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  • 19. August 2008 35 3 Min.

Wie verhalte ich mich eigentlich richtig im dunklen Gewölbe der Cruisingbar? Was ziehe ich an, um es ausziehen zu können? Darkroom-Tipps von queer.de

Von Dennis Klein

Was gibt es schon großartig zu beachten, wenn man seinen Spaß im Darkroom haben möchte, fragst du dich gerade? Einfach runtergehen, Hose auf und ab geht’s ist deine Devise? Ganz so einfach ist es nicht, denn auch im spärlich beleuchteten Keller gibt es Regeln und sogar eine Etikette. Wer sich damit anfreundet, wird deutlich mehr Spaß haben.

Was ziehe ich an? Egal, man sieht es im Dunkeln eh nicht, gilt nicht. Zum einen hängt es davon ab, ob die Cruisingbar zum Beispiel einen Fetischabend mit Dresscode ausgerufen hat. Beim Gummiabend kommt der Business-Anzug nicht gut an. Bei der Afterwork-Sexparty dagegen irritiert der Mann mit der Gasmaske auf dem Gesicht. Zum anderen geht rein aus Sicherheitsgründen manche Schuhbekleidung nicht. Flip Flops im Darkroom sind tabu.

Nett sein zueinander. Im Darkroom treffen Männer mit unterschiedlichen sexuellen Fantasien und Vorlieben aufeinander. Der eine möchte sich mit einer Person in einer stillen Ecke vergnügen, der andere sucht das Gruppenerlebnis, bei dem jeder dazu stoßen kann. Der dritte will einfach nur Solo-Exhibitionist sein ohne Berührung durch andere. Wer auf die Körpersignale des anderen achtet wird erkennen, ob er einlädt oder ablehnt. Zum gegenseitigen Respekt gehört das Akzeptieren dieser Signale. Wichtig ist aber auch das Aussenden eindeutiger Signale. Manche denken, wenn sie besonders grimmig drein schauen, wirken sie sehr sexy und wundern sich dann, dass keiner anbeißt. Ein Lächeln öffnet Pforten.

Sei keine Diva Ein Darkroom ist kein Laufsteg für Eitelkeiten, es ist ein Ort gegenseitiger sexueller Beglückung. Wer darauf fixiert ist, ein Cazzomodell finden zu müssen und dann die Männer reihenweise nach 30 Sekunden wortlos wieder stehen lässt, weil sie doch nicht so hübsch, geil und gut gebaut sind, wie die Männer aus dem Porno, der erzeugt bei sich und den anderen nur Frust. Sich ohne realitätsferne Projektionen auf die Begegnung mit dem anderen erst einmal einzulassen, kann zu überraschend geilen Ergebnissen führen. Es kann natürlich immer sein, das es wirklich nicht funkt zwischen euch Beiden. Dann ist es auch gut und richtig, sich mit einem freundlichen Bedauern zurückzuziehen.

Ficken oder Faseln? Wer seinen besten Freund im Darkroom trifft und gleich beginnt, den Tratsch der letzten Woche auszutauschen, der nervt garantiert die anderen. Reger SMS-Versand, weil es gerade so langweilig ist im Gewölbe, ist ebenfalls tabu. Zumal du auch mit deinem Super-Nokia-Riesendisplayhandy den Dunkelraum mit Licht flutest. Zum quatschen also raus aus dem Darkroom.

An Sicherheit denken Es gibt auch schwarze Schafe im Darkroom. Diebstähle kommen vor, deshalb möglichst keine Wertsachen mitnehmen. Wenn möglich, sie vorher an der Theke oder Garderobe deponieren. Hattest du deinen Spaß, checke vor Verlassen noch einmal, ob alles vorhanden ist. Suchst du erst später die Stelle, an der du möglicherweise gestanden hast, sinken die Chancen, die verlorene Verzehrkarte oder den Schlüssel wiederzufinden.

An die Gesundheit denken Safer Sex ist Ehrensache. Gerade im Darkroom sieht man nicht so deutlich, was genau passiert. Hat sich der andere ein Gummi übergestreift, bevor er mich fickt? Checke es, wenn du dir nicht sicher bist. Wer den komischen Ausschlag an seinem Dödel ignoriert, den er beim Duschen entdeckt hat und damit in den Cruisingkeller steigt, gefährdet möglicherweise die Gesundheit anderer, die nichtsahnend und –sehend den Mund für dich öffnen.

-w-

#1 KonstantinEhemaliges Profil
  • 19.08.2008, 17:38h
  • Also im Darkroom rumficken ist ja wohl das Langweiligste was es gibt. Da hängen höchstens Typen rum, die im Hellen keinen (mehr) abkriegen oder anderen bei was auch immer dazwischen grabbeln wollen.
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#2 BenDover
  • 19.08.2008, 17:58hBerlin
  • Was fehlt:

    Penetrantes Zigarettenanzünden und dabei die ganze Hütte ausfunzeln.
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#3 jochen
  • 19.08.2008, 19:12hmünchen
  • find ich gut diesen darkroom - ratgeber.
    es sollten für mehr bereiche des schwulen lebens solche ratgeber geben.

    denn ich finde schwule brauchen mehr kultur
    (ich meine diesmal nicht die oper oder theater usw..)

    sie brauchen mehr kultur in ihren beziehungen.
    im umgang miteinander.
    in ihren sm-beziehungen,
    und sei´s auch im darkroom..oder chat-room.

    der umgang miteinander ist leider nicht selten geprägt von respektlosigkeit und mittlerweile auch wieder ausgrenzung untereinander. (berliner szene ist da leider spitze im schlechten umgang miteinander)

    auch gibt es viel unsicherheiten in einer schwulen partnerschaft über rollenverteilungen, beziehungsstrukturen..usw..(besonders auch bei den sm-paaren)
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