Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?9163
  • 06. August 2008 58 3 Min.

Der Lesben- und Schwulenverband kritisiert, dass Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) mit geplanten "Lehrer-Handreichungen zum Umgang mit muslimischen Schülern" erneut vor islamischen Hardlinern kapituliere – die Senatsverwaltung widerspricht der LSVD-Darstellung.

Der rot-rote Senat plant derzeit, Informationsmaterial für Lehrer im Umgang mit muslimischen Schülern zu erstellen. Darin wird in einer noch nicht veröffentlichten Fassung auch "erzkonservativen" Imamen wie Ferid Heider eine Plattform geboten, in dem er Vorstellungen eines islamischen Schulalltags propagiert. Nach Angaben des "Tagesspiegels" gibt es in dem 100-seitigen Leitfaden ein achtseitiges Interview mit dem Fundamentalisten. "Damit wird letztlich der Einführung von Regeln der Scharia an Berlins Schulen Vorschub geleistet", erklärte dazu Alexander Zinn, Sprecher des LSVD Berlin-Brandenburg. Auch Vertreter der Oppositionsparteien CDU und Grüne kritisierten die Vorlage.

Die Senatsverwaltung für Bildung sieht das anders. Pressesprecher Kenneth Frisse weist auf queer.de-Anfrage darauf hin, dass die Lehrer Informationen erhalten sollten, die sie befähigt, mit der Religion umzugehen. Daher "soll eine Handreichung für Lehrkräfte zum Islam alle aktuellen und wichtigen Aspekte und Strömungen des Islam in Berlin darstellen". In der Arbeitsgruppe Islam und Schule werde derzeit ein Entwurf für eine solche Handreichung diskutiert. "Dieser Entwurf ist von der Bildungsverwaltung bisher weder genehmigt noch gar freigegeben. Wir werden die in der Öffentlichkeit diskutierten Aspekte vor einer Freigabe genau abwägen", so Frisse. In dem Entwurf solle der Islam nicht beschönigt werden: "Es ist nicht sinnvoll, den Lehrern einen Text zu geben, der besagt, wie wir uns den Islam wünschen, sondern womit sie es zu tun haben."

Sorge um Sexualkundeunterricht

Der LSVD glaubt, in dem geplanten Papier eine besorgniserregende Tendenz zu erkennen: "Statt islamischen Hardlinern die Türen zu Berlins Schulen immer weiter zu öffnen, sollte Bildungssenator Jürgen Zöllner dafür sorgen, dass der reguläre Unterricht an Berlins Schulen überhaupt noch stattfindet. Aufgrund falscher Rücksichtnahme auf ‚religiöse Gefühle’ können die Lehrpläne in einigen Fächern kaum noch eingehalten werden", erklärte Zinn. Zum Beispiel finde der Sexualkundeunterricht an vielen Berliner Schulen faktisch nicht mehr statt.

Auch diesen Vorwurf weist die Senatsverwaltung zurück. Pressesprecher Frisse erklärte, dass das Grundgesetz der Religionsfreiheit einen hohen Stellenwert zuspreche: "Das ist teilweise nicht unser Wunsch, aber Gerichte haben gegen uns entschieden". Zudem würden bei Abmeldungen aus dem Sexualkundeunterricht, aber auch aus Klassenfahrten oder dem Sportunterricht, in Berlin "sehr restriktiv" gehandhabt. "Ich halte den Vorwurf für nicht korrekt", so Frisse.

Generell glaubt der LSVD, dass der Bildungssenator "die Diskriminierung homosexueller Schüler und Lehrer tatenlos" hinnehme. "Homosexuellenfeindlichkeit ist unter Berlins Schülern erschreckend weit verbreitet. 69 Prozent der türkischen und 48 Prozent der deutschen Jugendlichen halten es für "abstoßend", wenn sich zwei Männer auf der Straße küssen. ‚Schwule Sau’ zählt zu den beliebtesten Schimpfwörtern auf Berlins Schulhöfen", so Zinn. Allerdings werde dieses Problem in der Hauptstadt "ignoriert". (dk)

-w-

#1 Fred_IsraelEhemaliges Profil
  • 06.08.2008, 18:34h
  • man man man, was ist denn mit queer los, alles themen die mich interessieren und wo man viel schreiben könnte.

    diese nachricht habe ich heute schon im tagesspiegel gefunden.

    vielleicht ein tick ausführlicher:

    Lehrer-Fortbildung in Scharia

    www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2587039

    bleibt nur zu hoffen,dass die gutmenschen bald zur besinnung kommen und nicht alle ideale verraten aus falsch verstandener toleranz.
    es werden vollkommen die falschen muslime unterstützt -wieso merkt denn das keiner. nicht liberale und säkulare, sondern die hardcore konservativen.

    es ist echt zum heulen.

    LSVD unterstützen und mitglied werden!
  • Direktlink »
#2 hwAnonym
#3 Inferno
  • 06.08.2008, 18:52hBerlin
  • Antwort auf #1 von Fred_Israel
  • Ich muss da immer Schmunzeln.

    Wenn es um die Ablehnung von Homosexuellen, ja sogar vielmehr deren Stigmatisierung, geht wird immer betont, dass das Nichts mit den Islam zu tun hätte, sondern mit schlechter Bildung. Also schiebt man das Thema den sowieso schon überforderten Lehrern zu die heute Polizei, Familie, Sozialarbeiter usw. sein sollen und nebenher, halte man sich fest, sogar noch unterrichten sollen.

    Nun stellt sich heraus, das genau das Themenfeld, von dem man mir einreden will, dass man damit Homophobie am besten bekämpfen könne, von islamischen Hardlinern in beschlag genommen wird, denen man in naivster Dummheit auch noch eine Plattform gibt.

    Das ganz erinnert an die Hofierung des Abu Bakr Rieger, der schonmal öffentlich den Holocaust gutheißt, durch Politiker.

    Fred hat es gesagt, falsch verstandene Toleranz die vor allem eines bewirkt: Das Homosexuelle Jugendliche (Also wehrlose Teenager) noch mehr als heute zur Zielscheibe ihrer Mitschüler werden.

    Sharaia, und das sollte ejder homosexuelle wissen, ist trotz regionaler Differenzierung nichts anderes als ein Todesurteil für alle die ein selbstbestimmtes Leben neben der Heterosexualität führen wollen.

    Wehret den Anfängen gilt also nicht nur für Nazis, sondern genauso für die totalitätren Menschenverachtenden Tendenzen die vermehrt im Islam anzutreffen sind.

    Denkt an solche Forcierungen religiöser Indoktrinierung an Schulen, wenn ihr das nächste mal den Parteien die Stimme gebt, die genau das zulassen.
  • Direktlink »