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- 06. August 2008 3 Min.
Der Lesben- und Schwulenverband kritisiert, dass Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) mit geplanten "Lehrer-Handreichungen zum Umgang mit muslimischen Schülern" erneut vor islamischen Hardlinern kapituliere – die Senatsverwaltung widerspricht der LSVD-Darstellung.
Der rot-rote Senat plant derzeit, Informationsmaterial für Lehrer im Umgang mit muslimischen Schülern zu erstellen. Darin wird in einer noch nicht veröffentlichten Fassung auch "erzkonservativen" Imamen wie Ferid Heider eine Plattform geboten, in dem er Vorstellungen eines islamischen Schulalltags propagiert. Nach Angaben des "Tagesspiegels" gibt es in dem 100-seitigen Leitfaden ein achtseitiges Interview mit dem Fundamentalisten. "Damit wird letztlich der Einführung von Regeln der Scharia an Berlins Schulen Vorschub geleistet", erklärte dazu Alexander Zinn, Sprecher des LSVD Berlin-Brandenburg. Auch Vertreter der Oppositionsparteien CDU und Grüne kritisierten die Vorlage.
Die Senatsverwaltung für Bildung sieht das anders. Pressesprecher Kenneth Frisse weist auf queer.de-Anfrage darauf hin, dass die Lehrer Informationen erhalten sollten, die sie befähigt, mit der Religion umzugehen. Daher "soll eine Handreichung für Lehrkräfte zum Islam alle aktuellen und wichtigen Aspekte und Strömungen des Islam in Berlin darstellen". In der Arbeitsgruppe Islam und Schule werde derzeit ein Entwurf für eine solche Handreichung diskutiert. "Dieser Entwurf ist von der Bildungsverwaltung bisher weder genehmigt noch gar freigegeben. Wir werden die in der Öffentlichkeit diskutierten Aspekte vor einer Freigabe genau abwägen", so Frisse. In dem Entwurf solle der Islam nicht beschönigt werden: "Es ist nicht sinnvoll, den Lehrern einen Text zu geben, der besagt, wie wir uns den Islam wünschen, sondern womit sie es zu tun haben."
Sorge um Sexualkundeunterricht
Der LSVD glaubt, in dem geplanten Papier eine besorgniserregende Tendenz zu erkennen: "Statt islamischen Hardlinern die Türen zu Berlins Schulen immer weiter zu öffnen, sollte Bildungssenator Jürgen Zöllner dafür sorgen, dass der reguläre Unterricht an Berlins Schulen überhaupt noch stattfindet. Aufgrund falscher Rücksichtnahme auf ‚religiöse Gefühle’ können die Lehrpläne in einigen Fächern kaum noch eingehalten werden", erklärte Zinn. Zum Beispiel finde der Sexualkundeunterricht an vielen Berliner Schulen faktisch nicht mehr statt.
Auch diesen Vorwurf weist die Senatsverwaltung zurück. Pressesprecher Frisse erklärte, dass das Grundgesetz der Religionsfreiheit einen hohen Stellenwert zuspreche: "Das ist teilweise nicht unser Wunsch, aber Gerichte haben gegen uns entschieden". Zudem würden bei Abmeldungen aus dem Sexualkundeunterricht, aber auch aus Klassenfahrten oder dem Sportunterricht, in Berlin "sehr restriktiv" gehandhabt. "Ich halte den Vorwurf für nicht korrekt", so Frisse.
Generell glaubt der LSVD, dass der Bildungssenator "die Diskriminierung homosexueller Schüler und Lehrer tatenlos" hinnehme. "Homosexuellenfeindlichkeit ist unter Berlins Schülern erschreckend weit verbreitet. 69 Prozent der türkischen und 48 Prozent der deutschen Jugendlichen halten es für "abstoßend", wenn sich zwei Männer auf der Straße küssen. ‚Schwule Sau’ zählt zu den beliebtesten Schimpfwörtern auf Berlins Schulhöfen", so Zinn. Allerdings werde dieses Problem in der Hauptstadt "ignoriert". (dk)















diese nachricht habe ich heute schon im tagesspiegel gefunden.
vielleicht ein tick ausführlicher:
Lehrer-Fortbildung in Scharia
www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2587039
bleibt nur zu hoffen,dass die gutmenschen bald zur besinnung kommen und nicht alle ideale verraten aus falsch verstandener toleranz.
es werden vollkommen die falschen muslime unterstützt -wieso merkt denn das keiner. nicht liberale und säkulare, sondern die hardcore konservativen.
es ist echt zum heulen.
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