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- 19. August 2008 2 Min.
Der jamaikanische Reggae-Sänger Beenie Man tritt ab Dienstagabend in Deutschland auf – der Veranstalter in Berlin teilte mit, Beenie Man habe eine Vereinbarung unterzeichnet, in der er sich gegen Homophobie ausspricht.
Beenie Man gibt um 21 Uhr im Berliner Keselhaus der Kulturbrauerei ein Konzert. Auf Initiative des Kesselhauses unterzeichnete der Künstler den "Reggae Compassionate Act 2". Darin verpflichtet er sich, nicht zur Gewalt gegen Lesben und Schwule aufzurufen.
"Die Vereinbarung ist, sofern sie vom Interpreten ernst genommen wird, ein erster Schritt in die richtige Richtung", erklärte LSVD-Geschäftsführer Klaus Jetz. "Ohne die Unterschrift unter diese Vereinbarung hätte das Kesselhaus das Konzert abgesagt, so der Veranstalter". Allerdings weist der LSVD darauf hin, dass die Erfahrungen mit Beenie Man nicht gut sind: So hat der Künstler bereits im vergangenen Jahr den "Reggae Compassionate Act 1" in London unterzeichnet, seine Unterschrift dann aber in der jamaikanischen Presse widerrufen (queer.de berichtete). "Ich werde das nie unterschreiben", hatte der Interpret damals im "Jamaica Observer" erklärt.
Beenie Man hat unter in seinen Songs "Damn" und "Bad Man Chi Chi Man" zum Mord an Schwulen aufgerufen. Seinen Hass begründete er 2006 in einem Interview mit seinem Glauben: "Ich bin Rastafarian - und ich glaube an die Bibel. Ich weiß, dass - wenn ein Mann mit einem anderen Mann schläft - Leben aufhört zu existieren, weil sich Männer nicht vermehren können."
Letzten Monat sorgte die Konzert-Absage des Reggae-Sängers Sizzla für Aufregung (queer.de berichtete). Er wollte beim "Chiemsee Reggae Summer" auftreten, das vom 22. bis 24. August stattfindet. Allerdings wurde sein Name von der Bundesregierung ins Schengener Informationssystem (SIS) gestellt. Damit ist er im Schengen-Raum unerwünscht. Bereits Ende Mai wurde er deshalb aus Spanien ausgewiesen (queer.de berichtete). (dk)














