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- 11. August 2008 2 Min.
Indiens Gesundheitsminister hat im Rahmen der am Wochenende zu Ende gegangenen Welt-Aids-Konferenz in Mexiko-Stadt erklärt, dass das gesetzliche Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex aufgehoben werden müsse.
Damit könne die Ausbreitung des Virus verhindert werden, so Anbumani Ramadoss. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in dem asiatischen Land rund sechs Millionen Menschen HIV-positiv. "Die strukturelle Diskriminierung gegen diejenigen, die anfällig für HIV sind, also Arbeiter der Sexindustrie und Männer, die Sex mit Männern haben, muss aufgehoben werden, damit unsere Präventions- und Fürsorgeprogramme erfolgreich sind", so Ramadoss nach Angaben der "Times of India". "Paragraf 377 des Strafgesetzbuches, das Männer, die Sex mit Männern haben kriminalisiert, muss abgeschafft werden". Ramadoss ist mit 39 Jahren das jüngste Mitglied im Kabinett und gilt als einer der aufstrebenden Politiker seines Landes.
Der Strafrechtsparagraf 377 wurde 1861 von den britischen Kolonialherren eingeführt – das Strafmaß beträgt bis zu zehn Jahre Gefängnis. Bereits mehrfach haben sich Prominente für die Streichung des "archaischen und brutalen Gesetzes" ausgesprochen (queer.de berichtete), das im ehemaligen "Mutterland" Großbritannien bereits vor Jahrzehnten abgeschafft wurde.
In den indischen Großstädten hat sich trotz des Gesetzes eine lebhafte schwule Subkultur entwickelt. Auch in den Nachrichten und Bollywood-Filmen ist immer öfter Homosexualität ein Thema. Allerdings ist Sexualität in der indischen Gesellschaft nach wie vor ein Tabu-Thema. (dk)















Man kann davon ausgehen, dass wenn Indien in Asien dieses Gesetz abschafft, werden andere Staaten in diesem Gebiet folgen.