es mich nicht gewundert.