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  • 17. August 2008 44 2 Min.

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin ist in der Nacht zu Samstag demoliert worden.

Unbekannte schlugen das Sichtfenster ein, durch das man den Film zwei sich küssender Männer sehen kann.

Wie die Polizei mitteilte, bemerkte ein Passant am Morgen einen umgeworfenen Bauzaun und das zerschlagene Fenster. Täter und Hintergründe der Tat sind laut Polizeiangaben unklar. Das erst Ende Mai eingeweihte Denkmal erinnert an die etwa 100.000 von den Nationalsozialisten verfolgten schwulen Männer, von denen 50.000 nach Paragraph 175 verurteilt und zwischen 5.000 und 15.000 in Konzentrationslager deportiert wurden.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) verurteilt den Anschlag aufs Schärfste: "Er ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer des NS-Terrors. Ein schwulenfeindlicher Hintergrund ist aus Perspektive des LSVD kaum von der Hand zu weisen. "Offenbar fühlten sich die Täter von dem Kuss zweier Männer zu der Tat provoziert."

Die Beschädigung des Denkmals sei eine "feige Tat" und "Ausdruck von Menschenverachtung", sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck. "Wer das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus angreift, will das Wiederaufleben der kollektiven Menschenfeindlichkeit der Nazis wieder denkbar machen." Über den Schutz des Denkmals und eine verbesserte Einbindung in die Topografie der Stadt werde ohnehin noch zu reden sein, so Beck.

Der LSVD-Bundesverband hat unterdessen zu einer Mahnwache am Denkmal aufgerufen Diese soll am kommenden Montag, dem 18. August 2008, um 17 Uhr stattfinden. Ort: Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen, Ebertstraße, Höhe Hannah-Arendt-Straße, Berlin-Tiergarten. (cw)

-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.08.2008, 11:13h
  • Kann mir vorstellen, daß da Neonazis und andere so genannte "Gaybasher" am Werk waren! Schande über Euch!
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#2 FloAnonym
  • 17.08.2008, 11:33h
  • Tja, wenn Politik und Kirche immer wieder Hass verbreiten, darf man sich nicht wundern, wenn sowas passiert. Das endet ja nicht dort, sondern es gibt ja auch wirklich Angriffe gegen Schwule mit teils erheblichen Auswirkungen. Da brauchen wir gar nicht erst in Richtung USA (Matthew Shepard und all die anderen Fälle) zu sehen, sondern das ist auch hier Alltag.

    Und Politik und Kirche tragen daran Mitschuld, denn die Hetzer und Täter der Worte sind keinen Deut besser als diejenigen, die das dann ausführen.
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#3 stephan
  • 17.08.2008, 12:45h
  • @Flo

    Volle Zustimmung!

    Die Täter sind vermutlich nur ein paar hirnlose, dumme Schwachköpfe, die kaum erfassen können, was sie da tun. Aber wenn sie ihr tun auch kaum erfassen können, so haben sie sicherlich doch das unbestimmte Gefühl, dass es breite gesellschaftliche Kreise gibt, die genauso denken und fühlen und dass sie von einer vermeintlichen Mehrheit gerechtfertigt sind.

    Die Brandstifter sind andere und es ist mir völlig unbegreifbar, warum diejenigen die sich gerne und immer wieder abfällig über Minderheiten äußern, nicht konsequent mit den Mitteln des Strafrechts verfolgt werden. Das sind diejenigen, die sich nach meiner Meinung der Volksverhetzung und der Zerstörung des gesellschaftlichen Friedens schuldig machen.

    Insbesondere denke ich an zahlreiche röm.-kath. Bischöfe mit ihren wiederholten Gleichsetzungen von Homosexualität und Kindesmissbrauch, den Herabsetzungen homosexueller Beziehungen, etc. aber auch manche politische Kreise! Das ist der Schoß, aus dem das immer wieder kriecht und dieser Schoß ist (wie schon Brecht wusste) immer noch fruchtbar.

    Hier ist nun die Politik gefordert:

    1. Umfassender Diskriminierungsschutz und konsequente Anwendung der Gesetze auch gegen sogenannte Würdenträger. Wenn Herr Meisner u.a. wieder ihre Zunge nicht im Zaum halten können, dann muss die Strafe auf den Fuß folgen und im Wiederholungsfall sollte man auch nachträgliche Zurücknahmen nicht mehr als ernste Entschuldigungen akzeptieren.

    2. Polizeischutz auch für Gedenkstätten für Homosexuelle.

    3. Homosexualität (und andere Minderheitsthemen) als wesentlicher Teil im Schulunterricht.

    4. Ein deutliches Bekenntnis aller gesellschaftlichen Kräfte zu den Minderheitsrechten und scharfe Verurteilung von Gewalt gegen Menschen und Sachen.

    5. Diskriminierungsschutz für sexuelle Identitäten in den Artikel 3.3 GG

    6. Vollkommene Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe.

    etc.

    Für mich ist die Verhöhnung der Opfer des NS-Regimes ein klares Bekenntnis zum Nationalsozialismus und so muss es auch geahndet werden. Aber ich befürchte, selbst wenn man der Täter habhaft wird, reduzieren 'kluge' Juristen, das Ganze auf Sachbeschädigung oder groben Unfug!
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