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- 17. August 2008 2 Min.
Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin ist in der Nacht zu Samstag demoliert worden.
Unbekannte schlugen das Sichtfenster ein, durch das man den Film zwei sich küssender Männer sehen kann.
Wie die Polizei mitteilte, bemerkte ein Passant am Morgen einen umgeworfenen Bauzaun und das zerschlagene Fenster. Täter und Hintergründe der Tat sind laut Polizeiangaben unklar. Das erst Ende Mai eingeweihte Denkmal erinnert an die etwa 100.000 von den Nationalsozialisten verfolgten schwulen Männer, von denen 50.000 nach Paragraph 175 verurteilt und zwischen 5.000 und 15.000 in Konzentrationslager deportiert wurden.
Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) verurteilt den Anschlag aufs Schärfste: "Er ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer des NS-Terrors. Ein schwulenfeindlicher Hintergrund ist aus Perspektive des LSVD kaum von der Hand zu weisen. "Offenbar fühlten sich die Täter von dem Kuss zweier Männer zu der Tat provoziert."
Die Beschädigung des Denkmals sei eine "feige Tat" und "Ausdruck von Menschenverachtung", sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck. "Wer das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus angreift, will das Wiederaufleben der kollektiven Menschenfeindlichkeit der Nazis wieder denkbar machen." Über den Schutz des Denkmals und eine verbesserte Einbindung in die Topografie der Stadt werde ohnehin noch zu reden sein, so Beck.
Der LSVD-Bundesverband hat unterdessen zu einer Mahnwache am Denkmal aufgerufen Diese soll am kommenden Montag, dem 18. August 2008, um 17 Uhr stattfinden. Ort: Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, Ebertstraße, Höhe Hannah-Arendt-Straße, Berlin-Tiergarten. (cw)












