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- 21. August 2008 2 Min.
Die im südlichen Oregon lebenden Coquille-Indianer haben als erster Stamm die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet – was zu einem Konflikt mit dem Bundesrecht führen könnte.
Da der Stamm Autonomierechte besitzt, gilt die Verfassung von Oregon im Reservat nicht – diese untersagt die gleichgeschlechtliche Ehe. Nach Angaben des Indianer-Experten Brian Gilley von der Universität von Vermont sind die Coquilles der erste Stamm, der die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet hat. Traditionell seien die Indianer gleichgeschlechtlicher Liebe offen gegenüber gestanden, seien dann aber von der homofeindlichen Haltung der europäischen Einwanderer beeinflusst worden, so Gilley. Mehrere Stämme, wie die Navajo und die Cherokee, haben in ihrem Territorium in den letzten Jahren die Eheschließung von gleichgeschlechtlichen Paaren verboten (queer.de berichtete).
Das Gesetz der Coquilles soll erst im nächsten Jahr in Kraft treten, wenn Gesetze für Scheidungen und für das Sorgerecht von Kindern verabschiedet worden sind, erläutert ein Stammessprecher.
Die Ehe-Öffnung kann nun zu einem Konflikt mit Washington führen: Da die Coquilles ein autonomer Bestandteil der Vereinigten Staaten sind, haben sich beide Seiten verpflichtet, eingegangene Verträge gegenseitig anzuerkennen. Dazu zählen auch Eheschließungen. Seit 1996 gilt in den USA jedoch das "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" ("Defense of Marriage Act"), das es dem Bund erlaubt, gleichgeschlechtliche Ehen – die etwa in Massachusetts und Kalifornien geschlossen worden sind – nicht anzuerkennen. Die Indianer-Reservate genießen aber einen besonderen Status, der es ihnen erlaubt, autonome Entscheidungen zu treffen. Die stellvertretende Stammesanwältin Melissa Cribbins erklärte, dass Washington dem gleichgeschlechtlichen Coquilles-Paaren Mittel nicht vorenthalten dürfe, die es verschiedengeschlechtlichen Paaren zusichert.
"Die Ureinwohner Nordamerikas sind sehr sensibel, wenn es um Diskriminierung jeder Art geht", sagte Häuptling Ken Tanner. "In unserem Stamm wollen wir erreichen, dass jeder sich in die Situation des anderen einfühlt und so lernt, unsere Verschiedenheit zu respektieren. Nur so werden wir eine starke Gemeinschaft".
Die Politik gegenüber den Indianern ist in den USA in den letzten Jahrzehnten sehr widersprüchlich gewesen, so dass die meisten Ureinwohner in Armut leben. Allerdings haben manche Stämme Vorteile aus ihrem Autonomie-Status gezogen, indem sie beispielsweise Spielbanken in Reservaten eröffnet haben, obwohl Glücksspiel in den meisten Bundesstaaten verboten ist. (dk)
Links zum Thema:
» Coquille Indian Tribe















Ein weiser Mann dieser Häuptling, da könnte sich so manch einer ne Scheibe von abschneiden.